Review

Die Hexe Mara feiert zusammen mit ihren Anhängerinnen und Anhängern blutige Orgien und vertreibt sich nebenbei die Zeit mit Auftragsvoodoomorden. Ein Studentenpaar gerät in Maras Teufelskreis und versucht ihn mit Hilfe eines weisen Doktors zu sprengen.

Und wieder beglückt mich ein weiterer Teil aus der CMV Trash Collection. Trashkönig Ted V. Mikels wollte anscheinend mit diesem Film dem Zuschauer das Thema Hexen und deren Kulte näherbringen und hat rundherum eine Story zusammengeschustert, die selten in logischen Bahnen verläuft. So gibt es außer der oben angerissenen Grundgeschichte noch viele Nebenplots, die selten zu einem sinnvollen Ende finden, sondern (sich) irgendwo im Sande verlaufen. So sorgen beispielsweise der Voodooauftragsmord (ja, laut Mikels hängen Hexenkräfte und Voodoo zusammen!), bei dem sich die Auftraggeber nach erfolgter Ausführung mit einem Mord an der Hexe und ihrem Diener bedanken, ohne allerdings zu ahnen, dass die Hexe zurückkehren kann und sich fürchterlich rächt oder die Geschichten von Menschen aus ihrem früheren Leben für Laune. So lässt z.B. bei ersterem die Hexe ihre Voodoopuppen tanzen, wobei eine Puppe solange mit Insekten und einer Echse zusammen im Glas geschüttelt wird, bis das entsprechende Opfer sich kratzend aus dem Fenster stürzt und bei zweiterem erfährt eine Frau (sichtbar für den Zuschauer), dass sie in ihrem früheren Leben wegen eines erfolglos an ihr ausgeführtem Exorzismus gesteinigt wurde, wobei die Prozedur mit einem finalen großen Todesstein ala "Das Leben des Brian" endet.
Das Ganze ist herrlich schlecht inszeniert und lässt jedem Trashfan das Herz aufgehen. So gibt es schlecht beleuchtete Sets, bei denen gerne mal Mikro und Halter als Schatten an der Wand auftauchen, schrille Kostüme, die oft nicht so richtig in das Zeitgeschehen passen (Jeans und Hemden im Mittelalter), schlecht dressierte Katzen, Fledermäuse aus Gummi an Fäden und überdrehte, äh, ja sagen wir mal Musik, obwohl es eher eine Anhäufung von psychodelischen Tönen ist.
Hinzu kommen unglaubliche Dialoge, die ihresgleichen suchen, wobei besonders der kultige minutiöse Monolog der Hexe bei einer Seance, der in einer Mischung aus klischeeindianisch und yodaisch vorgetragen wird, die pseudolehrreichen Gespräche des Studentenpaares mit dem Doktor und die amüsante Vorstellungsrunde am Ende des Filmes in einer eiligen Notsituation in Erinnerung bleiben.
Den Schauspielern wird wenig abverlangt und ich bezweifele auch, dass es jemand aus der Darstellerriege geschafft hätte, mehr als Lachen, Schreien oder Bösegucken zu spielen. Einen Akteur werde ich allerdings nicht so schnell vergessen und das ist der Diener der Hexe der gerne grimmig guckt und mit den Augen rollt (sogar als er zwischenzeitlich mal erschossen wird, sinkt er augenrollend zu Boden) und oftmals ein totes Tier auf der Rübe trägt. Diesen Mann muss man einfach gesehen haben!

Insgesamt sei diese kleine Trashperle jedem für dieses Subgenre offenen Menschen ans Herz gelegt, denn wenn man es zulässt, kann man mit diesem Film eine Menge Spaß haben und sich bei einem gemütlichen Video- bzw. DVD-Abend an einem Bier verschlucken. Danke CMV!

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