In Zukunft könnte häufiger der Fall eintreten, dass Horrorfilme aus Thailand bereits im Herkunftsland arg geschnitten werden, da die Zensur dort mächtig zugelegt hat.
Gutes Beispiel hierfür ist „Meat Grinder“, dem bereits im Vorfeld 12 Minuten gekürzt wurden, mit dem Argument, die thailändische Küche mit bestimmten Szenen nicht in Verruf bringen zu wollen.
Dennoch bleibt für die Splatterfans genügend Material, um einen Einblick zu erhalten, wie dreckig es in der Uncut abgehen dürfte, - eine Tatsache, die den Streifen inhaltlich nicht unbedingt aufwertet.
Denn hier steht einmal mehr die Verpackung über der eigentlichen Geschichte, die im Kern darin besteht, dass Suppenköchin Buss (Mai Charoenpura) ein völlig verhunztes Leben, bestehend aus Demütigungen und Vergewaltigungen damit verarbeitet, indem sie aus ihren Opfern Fleischbällchen herstellt.
Bis sie den jungen Attapon (Rattanaballang Tohssawat) kennen lernt, der ihre Psychosen kurzfristig noch etwas mehr durcheinander bringt….
Style over substance steht hier über allem, denn von vornherein spielt man mit ungewöhnlichen Perspektiven in Schwarzweiß, aus denen bereits mit den ersten Bildern hervorgeht, dass eine Köchin augenscheinlich einen Menschen für ihre Speisen verarbeitet.
Das Setting ist düster und wirft viele Schatten, die mit den tragischen Belastungen der Hauptfigur Buss einhergehen. Dieses wird in verschachtelter Form kombiniert mit Halluzinationen und Flashbacks, bei denen man sehr konzentriert bei der Sache sein muss, um Ereignisse nicht völlig falsch zuzuordnen.
Dabei geht es doch lediglich um eine zerrüttete Frau mit schweren Schicksalsschlägen, die nach und nach erzählerisch erläutern, warum Buss dermaßen groteske Handlungen vollzieht und ihre Opfer quält, bevor sie sie weiter verarbeitet.
Wiederkehrende Motive sind vor allem: Das Eintauchen in einen Wasserbehälter, Kinderlachen und eine Flüsterstimme und vor allem die Kernaussage über Familienrezepte und Tradition.
Das alles sind gute Ansätze, die in ihrer fast verträumt dargebrachten Form nicht ohne Reiz in Szene gesetzt werden, doch mitreißend oder gar spannend gestaltet sich das nicht.
Ob es nun die blutig niedergeschlagene Studentenrevolution Anfang der Siebziger ist oder der schlichte Besuch eines Geldeintreibers, - in nahezu jeder Szene versucht man kreative Mittel einfließen zu lassen, was schon bald in absolute Überladung driftet.
Hier eine Zeitlupe, dort monochrome Effekte, ein paar wackelige Einstellungen, Szenen mit Farbtupfer, diverse Nahaufnahmen und doch wird man das Gefühl nicht los, dass hier eine Menge ohne Bedacht angewandt wurde, um die schicke Hülle zu wahren.
Inhaltlich, das tritt vor allem im Mittelteil stark zutage, herrscht hingegen oftmals Stillleben, da wenige Dialoge einfließen und die sich wiederholenden Bilder für sich sprechen müssen, was phasenweise furchtbar dröge anmutet.
Dagegen kommt auch die Hauptdarstellerin Mai Charoenpura kaum an, obgleich ihr emotionales Spiel sehr facettenreich ist und zu keiner Zeit übertrieben wirkt.
Mit dem titelgebenden Fleischwolf hat sie zwar gar nicht so viel am Hut, doch für sauber gestaltete Gewaltszenen sorgt sie allemal. Da werden reihenweise Gliedmaßen abgetrennt, Körper angeknabbert und mit Nägeln ins Fleisch gehämmert. Da möchte man fast schon nicht mehr wissen, was der Originalstoff noch für Perversitäten parat hält.
Das ändert jedoch nichts an der phasenweise zähen Erzählweise, den teilweise unnötigen Verschachtelungen und der Selbstbeweihräucherung in Form von (zugegeben) schöner Hintergrundmusik in endlos erscheinenden Einzeleinstellungen.
Fast schon etwas für Arthouse Freunde, wenn das Sujet den einen oder anderen Feingeist nicht heftig abschrecken würde.
Insofern, - mit dieser skurrilen Mischung ist niemandem geholfen, denn die fast poetische Inszenierung lenkt nur davon ab, wie wenig die Geschichte eigentlich hergibt.
Eingefleischte Splatterfans müssen sich indes eh noch gedulden, da ist frühestens im zweiten Quartal dieses Jahres mit einem unangetasteten Master zu rechnen…
4 von 10