„Feuer, Eis und Dosenbier“ ist der letzte Beitrag der total anspruchslosen Komödien, welche in den 70er Jahren mit dem „Lümmelfilmen“ ihre Anfänge hatten und in den letzten Jahren dank „Erkan & Stefan“, Tom Gerhardt und Co ihre Wiederauferstehung feiern. Ob man sich Sorgen machen sollte, dass so ein hirnloses Werk 1,7 Millionen an Filmförderungsgeldern abgeräumt hat?
Vorweg sollte man sagen, dass dieser Film ein klares Zielpublikum hat: Junge Männer zwischen 15 und 23. Der Rest wird sich mit Grausen abwenden und sich fragen was so eine Gülle überhaupt im Kino zu suchen hat. Also ein paar Kumpels einladen, ein paar Bierchen bereitstellen und man kann 80 Minuten tiefster, deutscher Komödienkunst begutachten, wie man sie seit „Ballermann 6“ nicht mehr begutachten durfte. Daher empfehle ich die beiden Filme auch gleich im Doppelpack.
Die Helden, wenn man sie denn so nennen kann, sind Josch (Axel Stein) und Türlich (allein schon der Name...). Türlich hat als kleines Kind auf der Alm gelebt und einmal ganz naiv eine Dose Bier geext um dann mit einem heftigen Rülpser ins Tal der Träume zu entweichen, woraus er dann später irgendwann von Mönchen befreit und großgezogen wird. Verpackt wird diese Einleitung in allerschönstem, geschmacklosen Heidiambiente, bei der sich jeder Heimatfilmfan im Grabe umdrehen dürfte. (Oder leben davon etwa noch welche?).
Sei es drum, Josch und Türlich sind also stinkfaule Zivis, haben ihren eigenen Krankenwagen, schlafen in Bergen von Bierdosen und kiffen sich am liebsten die Hirnrinde weg. Somit die idealen, debilen Hauptfiguren, welche nur an Sex und Saufen denken. Das so eine Einstellung bei ihren Chefs nicht gut ankommt ist verständlich, da sie nebenbei mehr Kranke verursachen als retten (Mit einem Saniwagen mal eben eine Skichance runter...) oder auch mal ganz gern das Tablettenarsenal ihre Fahrzeugs für ihre eigenen Zwecke missbrauchen.
Folgerichtig werden sie rausgeschmissen. Da aber wenige Stunden später schon die Bundeswehr (genial, übler Klischeeauftritt) vor der Tür steht und ihnen die Türen eintritt ist Eile geboten. So reist man über ein Kloster (saufender Mönch zum wegschmeißen..) nach Ischgl, wo es nun Weiber ohne Ende zum Ficken geben soll.
Hier wird es nun richtig heftig, denn die Gags reichen von ziemlich genial bis strunzdumm. Josch vögelt mit einer alten Oma, Türlich verliebt sich in die grenzdebile Heidi, die aber eine Menge für den stotternden Geisenpeter (später Scheißenpeter ;-)) übrig hat. Nebenbei wird in bester James Bond Manier Großvaters Berg gerettet, den der böse Tronald Dump wegspringen will. Während dessen stolpern die beiden von einem Gag, in den anderen. Wenn man als Zuschauer schon meint, dümmer geht es nimmer, wird hier aber wieder einer drauf gesetzt. Großvater scheuert dem stotternden Geisenpeter jedes Mal eine wenn er spricht und verliert sein Gebiss gern mal im zähen Käsenfondue. Ihr Hausbernhardiner furzt meist sinnlos in der Gegend rum oder säuft seinen eigenen Alkohol und Türlich durchbricht beim Skifahren mal eben die Schallmauer, während Josch mal wieder die Einwohner verarscht oder Dump mit selbigem abwechselnd die Bombe scharf macht oder wieder entschärft.
Selbst wenn man Ende schon denkt, der Bösewicht würde davonkommen, schafft es der Regisseur mit einem total bescheuerten Einfall die beiden Jungs wieder näher an ihr Ziel zu hieven. Erwähnen muss man hier auch noch mal Christoph M. Ohrt, der sein Talent für den gemeinen Bösewicht schon in „Ballermann 6“ unter Beweis stellen durfte, mit seiner Figur des englisch/deutsch quakenden Schneemillionärs aber wohl eine ganze Vogelschar abschießt. Das Axel Stein für solche Komödien wie geschaffen ist sollte man aus den letzten Kinojahren wissen. Einzig Rick Kavanian bleibt unter seiner Rastaperücke etwas blass.
Man darf sich auf den neuen Erkan & Stefan Film freuen, genauso wie auf „Der Wixer“ (mit Oliver Kalkofe) und „Der letzte Lude“ (mit Lotto King Karl), die wohl alle das selbe Niveau wie dieser erreichen werden. Kiste Bier mit ins Kino und man amüsiert sich prächtig. Eins sollte man aber nicht erwarten: Sinn, anspruchsvollen Humor und politically correctness.
Ich für meinen Teil habe mich nach dem Motto „So schlecht, dass er schon wieder gut ist“ prächtig amüsiert und lag minutenlang lachend in der Ecke. Gebt mir mehr davon! „Rülps, Schuulz!, Klatsch“.... In diesem Sinne: „Hirn aus, Alkohol rein und man erlebt die lustigsten 80 Filmminuten seines Leben inklusive Runninggag und alles was eine geschmacklose Komödie braucht. Man liebt oder man hasst den Film, ich habe mich für das erste entschieden!