Review

2018: Skynet hat das jüngste Gericht eingeleitet und einen Großteil der Menschheit getötet. Viele der überlebenden Menschen haben sich dem Widerstand angeschlossen und den Krieg gegen Skynet und die Maschinen unter der Führung von John Connor, gespielt von Christian Bale, begonnen. Als dann eine Maschine auftaucht, die offensichtlich mal ein Mensch war und sich auch für einen Menschen hält, ergeben sich für Connor neue Gefahren, aber auch neue Möglichkeiten, auf die er auch angewiesen ist, da sich sein Vater, der noch nicht in die Vergangenheit gereist ist, in den Händen der Maschinen befindet.

Der erste "Terminator" überzeugte vor allem durch sein düsteres, dreckiges Flair und seine relativ intelligente Story, während der zweite Teil der ersten Trilogie vor allem wegen seiner visionären Effekte und seinen zahlreichen Action-Szenen hervorragend unterhielt, genauso, wie der dritte Teil, bei dem es sich ebenfalls um einen überdurchschnittlichen Actionfilm handelte. Allerdings lies die Trilogie auch Fragen offen, so wurde die Zukunft, in der John Connor schließlich den Widerstand anführt und die Maschinen besiegt, nie gezeigt, auch wenn in jedem Teil gleich mehrere Menschen und Maschinen aus eben dieser Zukunft auftauchten, um verschiedene Missionen zu erfüllen. Mit der zweiten Trilogie, für die "Terminator - Die Erlösung" den Auftakt darstellt, sollte diese Zukunft schließlich gezeigt werden, aber das Potential wird leider über weite Strecken verschenkt und somit handelt es sich hierbei um den bisher schwächsten Teil der Reihe und ein vollkommen belangloses Sequel.

Im Wesentlichen nimmt sich "Terminator - Die Erlösung" schon mit seinem miesen Skript die Chance, über das Mittelmaß hinauszukommen. Die Handlung wirkt anfangs sehr zerfahren, in den Anfangsminuten tut sich der Film relativ schwer damit, die neue Ausgangssituation zu schildern, die neuen Handlungsfäden zu eröffnen und diese schließlich zum Plot zusammenlaufen zu lassen. Die Eröffnung macht damit einen relativ konfusen Eindruck und nimmt kaum an Fahrt auf, so dauert es relativ lang, bis der Film einen ordentlichen Unterhaltungswert entfaltet. Der anschließende Plot ist jedoch kaum besser und bewegt sich relativ langsam, ohne sonderlich große Überraschungen zu bieten, auf sein Ende zu und schafft es dabei kaum, doch noch einen geschickten Bezug zu der ersten Trilogie herzustellen. Der finale Twist ist ebenfalls nicht so gut, wie er wohl sein sollte und damit enttäuscht die Handlung auf ganzer Linie. Zu allem Überfluss versucht der Film dann auch noch, die Frage zu tangieren, was den Menschen eigentlich ausmacht, ihn von Maschinen unterscheidet, die Frage danach, was Menschlichkeit und Humanität eigentlich auszeichnet, vor allem im Zusammenhang mit dem Mensch/Maschinen-hybriden aufzuwerfen. Diese Versuche ziehen jedoch lediglich Längen mit sich, wirken nur, als wolle man diese Mogelpackung künstlich aufblasen und verursachen darüber hinaus einige, wirklich dämliche Dialoge.

Ein zweites großes Ärgernis ist Christian Bale. Im Alter von nur dreizehn Jahren hatte er in Spielbergs "Das Reich der Sonne" eine herausragende Leistung vollbracht, woraufhin starke Vorstellungen in "American Psycho", "Todeszug nach Yuma" oder "Prestige" folgten, bis er schließlich zu den gefragtesten und bestbezahlten Darstellern Hollywoods aufstieg, aber dem stehen auch weniger starke Leistungen, wie etwa zuletzt in "The Dark Knight" gegenüber, aber das, was er hier zeigt, ist eine Frechheit. Nicht, dass Schwarzenegger besser gewesen wäre, aber von Bale hätte man sich mehr erwarten können, als diese vollkommen blasse, farblose und hölzerne Vorstellung, mit der er der Rolle des Retters der Menschheit, John Connor, nicht einmal im Ansatz gerecht wird. Mimisch vollkommen missraten, möglicherweise gelangweilt, weil deutlich unterfordert, ist seine Leistung sehr schwach, wobei auch die restlichen Darsteller nicht sonderlich stark spielen, so überzeugt auch Sam Worthington als Mensch/Maschinen-hybrid kaum, während Anton Yelchin in der Rolle von Connors Vater zumindest eine solide bis ordentliche Leistung zeigt. Und die Darsteller, die noch mehr Potential gehabt hätten, nämlich Michael Ironside und Helena Bonham Carter, werden in verschwindend kleinen Nebenrollen verheizt.

