Review

Der Hofnarr kommt offiziell als Musical daher, bietet aber weit mehr Abenteuer- und Komödienelemente als so manch anderer Kostümfilm. Wer sich von Musicals immer abschrecken ließ (so wie ich), sei beruhigt: Die Musical-Einlagen kommen dezent und lustig daher, eigentlich so unaufdringlich, dass ich diesen Film mit dem Begriff Musical so gar nicht belegen möchte.

Zur Story:
England im 12. Jahrhundert: Eine kleine Gruppe Gesetzloser kämpft aus den Wäldern heraus unter der Führung des schwarzen Fuchses in bester Robin Hood-Manier gegen den bösen König Roderick I (Cecil Parker), der sich einst durch Kindsmord an die Macht gebracht hat. Doch das vermeintlich getötete Kind wurde in letzter Minute gerettet und der Obhut der Gesetzlosen übergeben, die nun den rechtmäßigen Thronerben an die Macht bringen wollen. Hawkins (Danny Kaye) wäre gern ein großer Kämpfer für die Sache der Gerechten, wird aber statt dessen vom schwarzen Fuchs mit der undankbaren Rolle der männlichen Amme für den königlichen Säugling betraut. Als er den königlichen Erben zusammen mit der Jungfer Jean (Glynis Johns) in Sicherheit bringen will, treffen die beiden unverhofft auf einen italienischen Spielmann names Giacomo, den "König der Narren und der Narr der Könige". Giacomo ist in Wahrheit allerdings auch ein Auftragsmörder, der die Berater des Königs meucheln soll, damit dessen Bündnis mit dem barbarischen Lord Griswold verhindert wird, mit dessen Hilfe König Roderick I sich der Gesetzlosen in seinen Wäldern zu entledigen erhofft. Auftraggeber für diesen Komplott ist der hinterhältige Sir Ravenhurst (Basil Rathbone), der dem König nahesteht, jedoch gern selbst die Macht übernehmen möchte.
Jungfer Jean und Hawkins betäuben Giacomo, und Hawkins schlüpft in dessen Rolle, um sich heimlich in die Burg des Königs einzuschleichen und den Schlüssel für einen Geheimgang an sich zu reißen, der die Rebellen direkt in die Burg des Despoten führen soll. Von der zwiespältigen Rolle des wahren Giacomo weiß er zu dieser Zeit allerdings noch nichts.

In der Burg angekommen, kommt es zu den üblichen Verwechslungen, zur Aufdeckung weiterer Intrigen und schließlich zum wohlverdienten Happy End.


Meinung:
Was in dieser Kurzbeschreibung so üblich schon x-mal gesehen klingt, ist in Wahrheit ein temporeiches Feuerwerk, in dem ein Gag den nächsten jagt. Nicht nur, dass sich Prinzessin Gwendolyn (Angela Lansbury) unsterblich in Hawkins alias Giacomo verliebt und ihn durch die Zauberkraft der ihr ergebenen Hexe Griselda (Mildred Natwick) betören lässt, verwechselt Hawkins den Kontaktmann der Rebellen innerhalb der Burg ausgerechnet mit dem finsteren Lord Ravenhurst und gerät derart in so manche knifflige Situation. Natürlich stolpert Hawkins mit seiner schusseligen Art mehr durch die Handlung, als dass er seine Abenteuer durch eigene Findigkeit besteht, so dass stets für die nötige Situationskomik gesorgt ist.

Die Qualität der Gags sollte man keineswegs als altbacken abtun - Der Hofnarr bietet hier erstklassige und später immer weder gern zitierte Lacher, die sich hinter den Klassikern von Monty Python oder des Zucker-Abrahams-Zucker-Trios nicht zu verstecken brauchen. Unvergessen vor allem das berühmte Turnier, während dessen Hawkins' Gegner Lord Griswold mittels eines vergifteten Tranks außer Gefecht gesetzt werden soll. Zudem erschwert ein Blitzeinschlag kurz vor Turnierbeginn Hawkins' Sache, indem er seine Rüstung magnetisiert, was wiederum für so einige punktgenaue Lachanfälle zu sorgen vermag.

Fazit:
Der Hofnarr ist vieles zugleich: Musical, Abenteuer, Mantel- und Degenfilm, anarchische Komödie, Verballhornung der damaligen Robin Hood- und Ritter-Filme - und vor allem seiner Zeit weit voraus. Mit dem für die 50er Jahre üblichen braven Familienkino hat dieser Film nicht viel gemein, auch wenn er dennoch auch als Familienfilm voll zu überzeugen vermag. Der Hofnarr deckt einfach eine unglaublich breite Palette ab, und trifft hierbei genau ins Schwarze.
Die Hauptfiguren sind schauspielerisch allesamt hervorragend besetzt, die hintergründigen Gags zünden genau im richtigen Moment, kommen niemals platt herüber und können vor allem auch heute noch voll überzeugen.

Meiner Meinung nach ein Meilenstein, vor allem, wenn man sich sein Entstehungsjahr anschaut. Von angestaubt kann hier jedenfalls keine Rede sein.

10/10

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