Wer kennt ihn nicht den Klassiker mit Arnold Schwarzenegger? Den guten alten "Terminator" von James Cameron. Bis heute sicherlich einer DER Kultfilme der 80er und auch wenn ich ihn nicht ganz so genial fand, wie manch andere, ein absolut erstklassiger Film mit starker Action, düsterer Atmosphäre und einer hochinteressanten Story ist er allemal. Definitiv ein Must-See für jeden, der auch nur ansatzweise Actionfilme oder Sci-Fi mag. Auch der zweite Teil ist ein absoluter Klassiker, der dme ersten Teil in nichts nachsteht. Sicherlich diesmal jugendfrei, aber an sowas sollte man sich nicht stören, vor allem nicht bei einem so starken Film. Irgendwann kam dann sogar ein dritter Teil heraus.
Und dieser war dann durchaus umstritten. Anstatt düsterer Atmosphäre gibt es hier nur Action. Tonnenweise Action. Es ist beizeiten eine Zerschrotungsorgie, die für die damalige Zeit fast einmalig war. Natürlich bleibt bei so viel Action und Special FX irgendwo die Atmosphäre und die Story auf der Strecke, gerade wenn man, wie hier, verstärkt auch Humor einbaut, um das Ganze dem heutigen jugendlichen Publikum schmackhafter zu machen. Dennoch, der Humor stand dem bunten Treiben durchaus gut und selbst wenn Story und Atmosphäre nicht mehr so stark sind, wie in den Vorgängern, fehlen tun sie auch nicht.
Als dann ein vierter Teil angekündigt wurde waren sicherlich viele ersteinmal überrascht. Und sicherlich auch neugierig (mal die Schwarzseher, die sich gleich die Hand an die Stirn geklatscht haben, aussen vor). "Terminator Salvation" erzählt uns nun das, was wir eigentlich schon wissen: John Connor ist Kämpfer des Widerstands gegen Cyberdine und fast schon soetwas wie ein Held. Er war derjenige, der Kyle Reese (seinen Vater) in die Vergangenheit geschickt hat, um seine Mutter zu beschützen (wodurch er dann auch entstanden ist). Natürlich hat er Reese noch nicht gefunden, sucht aber brav weiter nach ihm. bei einem anderen Auftrag jedenfalls wird seine komplette Einheit, ihn ausgeschlossen, vernichtet. Dabei bemerkt er, dass das T-800 Projekt schon ziemlich weit fortgeschritten ist. Für seine Chef ist allerdings etwas anderes viel wichtiger: Sie haben herausgefunden, dass sie mit einem gewissen Signal die Maschinen abschalten können. Das wollen sie sich zu Nutze machen und Cyberdine vernichten. Allerdings wacht bei dieser Mission auch Marcus, ein ehemaliger Schwerverbrecher, der seinen Körper Cyberdine vermacht hat, auf. Dieser will herauskriegen was Cyberdine mit ihm gemacht hat und macht sich auf den Weg. Dort trifft er, ihr habt es erraten, Kyle Reese.
Achtung Spoiler!
Nunja, es gibt weitere Verstrickungen, dennoch passiert wenig, das man nicht erwartet. Natürlich wird Reese gerettet, natürlich überlebt John Connor, natürlich ist Marcus eine Maschine, die selbstverständlich nur das tut, was Cyberdine wollte und sich am Ende natürlich dagegen auflehnt.
Spoiler Ende!!!
Irgendwie kann jeder solche Wendungen vorhersehen, schließlich wissen wir ja, wie es letztend Endes ausgehen wird und schließlich kennt jeder von uns ähnlich geartete Filme. Dennoch ist das nicht der Hauptkritikpunkt an "Terminator: Salvation". Mir war irgendwie klar, dass es handlungstechnisch nicht der größte Wurf sein wird. Der Hauptkritikpunkt bezieht sich auf das, was eigentlich die größte Stärke des Filmes hätte sein müssen: Die Atmosphäre. Wir haben das Jahr 2018, die Welt ist untergegangen durch Cyberdine, am viel zitierten Judgement Day (was einem nichtmal mehr im Ansatz gezeigt wird). Die Menschen sind verloren, haben keine wirkliche Überlebenschance und so weiter und sofort. kennen wir aus vielen Filmen. Leider nutzen viele Filme ein solches Szenario besser. Natürlich ist der "Hochglanz-Apokalypse"-Look durchaus ansprechend, selbstverständlich haben wir viele bekannte Endzeit-Elemente (unterirdische Bunker, Gruppierungen, die sich verstecken und zerstörte [fast] Geisterstädte), aber irgendwie ist alles nicht annähernd so düster, wie es in Teil 1 beschrieben wurde.
Denn wer glaubt, wir erleben hier das Endzeitszenario, das sich jeder Terminator-Fan erwünscht hat, der hat sich geschnitten. Viel mehr ist es ähnlich wie mit Teil 3: Es gibt einiges an Krawumm-Action (wobei der Film hier keine neuen Maßstäbe setzt) und diese soll auch das Highlight des Filmes bleiben. So wurden all die Chancen auf eine tiefgreifendere Charakterisierung John Connors oder von Marcus ausgelassen, die Endzeitatmosphäre ist da, doch die Menschen wirken gar nicht so hilflos und am Ende, wie man vorher gedacht haben mag und anstatt Hochspannung pur, gibt es halt diverse, ordentlich inszenierte, Actionszenen.
Nicht falsch verstehen, "Terminator: Salvation" ist ein ansehnlich inszeniertes Actionvehikel, bei dem nie Langeweile aufkommt und das auch durchaus atmosphärisch ist. Terminator Fans sollten ihn sich ebenso anschauen wie Action- oder Sci-Fi-Fans. Nur sollten sie keinen Überkracher erwarten. Denn dieser Film nutzt nur einen Teil seines Potentials. Wenn man sich damit abfindet bleibt gutes Popcorn-Kino, das gerade auf BluRay etwas hermacht. Wenn man sich denkt "ganz oder gar nicht", dann wird man bitter enttäuscht sein.