Grundsätzlich ist nichts daran auszusetzen, eine Hommage an zwei bekannte Exploitationfilme der Siebziger abzuliefern, doch wer lediglich imitiert und auf Biegen und Brechen versucht eine dreckige Atmosphäre zustande zu bringen, kann damit letztendlich nur scheitern.
Die katholischen Schulmädchen Catherine und Rebecca ziehen von Haus zu Haus, um Bibelutensilien zu verticken, doch in dem ländlichen Örtchen Moseley landen sie bei Lobo und Marla, welche ein dubioses Etablissement führen und vor keiner Gewalttat zurückschrecken. Nach einer Vergewaltigung dreht eines der Mädchen den Spieß um...
Deutlich standen "Ich spuck auf dein Grab" und "Last House on the Left" Pate, nur dass es hier deutlich mehr nackte Haut zu sehen gibt, was bereits beim Vorspann einsetzt. Die grobkörnigen Bilder und der permanent dudelnde Score mit Beatmusik lassen natürlich sogleich erkennen, dass die Chose auf eine Hommage an die schäbigen Rape-and-Revenge-Filme der 70er hinauslaufen soll, doch das Gesamtpaket wirkt viel zu bemüht und mit vielen Nackt - und Softsexszenen über weite Teile äußerst redundant, während sich (auch mit viel Wohlwollen) kein Sympathieträger herauskristallisiert.
Denn die Charakterentwicklung von einer streng gläubigen Katholikin hin zum eiskalten Racheengel erscheint zu keinem Zeitpunkt glaubwürdig und auch den halbwegs sicheren Umgang mit allerlei Waffen nimmt man der jungen Frau zu keiner Zeit ab.
Immerhin erhalten Gorehounds ein paar kleine Einlagen, wobei es eine Machete direkt im Hintern wohl noch nicht gegeben hat, während Kopfschüsse, ein Messer durch die Hand und eine Enthauptung kaum explizite Gewaltdarstellungen mit sich bringen. Ein Vorteil der Hommage: Die Effekte sind handgemacht, genauso wie die zahlreich entblößten Oberweiten ebenfalls naturbelassen sind.
Jedoch tritt das Geschehen viel zu lange auf der Stelle, indem man dem lahmen Treiben in einer Nacktbar beiwohnt, zwei Damen beim Koks-Deal Zärtlichkeiten austauschen und, um an einigen Tabus zu rütteln, Beischlaf mit einer soeben Getöteten vollzogen wird.
Doch im Gegensatz zu den Originalen ist man weder angewidert, noch schockiert, da eben viele Momente zu gewollt erscheinen und ein Großteil der Mimen zu bemüht agiert, um die anvisierte Stimmung glaubhaft zu transportieren.
Im Endeffekt bringt der Streifen wenig Eigenständigkeit mit, noch will er so recht als Huldigung funktionieren, auch wenn die Ausstattung zum Teil gelungen ist und der Soundtrack die besonderen Merkmale der Siebziger treffend hervorhebt. Es bleibt ein Imitat auf inszenatorisch durchschnittlichem Niveau, bei dem der Funke einfach nicht überspringen will, so dass allenfalls knallharte Genrefans eine Sichtung wagen könnten, wobei alle Fassungen unter 82 Minuten Laufzeit umgangen werden sollten.
4 von 10