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Regiedebütant Jake Kasdan versucht mit "Nix wie raus aus Orange County" eine etwas andere Teenie-Komödie zu schaffen, was ihm aber nur teilweise gelingt. Denn der Film weiß nicht so recht, was er nun sein will: Komödie, Drama oder Satire! So hat man den Eindruck, einen Film zu sehen, der in verschiedene Richtungen will, aber in keiner Richtung wirklich einschlägt.

Der Unfalltod eines Kumpels lässt Schüler und Surfer Shaun Brumder (Colin Hanks) nachdenklich werden. Bald macht er eine erstaunliche Wandlung durch: Die Schulnoten bessern sich, Shaun wird zum Bücherwurm - und bewirbt sich an der Elite-Uni Stanford. Mit dieser Idee erntet er bei Freunden und Familie nur Gelächter. Aber wenigstens Freundin Ashley (Schuyler Fisk) unterstützt Shaun. Selbst eine Absage von Stanford entmutigt ihn nicht. Denn Shaun glaubt an eine Verwechslung - und er hat einen wilden Plan...

Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass Hauptdarsteller Colin Hanks (Ran an die Braut) allein durch die Tatsache, dass er Tom Hanks' Sohn ist, die Rolle zugeschoben bekommen hat. Denn wirklich warm wird man mit seinem Charakter nicht und den anfänglichen Sonnyboy nimmt man ihm nicht ab. Zwar mag er ein paar recht nette Szenen haben, doch seine Rolle hätte auch ein anderer Schauspieler besser spielen können. Wenn man einen genommen hätte, dem der Begriff Sonnyboy regelrecht auf die Stirn geschrieben wäre, wäre es eventuell um einiges lustiger geworden. Sissy Spacek-Tochter Schuyler Fisk (American Gun) macht ihren Job passabel, fällt aber auch nicht wirklich auf. Das tut hingegen schon eher Jack Black (King Kong) als kiffender Bruder, der (fast) nur Scheiße baut. Als Comedy-Act macht er einen guten Job, während er bei ernsthafteren Szenen eher gebremst daher kommt. Gut gefallen hat mit auch John Lithgow (Cliffhanger) als reicher Vater. Einige seiner Dialoge sind schon ziemlich witzig ("Worüber willst du denn schreiben? Du bist nicht schwarz, wirst nicht unterdrückt und bist nicht schwul!"). In Ordnung geht auch Catherine O'Hara (Kevin - Allein zu Haus) als Alk-Mum. In Gastauftritten agieren dann noch Ben Stiller (Voll auf die Nüsse), Kevin Kline (Wild Wild West) und Chevy Chase (Schneefrei).

Wie oben schon erwähnt, weiß Jake Kasdan nicht wirklich wohin er mit "Nix wie raus aus Orange County" steuern will. Storymäßig kommt der Film wie ein Jugenddrama daher, ist inhaltlich aber mehr eine Komödie als ein Drama. Die Mischung aus Drama und Komödie mag zwar in anderen Filmen funktionieren, doch hier eben nicht. So bleibt von den Drama-Elementen nicht mehr allzu viel übrig, da sie mehr oder wenigen guten Gags Platz machen müssen. Besagte Gags zünden dann auch nur teilweise, und lediglich Jack Black weiß was mit dem Wort Comedy was anzufangen. Am Ende kommt die Hauptfigur zu der lahmen Erkenntnis, dass man sich im heimischen Kaff am wohlsten fühlt usw., was aber nicht gerade neu ist. Demnach viel Lärm um Nichts. Die ganzen Mühen nach Stanford (was zwischendurch mal abgefackelt wird) zu kommen also für die Katz! Das hätte man sich auch irgendwie sparen können. So wie Shaun für seinen Roman noch kein Ende hat, so hat Kasdan für den Film nur ein mühdes Alibi-Ende übrig, da er vermutlich anfangs selber nicht so recht wusste, wie der Film nun enden soll.

Somit nur ein weiteres Hochpuschen von Hollywoods Bälgern. Lediglich einige Darsteller (Black, Lithgow), Gastauftritte und Gags halten Colin und den Film über Wasser. Auch wenn Colin Hanks durchaus etwas Schauspiel-Talent vom Vater geerbt hat, so sollte er sich doch lieber einen anderen bzw. normalen Beruf suchen. An seinen Alt wird er eh nie herankommen.

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