Ein Mann bekommt eine SMS von seiner Freundin, er solle in ihr Haus kommen um einen gemeinsamen Abend zu verbringen. Er schnappt sich den Schlüssel unter dem Fussabtreter und schaut sich im Haus um. Von Tanja keine Spur und überall sitzen ulkige Kuschelpuppen herum. Als dann plötzlich das Fernsehen seltsame Szenen auf mysteriöse Weise zeigt und die Rollläden automatisch zugehen, weiss der Mann, dass er hier nicht mehr rauskommt. Doch was steckt dahinter.
Deutsche ambitionierte Amateurfilmer und ihre gewagten Kurzfilme. Was selten gut geht, kann sich auch manchmal als echt unterhaltsamer Spass entpuppen. Wie auch im Falle von Evil Puppets, eigentlich ein etwas gewagter Titel, auch wenn er aufgrund der wahren Intention doch wieder passend ist. Denn wie so häufig ist dieser Kurzfilm auf eine Poente aus. In diesem Falle zündet diese zwar weniger, da man ohnehin im Vorfeld weiss, welche Absichten sich hinter der Story verstecken. Denn während die SMS mit einer verführerischen Nacht verspricht, kommt im nächstliegenden Moment die Ernüchterung. Die dargezeigten Fotos eines Mannes sind der Knackpunkt in der Story, die Puppen eigentlich bloss Beiwerk um Tanja eine Figur zu verleihen. Denn Tanja bekommen wir als Mensch nie zu Gesicht, zu Gesichte bekommen wir bloss Szenen, die dem Mann in diesem Haus in entferntester Zukunft passieren werden. Warum weiss keiner, schliesslich ist das hier reinster Geisterhaushorror, handwerklich in seiner Umsetung routiniert, wenn auch mit simplen Tricks. Für Amateurverhältnisse ist das recht ansehnlich, wenn auch durchschaubar. Die Puppen fordern aber dennoch die Spannung, auch wenn sie bloss rumsitzen und nichts tun. Aber darin liegt dieser Reiz des Films, denn in Dingen, die sich nicht bewegen, aber starren, da steckt der Horror. Und während ab und an Stimmen Tanjas schreien, wird der Mann im Haus gefordert und ans Ende getrieben, bis genau das passiert, was prophezeit wurde. Was dann am Ende mit dem jungen Mann passiert, der zuvor auf den Fotos zu erkennen war, tja, dass ist wohl nun logisch.
Fazit:
Handwerklich gelungener Amateurkurzfilm der angenehm kurzweilig unterhält. Tricktechnisch simpel aber effektiv, die Poente sitzt weniger. Solide.
62%