In einem Dorf wird mittels Kernenergie versucht Insekten zu vernichten, doch durch die Strahlung kehren auch die kürzlich Verstorbenen zurück und bringen einen ordentlichen Appetit auf Menschenfleisch mit.
"Das Leichenhaus der lebenden Toten", der auch unter dem Titel "Invasion der Zombies" bekannt ist, ist einer der ganz wenigen Filme aus Südeuropa, der nicht das Zombiegenre nach dem Erfolg von George A. Romeros "Zombie" exploitiert, denn zum einen entstand Jorge Graus Werk Jahre vor Romeros Kracher und zum anderen wird hier nicht so exzessiv herumgesplattert, wie es beispielsweise bei den Filmen eines Lucio Fulci der Fall ist.
Der Film führt die beiden Hauptfiguren ausführlich ein. So lernen wir den Städter George kennen, der verreisen will und bei einem Unfall Edna kennenlernt, die ihre Schwester in einem Dorf besuchen möchte. Fortan sind die beiden gemeinsam unterwegs und geraten in die ländliche Gegend, in der die Experimente zwecks Insektenvernichtung stattfinden, welches auch schon bald den ersten Zombie, einen gerade verstorbenen Landstreicher, hervorruft, der Edna in einer ruhigen Minute über den Weg läuft und als erstes Opfer den Mann ihrer Schwester heimsucht. Der grobe Inspektor hat fortan den langhaarigen George und die Heroinabhängige Schwester Ednas auf dem Kieker, diese versuchen ihre Unschuld zu beweisen und geraten immer weiter in den sich ausweitenden Zombiereigen.
Die Figuren werden zwar verhältnismäßig intensiv vorgestellt, doch so wirklich mitfiebern tut man mit keinem, denn George bleibt eher undurchsichtig, Edna neigt zu der typischen Horrorfilmfrauenrolle und der Inspektor ist sowieso ein eingefleischter Vorurteilunsympath.
An einigen Stellen des Films lässt sich nicht übersehen, dass sich Romeros "Die Nacht der lebenden Toten" zum Vorbild genommen wurde. So erinnert zum Beispiel der erste Auftritt des Zombies doch stark an das Zusammentreffen zwischen Barbara und dem Untoten und auch das Ende kommt ähnlich böse daher.
Die Effekte stammen von Giannetto De Rossi, der ja gerne mal die Blutkeule rausholt, doch hier hält er sich stark zurück. So gibt es zwar die obligatorische Ausweidung und ein paar kleinere Bluteinlagen, wobei sich diese am Ende versammeln und im Vergleich zu den berüchtigten Italo-Zombie-Schockern zahm ausgefallen sind.
Dafür legt der Film hohen Wert auf Atmosphäre und die ist sehr dicht. So wird durch die stets stimmige Musik das Geschehen passend in Szene gesetzt und auch die Sounds (vor allem die Geräusche der Zombies) verbreiten Horrorfeeling. Zudem bietet der landliche Handlungsort sehr schöne Locations, wie weite Wiesen, Flussgegenden, alte und großräumige Gebäude und einen Dorffriedhof mit netter Gruft, welche von der Kamera gut eingefangen wurden.
Insgesamt ist "Das Leichenhaus der lebenden Toten" ein atmosphärisch stimmiger Untotenfilm, bei dem der Blutgehalt eher im niederen Bereich liegt, was bei falschen Erwartungen für Enttäuschungen sorgen könnte.