Müll, Lärm und Luftverschmutzung – klar, dass es den Antiquitätenhändler George (Ray Lovelock) am Wochenende am liebsten aufs Land verschlägt. Bei einem Unfall lernt er Edna (Cristina Galbó) kennen. Doch in der ländlichen Idylle bleiben einige Leichen nicht in ihren Gräbern. Nach mehreren blutrünstigen Mordfällen geraten die beiden Stadtmenschen ins Visier der örtlichen Polizei. Keiner, vor allem nicht der ermittelnde Inspektor (Arthur Kennedy), glaubt ihnen die Geschichte von den Toten, die durch die Folgen von Atomkraft ins Leben zurückkehren...
Wir schreiben das Jahr 1974. George A. Romeros Pioniertat NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968) trägt langsam Früchte und der Horror breitet sich aus. Es ist das Jahr von TEXAS CHAINSAW MASSACRE, BLACK CHRISTMAS und DERANGED. Doch es ist die spanisch-italienische Produktion LIVING DEAD AT MANCHESTER MORGUE, die das Zombiegenre zu neuem Leben erweckt [Anm.: Fulcis WOODOO folgte erst 1979]. Der Film ist Ökohorror im Stile von Rollins GRAPES OF DEATH und hat eine Message:
"Nur schön, dass uns ein Trost bleibt: die Wissenschaft!"
Es ist die Geschichte eines Generationenkonfliktes. Ein aufgeschlossener, intellektueller Hippie-Dude im "Easy Rider"-Look. Er steht für Aufbruch, Umdenken und Moderne. Ein konservativer Polizeichef, der in der Mode der jungen Leute gerne "langzottelige Bombenleger" erkennt. "Ihr seid doch alle gleich, ihr ungewaschenen, verkommenen Langhaarigen! Angezogen wie Schwule. Drogen, Sex. Fähig zu jeder Schweinerei!" Er verkörpert das Alte, das überwunden werden muss. Zwischen den beiden: Schädlingsbekämpfung mittels Kernkraft. Ein zermürbendes Surren, das die Toten aus den Gräbern holt. Menschen fressende Leichen. Zombies.
LIVING DEAD AT MANCHESTER MORGUE (oder welchen der 16 Titel man eben verwenden mag) ist ein düsterer, pessimistischer Zombiefilm und selbst heute noch verdammt spannend. Bei den Untoten handelt es sich um tattrige Kalkleisten mit Mullbinden im Gesicht. Der Film ist schön brutal, wie es sich für einen ordentlichen Zombiefilm gehört. Gedärme inklusive. Und es wird sogar eine Titte abgerissen. Das Beste am Film ist aber seine in den Bann schlagende Friedhofsatmosphäre. Da hat er Italo-Kloppern wie RÜCKKEHR DER ZOMBIES, GROSSANGRIFF DER ZOMBIES und HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN echt was über.
Mit Cristina Galbó (DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL), Ray Lovelock (TOTE PFLASTERN SEINEN WEG, TÖTE DJANGO) und Arthur Kennedy (LAWRENCE VON ARABIEN). Der Vorzeigefilm des spanischen Regisseurs Jorge Grau (HUNTING GROUND, VIOLENT BLOOD BATH).
"Warum kommen die hierher und verbrennen brutal unschuldige Tote, würde ich gern wissen! Diese Haschbrüder, diese Geisteskranken!"
Fazit:
Rettet die Umwelt!