(Spoiler inside)
Wer an der inhaltlichen Leere von Soderberghs "Ocean's Eleven" herummeckern möchte, muß erstmal das Original mit Frankieboy gesehen haben. Lewis Milestone hat hier keinen Meilenstein geschaffen, als er das Ratpack in einer Gaunerkomödie der coolen Art (cool für 1960) gemeinsam auf Film gebannt hat.
Inhaltlich ist das dieselbe Chose wie im Remake, nur daß man sich hier gleich an fünf Kasinos versucht und es kein Happy End gibt. Allerdings scheint ein derber Windstoß die Drehbuchseiten kräftig in die Wüste geweht haben, denn was im Film abläuft, hat mit Dramaturgie kaum etwas zu tun.
Eine volle Dreiviertelstunde vergeht mit der Sammlung der elf Mitglieder des Raubs, ohne das das Ziel dieser Zusammenkunft in irgendeiner Form mal erwähnt würde. Man trifft sich, begrüßt sich, haut sich auf die Schulter, plaudert aus alten Zeit und trällert mal ein Liedchen; einige zieren sich, anderen wird beinahe so etwas wie ein Teilnahmegrund mitgeliefert, einer ist sogar todkrank. Das alles ist so wenig spannungsfördernd und beiläufig in Szene gesetzt, daß das Interesse schon sanft entschlafen ist, wenn Frankieboy Sinatra endlich mal vom Raub spricht.
Leider wird es später auch nicht besser. Die Planskizzen zum Raub sind bestenfalls lachhaft, die Casinos viel zu leicht auseinandernehmbar, es gibt nicht genug Wachleute und daß 1960 einfache Blechmülltonnen hinter Casinos gefüllt wurden (und pro Casino nur eine Handvoll rumstanden) wollen wir mal gar nicht glauben.
Auch hier gibt es kaum Spannungsaufbau und einen Charakterkontakt findet auch nicht statt. Frankieboy ist eher unsympathisch, Angie Dickinson kaum gebraucht, Sammy Davis kann eh nur lachen und bei Dean Martin geht immerhin die Sonne auf, wenn er mal singt.
Dafür haben wir eine unnette Schlußpointe, die den ganzen langen Film tatsächlich im Nichts enden läßt. Und als wäre das ein Zeichen, daß den Autoren nichts mehr eingefallen ist, blendet der Film einfach aus, als man deprimiert durch die Straßen läuft. Signifikant, finde ich.
Allerhöchstens kann man das wegen der ungewöhnlichen Darstelleranhäufung als Kuriosität genießen, doch soll mir das Ding niemand als Mahnmal der 50/60er-Coolness verkaufen, dann führe ich mal "Rebel without a Cause" und "Bonnie und Clyde" an, die sich gegen dieses lustlose Kommerzprodukt den Arsch ablachen würden, wenn...ja, wenn sie nicht so cool wären. (4/10)