Im Endeffekt ist es die Regie von McG (Joseph McGinty Nichol mit bürgerlichem Namen), die zumindest etwas rettet, wenngleich auch sie nicht ganz makellos geworden sein mag. McG, der mit "Drei Engel für Charlie" und "Drei Engel für Charlie - Volle Power" genügend Erfahrungen bei der Umsetzung von Action-Sequenzen gesammelt haben dürfte, leistet in dieser Hinsicht auch hier gute Arbeit. So sind die aufwendigen Action-Szenen, die gewaltigen Pyrotechnik-Einsätze, die rasanten Verfolgungsjagden, die durchaus gelungenen Effekte mit Übersicht in Szene gesetzt und wissen durchaus zu gefallen. Dabei verwendet er meist Handkameras, womit die Schlachten und Kriegsschauplätze sicherlich angemessen in Szene gesetzt sind und der Eindruck, näher beteiligt zu sein, durchaus entsteht. Während vor allem im Mittelteil also viele gelungene Action-Sequenzen vorhanden sind, enttäuscht der Showdown später leider dennoch und erzeugt kaum Vorfreude auf den fünften Teil.

Die Ausstattung ist hervorragend gelungen, genauso, wie das Design der verschiedenen Roboter, Terminatoren und Flugobjekte und so macht der Film optisch einiges her. Zudem verbreiten die Kulissen des vollkommen zerstörten Amerikas, mit in Trümmern liegenden Städten und riesigen, trostlosen Einöden zumindest teilweise eine düstere, depressive Endzeit-Atmosphäre, die ebenfalls durch den Handkameraeinsatz, sowie durch den Einsatz von Farbfiltern, die das Geschehen noch trostloser wirken lassen, gut zur Geltung kommen, aber auf mehr als auf visuelle Werte lässt sich "Terminator - Die Erlösung" leider nicht reduzieren. Dafür ist das Erzähltempo von McG nicht allzu gut gewählt, Spannung und Dramatik entstehen kaum, überhaupt wirkt das ganze Projekt über weite Strecken sehr ausdruckslos, unbeseelt, plastisch und seelenlos. Am offensichtlichsten wird dies beim kaum auffallenden Score, der überhaupt keine Akzente setzt, dabei wäre es gerade bei einem solchen Projekt sehr wichtig gewesen, wenigstens durch eine gewaltige, pompöse Filmmusik eine gewisse Größe zu erzeugen und den Action-Sequenzen einen gewissen akustischen Rahmen zu bieten. Bleibt zu hoffen, dass die Macher ihre Konsequenz trotz des zu erwartenden, hohen Einspielergebnisses ziehen und die Autoren, am besten auch den Regisseur, durch bessere ersetzen.

Fazit:
Visuell sehr beeindruckend inszeniert, verbreitet "Terminator - Die Erlösung" zumindest stellenweise ein düsteres, tristes Endzeit-Flair, weiß aber darüber hinaus kaum zu überzeugen. So ist die Story leider überaus flach und kalkulierbar, der Film lässt einen wirklich auffälligen Score komplett vermissen und auch unter darstellerischen Gesichtspunkten gibt es wenig Positives zu vermelden. Das Projekt wirkt damit unbeseelt und uninspiriert und schafft gerade so den Sprung ins Mittelmaß und mit den guten Action-Sequenzen einen halbwegs soliden Unterhaltungswert. Bleibt zu hoffen, dass die Trilogie nach diesem ernüchternden Start vielleicht doch noch die Kurve bekommt.

50%

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