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Schon "American Pie" war eine Teenie-Komödie die, neben ihren Sexwitzchen vor allem auf eines setzte: seine sympathischen Figuren, mit denen man sich selbst identifizieren konnte. Viele Sex-Komödchen von heute fehlt diese Gabe völlig und sie setzten nur noch auf den Fäkalhumor, wodurch sich nicht viel mehr als Ödland ergibt. Eine Komödie, die allerdings fernab jeglichem Rülps- und Pupshumor ist und zu 100% auf seine genialen Charaktere setzt ist die kleine, aber feine Komödie "Nix wie raus aus Orange County"!

In "Orange County" machen die Figuren die Musik. Da hätten wir den sympathischen Antihelden Shaun, bei dem so ziemlich alles schief läuft, was er nur anfasst und für den man eigentlich nur Mitleid empfinden kann. Dann seinen Bruder Lance, der außer Kiffen nichts gelernt hat, aber seinem Bruder überall zu helfen probiert, wo es nur geht. Zudem die durchgeknallte Säufer-Mutter Cindy, die ihrem Sohn einfach nur peinlich ist und seine nicht ganz so schlauen Freunde, die außer Surfen nicht viel im Kopf haben. Und dies sind nur einige Beispiele! Allesamt ergeben sie einen munteren Haufen Spinner, die aber einem allesamt irgendwie höchst sympathisch sind und niemals übertrieben in Szene gesetzt werden. Man lacht und fühlt regelrecht mit ihnen mit. Soviel Charaktertiefe wie hier hat man selten in einem Film dieser Art erlebt.

Die Jokes des Film spielen sich (nahezu) allesamt über der Gürtellinie ab und sind, wie schon erwähnt fernab jeglichem Fäkalhumor o.ä.! Zwar dauert es etwas bis es so richtig lustig wird (viele Blindgänger kommen schon (aber auch nur-) am Anfang vor) und auch richtige Brüller sind nur spärlich gesät, doch aus dem Schmunzeln kommt man eigentlich durchgehend nicht heraus.

Die Geschichte passt zudem recht gut und könnte aus dem Leben gegriffen sein.

Ein weiterer Pluspunkt für den Film ist zudem sein großartiges, aus großen und kleinen Stars gemischten, Schauspielerensemble. Alle Darsteller spielen ihre Charaktere glaubhaft und überzeugend. Da hätten wir zum einen den jungen Colin Hanks, bei dem man schon merkt dass er der Sohn von einem ganz großen Star unserer Zeit ist. Dann der wunderbare Jack Black, der mal wieder schön durchgedreht seinem Kiffer-Charakter leben einhaucht und die großartige Catherine O'Hara, die schon in "Kevin allein zu Haus" bewiesen hat, dass ihr die Mutter-Rolle steht. Ganz toll sind aber auch die kurzen Cameo-Auftritte von Ben Stiller als Feuerwehrmann, Chevy Chase als gleichgültigen Lehrer und vor allem Kevin Kline als Uni-Professor und Schriftsteller Marcus Skinner! Da macht das Zuschauen Spaß!

Fazit: Kleine und durch und durch charmante Highschool-Komödie die vor allem mit seiner netten Story und den tollen Figuren, die von netten Darstellern gespielt werden, punkten kann. Mit Jokes die kaum unter die Gürtellinie rutschen und vielen (nicht ganz so) großen und kleinen Lachern sind kurzweilige 79 Minuten Film garantiert!

Wertung: 7,5/10

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