ACHTUNG ! SPOILER !
Auf dem Cover der britischen VHS von VCL liest sich die Inhaltswiedergabe so:
„Mara, sadistic queen of the black witches, and her wolfpack of voluptous virgins invade satan's tortured realm of the unknown. The plot deals lavishly with all aspects of demonology, and climaxes in a bizarre orgy of death.“
Das hört sich ja erst mal gar nicht schlecht an, doch selten klafften der Titel eines Films und sein tatsächlicher Inhalt so weit auseinander, wie im Falle von BLOOD ORGY OF THE SHE-DEVILS. Kurz gesagt, die Blutorgie findet nicht statt! Das ist für sich genommen sicherlich noch kein Manko, doch leider ist das, was man hier de facto zu sehen bekommt, ein in jeder Beziehung trockener und wortreicher low budget Film zum Thema „Black Magic vs White Magic“. Der ganze Zinnober ist ausgesprochen simpel und höchst langweilig in Szene gesetzt. Lila Zaborin als Oberhexe Mara kreischt und deklamiert immerfort was das Zeug hält und ihr penetrantes Overacting strapaziert schnell die Nerven der Zuschauer. Die anderen Darsteller halten sich auch nicht gerade zurück und geben alles, speziell immer dann, wenn es ihnen an den Kragen geht.
Die Szenen in denen sich einige der Protagonisten unter Hypnose an ein früheres Leben erinnern sind immerhin vergleichsweise unterhaltsam, können den Film aber auch nicht wirklich bereichern. So war eine Frau (Sherri Vernon) im Mittelalter eine Hexe, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Zuvor wurde sie aber noch von Ted V. Mikels höchstpersönlich gefoltert, und zwar in einem düsteren Verlies, dem man leider bei jeder Bewegung der Akteure anhört, dass es aus Sperrholz zusammengezimmert wurde. Laut Mikels wäre Vernon beinahe tatsächlich durch das Feuer zu Schaden gekommen.
Eine andere Hexe (Annik Borel) wird mit Steinen aus Styropor zu Tode „gesteinigt“, während ein Mann (Tom Pace) schon einmal im Wilden Westen lebte und dort von Indianern an einen Marterpfahl gefesselt und mit einer Lanze durchbohrt wurde.
Wirklich langatmig sind dagegen die schier endlos erscheinenden Darbietungen spiritistischer Sitzungen und die öden Tanzeinlagen der leicht geschürzten „She-Devils“. Das alles spielt sich in typischer Z-Film Manier auf engstem Raum ab, und dieser Eindruck wird durch die kümmerlich beleuchteten Außenaufnahmen noch unterstrichen. Die Innenaufnahmen wurden, wie Mikels im Audiokommentar der DVD mehrfach erwähnt, überwiegend in seinem damaligen „Castle“ („26 rooms on 14 levels“) in Glendale gedreht und ein paar Szenen auch in Ray Dorn's unter Billigfilmern beliebtem winzigen Studio „Hollywood Stages“.
Mit ein paar simplen fotografischen Effekten versuchte Mikels den Film wenigstens etwas interessanter zu machen, doch vergeblich. Besonders am Ende gibt es ein wenig Budenzauber, wenn einige weiße Magier mit Strahlen aus ihren Fingerspitzen das von einem seltsamen Leuchten umgebene Haus der Hexe bearbeiten und so die „She-Devils“ dazu bringen, sich gegenseitig sowie alle anderen im Hause anwesenden Protagonisten abzumurksen. So gibt es kein Happy-End und alle Hauptdarsteller bleiben auf der Strecke.
Dennoch ist und bleibt DIE BLUTORGIE DER SATANSTÖCHTER eine absolut fade Angelegenheit und er ist sicher nicht der beste Film, um sich mit dem Werk von Ted. V. Mikels vertraut zu machen.
