Review

Sechs Jahre nach Romeros " Night of the living Dead " brachte Regiesseur Jorge Grau seine eigene Zombievariante heraus. So entstand " Let Sleeping Corpses Lie " oder wie man ihn auch nennen will, denn kein anderer Zombiefilm hat so viel verschiedene Titel wie dieser. Der Film ist eine italienisch, spanische Produktion, wurde aber komplett in England gedreht. Auf jeden Fall erfüllt sich Jorge Grau damit einen Traum und machte damit auch gleich den besten Film in seiner Regiesseurskarriere. Das er sich bei Romero einges abguckte merkt man hier natürlich, trotzdem hat der Film seinen eigenen Stil und vor allem auch ein paar eigene Ideen.

Inhalt:
George will für ein paar Tage aufs Land fahren, doch sein Motorrad wird an der Tankstelle von der jungen Edna angefahren. Sie setzen die Reise gemeinsam fort und George begleitet Edna zu ihrer Schwester. Unterwegs wird Edna von einer seltsamen Gestalt angegriffen. Dieser Mann soll vor ein paar Tagen ertrunken sein. Als auch noch der Mann von Ednas Schwester getötet wird, stehen die Beiden unter Mordverdacht. Sie beginnen zu ermitteln und stoßen auf eine Ungeziefervernichtungsmaschine, welche die Insekten durch radioaktive Strahlung tötet. Doch diese Strahlung lässt die toten zurückkehren und es werden bald immer mehr.

Auch die Story ist ordentlich und Jorge Grau hat sich eine eigene einfallen lassen. Hier ist es kein Virus oder Gas, sondern eine Art radioaktive Strahlung. Diese kommt aus einem Gerät, welches gerade das Landeswirtschaftsministerium testet.
Außerdem präsentiert uns Grau einen ganz anderen Plot und hält uns die Zombies sehr lange vor. Erst einmal wird die Story aufgebaut. George und Edna lernen sich kennen und unterwegs macht Edna einmal Bekanntschaft mit einem Zombie, dieser Angriff erinnert ein bisschen an " Night of the living Dead ". Außerdem sieht man die Maschine von welcher das Übel audgeht. Sieht etwas aus wie ein riesiger Mähdrecher. Dnach wird der Mann von Ednas Schwester gekillt und der sehr unsympatische Polizeichef beginnt zu ermitteln, glaubt den Beiden die Geschichte natürlich überhaupt nicht und hält sie bald sogar für perverse Mörder.

Jorge Grau gestaltet auch die Zombies auf seine eigene Weise, sie torkeln hier zwar auch herum, sind aber doch etwas besser zu Fuß und sehr kräftig, außerdem haben sie knallrote Augen, sieht richtig gruselig aus. Allerdings muss man sich etwas gedulden, bevor sich die Zombies richtig blutig ihre Opfer holen. Aber wenn dann richtig. Natürlich bekommt man auch das Gedärmegemampfe zu sehen, sowie blutigstes Bauchaufreißen. Die Zombies selber sind hier fast unkaputtbar, selbst Kopfschüsse stören sie wenig, nur mit verbrennen kann man ihnen hier beikommen. Die F/X selber sind für das Alter wirklich toll geworden und schön blutig. Richtig eklige Momente gibt es fast nicht, aber der Splatteranteil geht in Ordnung. Man sollte nur keine Blutorgie a la " Dawn of the Dead " erwarten.

Während die erste Hälfte des Films die Story aufbaut und die Spannung stets nach oben treibt, wird es in der zweiten Hälfte richtig Actionreich. Es gibt eine große Jagd über den Friedhof, wo die Zombies sogar mit Grabsteinen und Kreuzen um sich werfen. Dann natürlich mehrere Auseinandersetzungen mit dem ungläubigen Polizeichef und viele Zombieattacken, die sich stetig vermehren. Das Finale findet in einem Krankenhaus statt und ich will die tolle Schlusspointe nicht verraten, aber ich will sagen, dass auch dieser Zombieschocker nicht gut ausgeht. Ich denke ein gutes Ende bei so einem Film, wäre unglaubwürdig und würde die Intensität des Filmes sehr schwächen. Aber Jorge Grau hat sich ein eigenes tolles Ende zurechtgelegt, welches jedem Horrorfan gefallen wird.

Auch die starke Atmosphäre vor trister Kulisse ist perfekt gelungen. Gedreht wurde in England und zwar im Herbst. Dort ist es dort kalt, verregnet und einfach trist. Genau dieses Szenario wollte Grau einfangen und es verstärkt die Spannung des Filmes ungemein. Vor allem präsentiert er sehr viel Bilder von der Landschaft, so wie auch gerne Grausames, wie tote Tiere, oder Insekten welche sich gerade selber töten. Seine Atmosphäre ist fast so bedrückend wie die von Romero.
Der Sound ist typisch 70er und typisch italienisch. Bei Zombiefilmen haben sich die Italiener immer als sehr kreativ gezeigt, auch hier wieder. Vor allem traurige Klänge und spannungsfördernde Töne bekommt man zu hören.

Auch die Darsteller geben ihr bestes und mit George hat man einen etwas ungewöhnliche Helden. Er wird von Raymond Lovelock verkörpert. Dieser sieht hier aus wie ein Hippy. Vollbart, langes Haar und er benimmt sich manchmal wie ein Großkotz, trotzdem wird er dem Zuschauer mit der Zeit sehr sympatisch.
Christina Galbo mimt die sehr ängstliche Edna, welche sich natürlich mit George verbündet und es bahnt sich auch eine Romanze an. Diese unterbindet Grau aber bald. Auf jeden Fall ist auch sie in ihrer Rolle sehr überzeugend.
Arthur Kennedy darf das Arschloch von Polizeichef spielen, bei dem jeder hoffen wird, dass er endlich mal einem Zombie zum Opfer fällt. Auch seine Rolle verkörpert er sehr glaubwürdig.
Bei so einem spannenden Film sind gute Darsteller sehr wichtig, da der Film sonst eher lächerlich wirkt und da gibt es schon genug schlechte Vertreter dieses Genres. Aber Jorge grau hat hier alles richtig gemacht.

Fazit:
Sehr gelungener und sauspannender Zombiefrühschocker. Solide Story mit eigenen Ideen, eine großartige Kulisse mit perfektem Sound. Braucht etwas Zeit um in die Gänge zu kommen, wird aber immer rasanter. Natürlich gibt es auch einige blutige Effekte zu bewundern. Auch die Darsteller sind glaubwürdig. Man kann ihn nur als durchweg gelungen bezeichnen.

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