US-Regisseur Nelson McCormick, der sich bereits mit dem „Prom Night“-Remake keinen allzu guten Namen machte, griff nun den Stoff des 1987er Horror-Thrillers von Joseph Ruben auf, der seinerzeit in Form eines psychopathischen Serienmörders die vermeintlich heile Welt US-amerikanischer Mittelstandsfamilien und ihren fast wahnhaften Eifern nach dem illusionären Idealbild der „perfekten Familie“ bösartig persiflierte und zwei Fortsetzungen nach sich zog. Die Geschichte wird nur wenig und wenn, dann eher ungeschickt variiert. So wird die Familie, in die der Stiefpapi eindringt, vergrößert und eine prinzipiell vollkommen unnötige Liebesbeziehung zwischen Sohnemann Michael und dessen Freundin konstruiert; allem Anschein nach in erster Linie, um das schablonenhafte Blondchen quasi ausschließlich im knappen Bikini zu zeigen und ihm mit der Kamera voyeuristisch aufs Hinterteil zu zielen. Zudem wurde das Remake offensichtlich auf eine niedrige Alterfreigabe hin konzipiert, so dass man wirklich nackte Tatsachen oder explizite Gewalttätigkeiten gar nicht bzw. kaum zu sehen bekommt. Ansonsten hat man „Stepfather“ auf modern getrimmt, so dass jetzt Handys, Internet etc. eine Rolle spielen. Dylan Walsh reicht in seiner Darstellung leider nicht an das Original, Terry O’Quinn, heran. Er wirkt weniger gefährlich, weniger irre und verhält sich zu allem Überfluss auch noch dümmer, was nicht so recht zur Rolle des verschlagenen Psychos passen will. Insgesamt wirkt das Remake wesentlich zahnloser als Rubens Verfilmung, zudem stellenweise fürchterlich konstruiert und vorhersehbar. Der Horroranteil wurde um ein Vielfaches zurückgeschraubt und die Atmosphäre, dieser besondere Thrill des Originals, fehlen leider. Somit reiht McCormicks 2009er-„Stepfather“ erwartungsgemäß in die Vielzahl überflüssiger Remakes ein.