Apropos Audiokommentar. Der ist genauso fade und unerquicklich wie der ganze Film. Bereits nach 10 Minuten hat Mikels nicht mehr viel erhellendes oder anderweitig interessantes zu sagen. Im Verlauf des Monologs entstehen so lange und längere Pausen und es lohnt sich wirklich nicht, diesen bis zum Ende anzuhören. In einigen Interviews hat Mikels z.B. darauf hingewiesen, dass es zunächst zu großen Problemen bei der Promotion für den Film kam, da kaum eine Zeitung oder Magazin bereit war, den Titel des Films abzudrucken. Solche Hintergrundinformationen über die Produktion oder Infos über die Darsteller kommen im Kommentar leider gar nicht oder nur marginal zur Sprache.
Die britische VHS-Fassung (75:40 Minuten) kam 1984 bei „VCL“ heraus. In Deutschland kam der Film Anfang der 80er Jahre bei „VMP“ auf VHS heraus (75:40 Minuten). Die deutsche DVD von „CMV“ kam 2005 auf den Markt. Die Laufzeit des Films beträgt ebenfalls 75:40 Minuten. Der Film hat eine FSK 18 Freigabe und wurde am 30.11.1984 indiziert und am 30.10.2009 von der Liste gestrichen.
Auf der Homepage des AFI ist u.a. folgendes zu lesen:
„A copyright statement appears in the onscreen credits; however, the film was not registered until 29 Aug 1989, when Occult Productions, Inc. received copyright number PA-488-613.“
Covertext der VHS:
„Schwarze Magie: todbringendes Bündnis mit bösen Mächten. Übersinnliches und Übernatürliches, für das es keine Erklärungen zu geben scheint. Nur Schrecken. Die geheimnisvolle Mara verfügt über diese magischen Kräfte, die über Entfernungen töten können, wenn sie sollen. Und Mara versteht ihre Macht über den Tod einzusetzen. Für harte Dollar – und im Auftrag von Terroristen. Indem sie andere tötet, unterzeichnet sie selbst ihr Todesurteil. Doch Mara braucht die Killer nicht zu fürchten. Ihr Partner heißt Tod! Ihn lernen auch die hübsche Lorraine und ihre Freund kennen, die hinter das Geheimnis der spirituellen Sitzungen und des grausamen Okkultismus kommen möchten... Nicht wissend, daß es für manche Dinge dieses Lebens keine Erklärungen gibt. Keine Erklärungen geben darf...“ (VMP – VHS)
Aus der Werbung:
A terrifying plunge into the depths of hell! (VCL-Video)
MARA - Königin der Finsternis und der schwarzen Magie, Sie schöpft aus der Hölle für die Hölle! (VMP-VHS)
Kult-Trash von Trashkönig Ted V. Mikels (DVD)
Original Pressbook (USA):
„Mara (Lila Zaborin), eine "schwarze" Hexe, Meisterin des Okkulten und schwarzer Magie, und das Böse in Person, ist die Anführerin eines Zirkels üppiger, spärlich bekleideter und schöner junger Frauen, die ihre sadistische Liebe und Leidenschaft für Schmerz an hilflosen Opfern auslassen, während sie das blutige Ritual eines abscheulichen, makabren Tanz des Todes absolvieren. Dabei halten sie brennende Fackeln in die Höhe und bohren Speere in einer blutigen Zeremonie in ihre männlichen Opfer, um so ihre pulsierenden Lust und ihr böses Begehren nach der heiligen Königin der Hexen zu befriedigen. Mara wird von Rodannus (Ray Myles), einem Agenten einer fremde Macht, und dessen Handlanger Barth (Paul Wilmoth) aufgesucht, mit der Bitte, dass sie einen Botschafter einer anderen Nation bei den United Nations mit Hilfe ihrer Magie beseitigt. Während dieses Treffens verlangt Rodannus Beweise für ihre mystische Macht, wozu sie ein Weinglas in dessen Hand zerbrechen lässt. Mara behält das blutige Taschentuch, das Rodannus für seine blutende Hand benutzt hatte.
