Review

Indiedarling mit Teenagermarotten


Orange County werde ich wohl ewig mit „O.C. California“ in Verbindung bringen, einer meiner liebsten Serien als junger Jugendlicher. Doch diese kleine Indieperle getarnt als Highschool-Blödelei und Jack Black-Vehikel kam noch deutlich vor der Teeniesoap, verwendete schon vorher dessen Titelsong und zeichnete ein vielleicht sogar noch ein ganzes Stück sonnigeres Bild dieses wohlbetuchten Teils von Los Angeles, Kalifornien. In der Beinahe-College-Comedy geht es um einen begabten und fleißigen und etwas steifen High School-Absolventen, der nichts lieber werden will als Schriftsteller und dafür fest eingeplant hat, auf die top angesehene Stanford Uni zu gehen. Doch als er von dort überraschend eine Absage bekommt, setzt er alle Hebel in Bewegung, um dies doch noch zu ändern...

„Orange County“ ist eher ein Geheimtipp, wenn überhaupt. Was wohl vor allem daran lag, dass er weder „American Pie“ noch „School of Rock“, weder „S.H.I.T.“ noch „Fast Times At Ridgemont High“ ist. Er spielt irgendwo zwischen den Grenzen von Indie und Teenie-Comedy, was Fans beider Lager etwas verunsichern und irritieren könnte. Doch Anhängern solider Filme, wird es zum Glück nicht so gehen und eine Einordnung in bestehende Schubladen muss ja auch nicht immer sein. „Orange County“ ist knackig und fluffig, leicht und seicht, eine echte Feel-Good-Zeit. Trotz all der Katastrophen und Unglücke, die unserem Helden passieren und von seinem Weg wegführen könnten. Oder etwa auf genau den richtigen?! Natürlich ist die Geschichte schnell vorskizziert und größere Überraschungen halten sich in Grenzen, aber die Reise dorthin beinhaltet genug gute Gags, Kurzweile und ein Herz, das lauter schlägt als gedacht. Plus einige Chameos von echten Comedylegenden, die man nicht verpassen will. Und einen jungen Jack Black in Hochform, mit ansteckend-frechem und meist in Unterwäsche. Jap, das ist ein Plus. Ebenso wie das sehr clevere, lustige Nutzen von Crazy Towns einem Hit "Butterfly" und dem insgesamt sehr ansprechenden Soundtrack (da auch von MTV mitfinaziert).

Fazit: „Orange County“ ist klein und fein, ungefährlich und ehrlich, leicht verdaulich und schnell vergessen. Trotz enormer Starpower. Eine Zwischenmahlzeit, recht kalorienarm und bekömmlich. Im Niemandsland zwischen dumm und clever, süß und blass, unreif und weise. Nett. 

Details
Ähnliche Filme