Review

Pestizidpower!!!

Wenn man in den 70ern einen Zombiefilm auf die Beine stellen konnte, der es qualitativ nahezu auf das Niveau des großen Romero schafft, dann darf man sich auf die Schultern klopfen. Und Jorge Grau darf das! In seiner spanisch-italienischen Koproduktion, die in England spielt und somit zu einem fast gesamteuropäischen Kultobjekt wird, lässt giftiger „Dünger“ oder eher neuartige Ungeziefertechnologie die Toten nahe London aus ihren Leichenhäusern und Gräbern treten…

Bauer sucht Zombiefrau

Von den gruseligen Kontaktlinsen bis zum ungewöhnlichen Auslöser dieser Seuche, vom machohaften Helden bis zu seinem britisch-pittoresken Charme, vom durchaus hohen Goregehalt bis zur lockeren Einstellung nackter Tatsachen gegenüber - „Leichenhaus der lebenden Toten“ ist eine Perle im groben Dreck der Zombiekonserven! Gerade wenn man meint erstmal mit Argento, Fulci und Romero durch zu sein - dieser (Mittlerweile-viel-mehr-als-)Geheimtipp gehört ebenso in die oberste Schublade. Er ist überdurchschnittlich gruselig und atmosphärisch, er ist leicht psychedelisch und sehr Siebziger, er war seiner Zeit voraus und alles andere als Kraut plus Rüben. Er hat einen Exotenflair und ist durch seine vielen kooperierenden Länder schwer einzuordnen. Design und Verhalten der Untoten sind kreativ. Ursprung eh. Und somit kommt er von mir - für das richtige Publikum - mit voller Empfehlung. In Kennerkreisen sollte das aber natürlich schon längst kein Tipp, sondern viel mehr Pflichtprogramm sein. Schön ihn diesen Schocktober seit Jahren mal wieder gesehen zu haben. Eine gute Reserve an Geduld und Sitzfleisch sollte man durch die sehr langsame, schleichende, erste Filmhälfte aber schon haben - hintenraus gibt’s dafür Entschädigung und Eingeweide für alles und jeden! 

Fazit: Schlicht und ergreifend einer der unterschätztesten und cleversten, britischsten und besten Zombiefilme aller Zeiten. Alles andere als Gülle! 

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