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Eric Garcia hatte seine Novelle "The Repossession Mambo" noch nicht einmal fertig, da bergann er schon zusammen mit Garrett Lerner (Dr. House, Roswell) an einem Screenplay für "Repo Men" zu arbeiten. Tatsächlich sind Sci-Fi-Thriller ziemlich rar geworden, besonders auf Kinoniveau. Aber die Ernüchterung folgt auf dem Fuße, dabei kann man nicht mal Debütant Miguel Sapochnik einen Vorwurf machen. Die Mankos fangen bei der Story an und hören bei Hauptdarsteller Jude Law (Duell - Enemy at the Gates, Sherlock Holmes) auf.

Im Jahr 2025 kann man sein Leben mit künstlichen Organen verlängern, die von der sogenannten Union verkauft und produziert werden. Aber sollte man mit seinen Raten im Rückstand sein, dann kommt der Repoman zum Einsatz. Dazu gehört auch Remy (Jude Law), zusammen mit seinem besten Kumpel Jake (Forest Whitaker) hat er die beste Abschussquote. Doch nach einem Arbeitsunfall bekommt Remy selbst ein künstliches Herz eingepflanzt, schnell gerät er mit den Raten in Rückstand. Bald muss Remy selbst um sein Leben bangen, denn sein Vorgesetzter Frank (Liev Schreiber) hetzt im ausgerechnet Jake auf den Hals. Zusammen mit Beth (Alice Braga), die gleich mit mehreren Produkten der Union im Rückstand ist, will Remy der Ausbeuterfirma den Garaus machen.

"Repo Men" wirkt zu offensichtlich wie ein Schnellschuss, viele Elemente werden einfach nicht bedacht. Dabei kommt diese düster gehaltene Zukunftsversion sehr stimmungsvoll, teilweise auch bedrohlich daher, da es hier so etwas wie Menschlichkeit nicht mehr zu geben scheint. Denn ist man mit einem künstlichen Organ von Union in Verzug, kommt bald der Repoman vorbei und schneidet es einfach aus dem Körper heraus. Jedoch ist die ganze Chose schon sehr fraglich, weil es ja eigentlich Mord ist. Da muss Remy dem Opfer vorher die Frage stellen, ob er einen Krankenwagen rufen, oder ihn in ein Krankenhaus bringen soll. Doch meist wollen die Opfer fliehen und werden dann mit einer Art Teaser betäubt und schon hat sich die Sache mit dem Krankenhaus erledigt. Der Repoman beginnt mit der Operation, was hier meist sehr explizit gezeigt wird. Sehr bedenklich, dass sich die Repomen auch noch über ihre Opfer lustig machen. Auch fragt man sich, wieviele hier ein künstliches Organ besitzen. Remy und Jake heben ganze Nester aus, aber warum verkauft Union überhaupt an Leute, welche den Kredit mit Wucherzinsen in keinster Weise bezahlen können. Das kostet im Endeffekt mehr Geld, als es schließlich einbringt. Ich werde aus dieser Sache nicht so ganz schlüssig. Und soviele Gedanken man sich auch darüber macht, dahinter steckt nur ein einfacher Plot, der seinen Helden bald auf einen kriegerischen Feldzug gegen die Union schickt.

Natürlich hat auch Remy eine Schwachstelle, nämlich seine Familie, die man eigentlich hätte weglassen können. Die Vater-Sohn Szenen sind kitschig, die Streitereien mit Ehefrau Carol (Carice van Houten) nervig. Aber so ein skurpelloser Bursche wie Remy soll eben auch Gefühle zeigen, um den Zuschauer für sich zu gewinnen. Ganz seltsam ist die Romanze mit Beth. Keine Ahnung wie das Ganze zu Stande kommt, jedenfalls lieben sich die Beiden plötzlich und man rennt zusammen um sein Leben. Und wer hier jetzt einen Actionoverkill erwartet, dürfte schiefer nicht gewickelt sein. Lediglich zwei Szenen sind brauchbar, nämlich ziemlich zu Beginn die Aushebung des Nests und der Endkampf bei Union, wo auch verschiedenste Waffen zum Einsatz kommen. Die restlichen, sehr sparsam gesetzten Sequenzen, darf man höchstens als Intermezzos bezeichnen, so hat "Repo Men" zu allem Überfluss auch noch kleinere Durchhänger. Dann diese seltsame Decodierung der künstlichen Organe, warum wenn man den Computer doch eh völlig zerstört. Und wie einfach es doch ist, bei Union einzubrechen. So lassen sich ettliche Schwachstellen ausmachen, die den Unterhaltungswert stark mindern. Immerhin ist die finale Wendung ganz nett, rettet "Repo Men" aber in keinster Weise. Auch Jude Law dürfte für viele ein zweischneidiges Schwert sein. Er macht zwar in den wenigen Actionszenen eine gute Figur, doch im Endeffekt ist sein Schauspiel sehr zurückhaltend. Forest Whitaker (Street Kings, Powder Blue) und Liev Schreiber (X-Men Origins: Wolverine, Das Omen) haben ihre Rollen im Griff, schade um die hübsche Alice Braga (Predators, I Am Legend) die eine sehr schwache Vorstellung abliefert.

Optisch mag man "Repo Man" keine Vorwürfe machen, die Inszenierung ist eher altmodisch, kaum Stilmittel kommen zum Einsatz. Aber die Story hat einige Lücken, die Umsetzung ist zu actionarm, immerhin geht es in den wenigen Szenen dann hart zur Sache. Aber im Endeffekte bleibt ein mäßiges Spektakel, welches höchstens durch die zahlreichen Brutalitäten auf sich aufmerksam macht.

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