2 singende Kommissare machen es sich auf Neuwerk gemütlich, lösen einen Fall und trinken eifrig Grock.
Story:
In der Nähe der Nordseeinsel Neuwerk wird der Hamburger Schiffsdirektor Drost ermordet Im Watt aufgefunden. Während Brockmöller (Charles Bauer) in Hamburg recherchiert, verbringt Stoever (Manfred Krug) seine Arbeitszeit auf Neuwerk. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Die Einwohner sehr sind verschwiegen. Aber mit einer Schwimmtour durch die Nordsee, Musik, Scharfsinn und viel Alkohol löst das Duo auch diesen kniffligen Fall.
Sicherlich einer der außergewöhnlichsten Tatorte. Kurze Einführung, dann der Mord..... Alles in typisch bewährter Tatortmanier. Ausnahmsweise geht das Duo dann getrennt vor. Während Brockmöller „normale“ Arbeit in Hamburg verrichtet, darf Stoever sich auf Neuwerk einnisten. Genau dieser exotische Teil, macht diesen Tatort zu etwas besonderem. Spitze. Mal ganz zu schweigen von den spitzfindigen Dialogen und Kabbeleien zwischen den beiden Kulttatortkommissaren. Die Aufklärung des Mordes wird da glatt zur Nebensache.....
Musik:
Eher im Hintergrund. Auffallend die hinterlistige Klaviermusik. Der Zuschauer wird das Gefühl nicht los, das etwas im Busche ist. Ansonsten natürlich noch die kultigen Musikeinlagen der beiden Hauptdarsteller. Gewohnt solide Tatortarbeit.
Atmosphäre:
Normalerweise sind mir die Tatortfilme ein wenig trocken und einfach gemacht. Aber dank der exotischen Location ist dieser Tatort sicherlich einer der Highlights der Serie. Das Duo Brockmöller/ Stoever trennt sich um getrennt zu ermitteln, um später auf Neuwerk über ihren Lebensabend zu philosophieren. Während Brockmöller in Hamburg dubiose Geschäfte in einem Neubaugebiet auf die Schliche kommt, versucht Stoever den Mord vor Ort aufzuklären. Notgedrungen versteckt er sich auf einem Kutterboot und darauf eine Runde in der eiskalten Nordsee schwimmen um in letzter Sekunde gerettet zu werden. Das folgende Gespräch im Bad zwischen den beiden ist dann auch wieder herzallerliebst und voller dummer Sprüche ;-)
Das Gewicht des Films liegt aber ein wenig zu sehr auf den beiden Hauptcharakteren, so das es hier im Gegensatz zu anderen Tatorten etwas schwerer ist, alle Verbindungen und die Auflösung zu verstehen. Ein kleiner Nachteil, den die beiden großartigen Darsteller mit sich bringen. Mit jeder Menge Gemütsruhe fahren die beiden dann raus aufs Watt und verhaften den Mörder. Gelöst ist der Fall. Am Abend vorher, gibt es übrigens noch die bekannte Gesangeinlage. Mit viel Alkohol wird am Klavier „Over the rainbow“ gesungen. ;-) Insgesamt kein übermäßig spannender, aber netter Krimi zum entspannen. Eine großartige Story sollte man daher nicht erwarten.
Schauspieler:
Charles Bauer und Manfred Krug sind das Duo Brockmöller und Stoever. Schade, dass die beiden Kommissare inzwischen in Rente sind. Das erfolgreichste Tatortduo gab jedem Tatort eine eigene Note mit. Beide Schauspieler ergänzen sich prima, ihre Musikeinlagen sind kult. Gewürzt wird jeder Fall noch durch die Kabbeleien zwischen den beiden. Auch von ihrem Alter und vom ruhigen und sympathischen Auftreten sind sicherlich genau die Personen, die man sich für einen Feierabendkrimi zum entspannen braucht. Klassisch und kultverdächtig.
Fazit:
Ungewöhnliches Highlight der Tatortserie. Gewicht liegt auf dem ungewöhnlichen Tatort Neuwerk und den beiden Hauptdarstellern. Die Geschichte wird ein wenig in den Hintergrund gerückt. Wer auf das Duo steht, sollte sich diesen Krimi unbedingt ansehen. Aber auch Nichtfans (wie ich) kommen auf ihre Kosten.