Review

Bevor ich mich konkret zum Film äußere, erst einmal zwei "Disclaimer", auch wenn das nicht in ein Review gehört. Wenn der Text damit zur Kurzkritik wird, okay...

1. Ich mag Pixar nicht. Für mich hat diese Firma den traditionellen Zeichentrickfilm zerstört, weil er ein Publikum bedient, dass nur noch mehr technische Erfolge sehen will, am liebsten Fortsetzungen, da weiß man, was man hat... Immerhin hat Pixar es egschafft, Disney mit dessen Geld zu kaufen, was eine Leistung ist. Die Pixarfilme, die ich gesehen habe (Toy Story 1+2, Monster AG, Ratatouille) waren nette Unterhaltung, aber nicht mehr.

2. Ich bin nur ins Kino, weil ich vier Stunden totschlagen musste.

Worauf das hinausläuft, ist ziemlich offensichtlich - fast schon gegen meinen Willen war ich restlos begeistert. Die erste halbe Stunde gehört zum Besten, das ich seit langem gesehen habe. Wie in wenigen Minuten eine komplette Lebens- und Liebesgeschichte eerzählt wird, mit Höhen und Tiefen, mit Träumen und Alltäglichem, mit den kleinen Ritualen, ist einfach phantastisch, ungeachtet, ob es ein Trickfilm, ein Realfilm oder eben Computeranimation ist. Auch die Szenen, in denen Carls Leben nach Ellies Tod beschrieben wird, sind wundervoll. Man sieht, dass eine Hälfte im Leben und im Haus des Mannes fehlen (schrecklich wahr...). Daraus entspinnt sich die unglaublich romantische Idee, der toten Frau ihren Lebenswunsch zu erfüllen - ein Haus bei den Paradiesfällen, auf den Spuren eines Forschers, der Errol Flynn aus dem Gesicht geschnitten ist.

Dann entwickelt sich eine "herkömmliche" Filmhandlung, die mit dem grandiosen Auftakt nicht Schritt halten kann, aber immerhin unterhält. Die üblichen Disneythemen wie Familie, Freundschaft und Selbstvertrauen werden bearbeitet, was gut aussieht und Spaß macht.

Im letzten Drittel kommt dann wieder eine Szene, die an den Auftakt erinnert, als Carl klar wird, dass er seiner Ellie ihren wahren Lebenstraum erfüllt hat,einfach, indem er da war. Eine wunderschöne Liebeserklärung (aus persönlichen Gründen steige ich auf so etwas im Moment voll ein...), durch die Carl sein Leben zurück bekommt. Auch er verlässt das Heim, die Sicherheit der beiden Ohrensessel (*g*), um sein Leben weiter zu leben. Nicht, um Ellie zu vergessen (das Aufstellen der Sessel zeigt, wie sehr er immer noch an der Erinnerung hängt), sondern um zu tun,wozu sie ihn aufgefordert hat.

Kurz gesagt, ein wundervoller Film, bei dem sich die Kinder, die sich mitmir im Kinosaal befanden, allerdings größtenteils gelangweilt habe. Ich mich nicht. Allein wegen der Eröffnungssequenz werde ich mir die DVD holen, um sie mir wieder und wieder anzusehen...

8/10

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