Lorraine (Leslie McRae), ein Neuzugang in Maras Zirkel, überredet ihren Freund Mark (Tom Pace), ein Skeptiker was Magie betrifft, an einer Seance teilzunehmen. Als Mara bei der Seance zu Marks Überraschung zwei Geister heraufbeschwört, entscheidet sich Mark aus Sorge um Lorraine, Dr. Helsford (Victor Izay) zu konsultieren, der ein „weißer“ Hexenmeister und ein Experte für psychische Phänomene ist. Nachdem Mara den Tod des Botschafters auf einer Party verursacht hat, fürchtet Rodannus, sie könnte ihre Kräfte auch gegen ihn wenden, und er beauftragt Barth sowohl Mara als auch ihren Hohepriester Toruke (William Bagdad) zu töten. Barth tötet ebenfalls ein im Hause anwesendes junges Mädchen, Roberta (Linn Henson), die es aber noch schafft, sein Gesicht zu zerkratzen, bevor sie stirbt.
Inzwischen erklärt sich Dr. Helsford bereit, Mark zu helfen. Durch Hexerei hat Mara Barth dazu gebracht, statt ihrer eine Katze zu töten. Mara erweckt Toruke wieder zum Leben und benutzt Rodannus' blutiges Taschentuch und Barths zerkratzte Haut von den Fingernägeln des toten Mädchens, um sowohl Barth als auch Rodannus auf makabre und blutige Weise zu eliminieren. Mark und Lorraine sollen an einer weiteren Seance in Maras Residenz teilnehmen und sie besprechen mit Dr. Helsford die Möglichkeiten der Altersregression unter Hypnose, die Mark durchlaufen soll. Der Arzt warnt sie vor den Gefahren, sich mit den schwarzen Künsten zu beschäftigen. Er psychomatrisiert („psychometrizes“) ein Amulett, welches Lorraine trägt und dass Mara ihr zum Schutz gegen feindliche Dämonen gegeben hatte.
Nachdem die beiden zum Treffen gegangen sind, beschleicht Dr. Helsford das Gefühl, dass das Treffen böse Folgen haben könnte, und er holt sich Hilfe bei drei weiteren Wissenschaftlern, die Interesse an psychischen Phänomenen haben und sie beschließen, Maras Haus aufzusuchen, wo das Treffen stattfinden soll. Während der Regression in ein anderes Leben, erlebt Mark, dass er in einem früheren Leben im Wilden Westen von Indianern getötet worden ist und jetzt, von Mara betäubt, soll er als Menschenopfer dargebracht werden, um Luzifer, den Teufel selbst, zu beschwören.
Mara und ihr Hexenzirkel reagieren verängstigt, als eine unsichtbare Präsenz sich bemerkbar macht. Das Gebäude bebt und erzittert und völliges Chaos bricht aus. Der unsichtbare Schrecken okkupiert die Körper der jungen Hexen, die sich gegen Toruke wenden und ihn töten, um dann aufeinander loszugehen. Draußen bekämpft Dr. Helsford das Böse im Inneren mittels Exorzismus und er schafft es, Ordnung und Vernunft wiederherzustellen und die böse, unsichtbare Präsenz zu vertreiben. Als das Quartett der Wissenschaftler das Gebäude betritt, finden sie nur Tod und Zerstörung. Mark, Lorraine und alle anderen sind tot. Nur eine Fledermaus klammert sich an die Decke und Dr. Helsford, der das wahre Wesen der Fledermaus erkennt, Tötet diese und wirft sie auf einige glühende Kohlen. Endlich bezahlt Mara für ihre Teufeleien, während ihre durchscheinende, dampfende Gestalt nach oben schwebt in einen tobenden, schreienden Tod.“ (Übersetzung aus dem amerikanischen: Henry Spencer)