So, das ist er also, der neue Terminator. Da ich bereits im Vorfeld keine allzu hohen Erwartungen hatte, bin ich nun im Endeffekt auch nicht total enttäuscht.
Nun ist die Handlung also in die Zukunft verlegt und wir sehen den Krieg gegen die Maschinen, möchte man zumindest meinen. Denn schon an diesem Punkt offenbart sich die Hauptschwäche des Films: Das schlechte Drehbuch.Zur Story lässt sich sagen, dass sie in zwei Handlungsstränge gespalten ist. Auf der einen Seite haben wir John Connor, der zwar dem Widerstand gegen die Maschinen angehört, sich aber (noch) einer anderen Administration unterordnen muss. Nun haben die Menschen scheinbar endlich ein Mittel gefunden, die Maschinen erfolgreich zu stoppen und wollen das auch gleich mal Hals über Kopf an Skynet ausprobieren.Auf der anderen Seite sehen wir jemanden namens Marcus, der am Anfang des Films exekutiert wird und vollkommen ahnungslos in der Zukunft wiedererwacht. Ihm läuft dann auch gleich ein weiterer, sogar relativ bekannter Charakter über den Weg und gemeinsam suchen sie nach John Connor.
Ich denke das reicht um zu wissen, dass die ganze Story nur dazu dient den Film einigermaßen zusammenzuhalten statt eine interessante Geschichte zu erzählen. Zu oft offenbaren sich extreme logische Schwächen. OK, nun kann man argumentieren, dass die alten Terminator Filme auch nicht gerade mit totaler Logik aufwarteten. Aber in Terminator 4 beginnt man einfach viel zu früh damit sich unablässig lästige Fragen zu stellen. Zum Beispiel über die Denkweise von Skynet oder auch des Widerstandes. Man fragt sich, warum die Menschen auch im Angesicht totaler Vernichtung lieber egoistische Machtspielchen austragen, statt an einem Strang zu ziehen oder weshalb der Widerstand technisch so verdammt gut ausgerüstet ist, in einer sonst total zerstörten Welt. Nun ja, da ich nicht übermäßig spoilern möchte, haken wir die Story einfach als relativ misslungen ab.
Kommen wir also zum nächsten Schwachpunkt: Den Charakteren. Was habe ich mich gefreut, als ich hörte, dass Christian Bale die Rolle des John Connor spielen würde. Ich mag den Kerl einfach und hey, er ist der einzige in diesem Streifen, der zu Normalform aufläuft. Aber ein Christian Bale rettet leider nicht einen ganzen Film. So bleiben sogesehen alle anderen Figuren blass. Woran liegt es? Sie haben allesamt zu wenig Screentime. Es gibt keinen einzigen Moment, in dem man anfängt sich mit den Figuren zu identifizieren oder wirklich mit ihnen mitzufiebern. Nicht mal John Connor gelingt das so recht, aber er ist zumindest noch recht nahe dran. Der Rest ist leider fast durchweg ein Totalausfall.
Des Weiteren fehlt dem Film extrem, was es in den früheren Teilen stets gab: Ein Gegenspieler. Maschinen gibt es hier zwar en masse zu sehen, aber viel zu schnell sind sie ausgehebelt oder ausgetrickst. Das Gefühl von wahrer Bedrohung, dieses „Terminator – Feeling“ kommt dann tatsächlich erst auf, als zum Showdown des Films der T-800 zu sehen ist. Das weckt Erinnerung und der computeranimierte Schwarzenegger war nun auch nicht so schlimm anzusehen. Leider erfolgt das erst viel zu spät. Vorher werden zwar die alten Teile des Öfteren zitiert, aber ihre Stärken werden nicht ausgespielt. So entwickelt der Film, obwohl recht kurzweilig, bis eben zum Ende keinen richtigen Drive.
Ich könnte nun noch etwas weiter kritisieren aber was bleibt eigentlich positives zu sagen? Nun ja, handwerklich gesehen ist der Film in Ordnung. Die Action Sequenzen sind durchaus gelungen und nett anzusehen. Es geht viel zu Bruch und es wird mitunter auch wirklich spektakulär. Es reicht eben zusammen mit einem guten Christian Bale nur nicht aus um den Streifen übers Mittelmaß hinaus zu befördern. Auch gelungen ist die musikalische Kost von Danny Elfmann, aber das ist man ja eigentlich auch so gewöhnt.
Was haben wir also im Endeffekt? Einen kurzweiligen Actionfilm, der nichts Innovatives zu bieten hat und der sich den Vorwurf „Geldmacherei“ gefallen lassen muss, gerade mit Blick darauf, dass die Filmproduktionsfirma wohl mehrfach in die kreative Freiheit des Regisseurs eingegriffen hat, was wiederum einen möglicherweise besseren Film verhindert hat. Man muss ihn nicht unbedingt gesehen haben, aber er ist auch nicht total misslungen.Da ich glaube gehört zu haben, dass dies nur der Auftakt zu einer neuen Trilogie sein soll, möchte ich jedoch noch sagen: Es kann nur besser werden, außer Michael Bay ist für den nächsten Teil verantwortlich.