Review

Das Schlussbild ist natürlich großartig. Die Chefs der beiden verfeindeten Familien-Clans bekriegen sich selbst nach dem Tod noch: Zu Zombies geworden schießen sie vor einem großen Mond immer wieder mit nicht geladenen Waffen aufeinander. Vermutlich bis in alle Ewigkeiten. Netter Abschluss eines Films, in dem es (unter anderem) um die Unfähigkeit der Menschen geht, untereinander Frieden zu schließen und zusammen zu arbeiten -- selbst in Zeiten großer Not und äußerer Bedrohung.

Die beiden besagten Chefs der Familien-Clans bekriegten sich schon zu Lebzeiten aufgrund ihrer divergierenden Ansichten, wie man mit der durch Seuche entstandenen Zombie-Bedrohung auf ihrer Insel umgehen sollte. Einer der beiden Männer vertrat die Auffassung, man müsse die Untoten gnadenlos eliminieren. Der Andere meinte, man müsse die Zombies existieren lassen und in die Gesellschaft eingliedern, was letztendlich aber bloß in Ankettung und Konditionierung resultierte (als Bild der Versklavung etabliert Romero übrigens schon recht früh im Film, nämlich als eine Gruppe Rednecks im Wald die Köpfe afroamerikanischer Zombie auf Pfählen aufspießt).

Der als Neo-Western inszenierte "Survival of the Dead" thematisiert halt im Zuge seiner Gesellschaftskritik den Umgang mit Minderheiten, oder einfach mit Andersartigen. Dass er im Laufe dessen ständig Parallelen zur amerikanischen Geschichte und somit Parallelen zwischen hirnlosen, mordenden Zombies und afroamerikanischen Sklaven konstruiert, hat dabei einen Beigeschmack, der zumindest diskutabel ist.
Der Film ist nicht so schlau wie er meint. Und schon gar nicht so schlau wie "Diary of the Dead".

Neben dem oben erwähnten Schlussbild im Mondlicht besitzt Romeros Film nur wenige gelungene Bilder und Szenen. Beispielsweise die Mitleids-Tötung einer Person, bevor diese eine frohe Botschaft überbringen kann, welche die Handlung zum Positiven wenden und eine Koexistenz von Mensch und Zombie sichern könnte. Eine Botschaft, die nun niemand mehr hören kann. Diese Szene ist gleichermaßen Tragödie und rabenschwarze Komödie.

Im Großen und Ganzen aber hat "Survival of the Dead" nicht viel zu bieten. Struktur und Handlungsverlauf wirken hölzern und wenig organisch; da ist kein rechter Flow. Atmosphärische Dichte ist ebenfalls nicht vorhanden. Dafür aber ein ironischer Grundton, der einfach nur lapidar rüber kommt und den Film und seine Erzählung nicht bereichert. Zudem sind die Splatter-Szenen ziemliche Sche­iße. Man fragt sich: Soll das lustig sein? Vermutlich ja. Teile des Publikums haben jedenfalls darüber tierisch gelacht. Aber wie Splatter wirklich kreativ und lustig geht, zeigen eher "Dead Snow" und "Zombieland".

Und so ist "Survival" mit seinem Pendeln zwischen Drama, Gesellschaftskritik und Ironie nichts Halbes und nichts Ganzes. Ein Film, der nur an wenigen Stellen involvierend ist. Denn für ein den Zuschauer hypnotisierendes Werk über die Grausamkeit und Dummheit des Menschen fehlt es "Survival" an Grimmigkeit, Krassheit und erdrückender atmosphärischer Dichte. Und für einen ironischen, lustigen Zombie-Film fehlt es "Survival" schlicht an Lässigkeit und Coolness und Abgewichstheit. Das ist alles kein Rock 'n Roll und nur stellenweise unterhaltsam. Gesellschaftskritik und politischer Subtext hin oder her. 

Details
Ähnliche Filme