Review

Jedes Genre hat seine Highlights, zwar spärlich gesät, aber es gibt sie doch. Und in den seltensten Fällen kommen diese Highlights aus Hollywood. So auch in diesem Fall.

Dies ist der ultimative Antikriegsfilm.
Der Film geht derart schonungslos und rabiat vor, dass es einem irgendwann fast schon unerträglich wird.
Man bekommt in einem scheinbar nicht enden wollenden grausamen Film einen Jungen vorgestellt, der vor dem Auge des Zuschauers um Jahre, was sag ich, Jahrzehnte altert, obwohl die Handlung kaum länger als ein Wimpernschlag dauert.

Die Art und Weise der Inszenierung ist fabelhaft, sehr viele Töne sind verzerrt oder sehr laut, sehr oft wird unverständlich herumgeschrien, oder die Menschen geben nur Laute von sich, die musikalische Untermalung ist grotesk bis verstörend.
Die Bilder fangen fast zu poetisch an, um dann sehr dreckig
zu werden, und am Ende wirkt alles wie die Kloake an sich.

Es gibt keine Helden, alle sind entweder Schurken oder Opfer, die sich beim Wehren in Schurken verwandeln. Niemand bleibt unschuldig.

Es ist schon schwer diesen Film durchzuhalten, weil es keine Sekunde gibt, die nicht bedrückend wäre. Und zum Finale hin verstärkt sich das bedrückende Gefühl, das einem noch den Schlaf rauben wird.
Man spürt alleine beim Zuschauen, wie sich die eigenen Augen vor Schrecken immer mehr weiten und das Gesicht sich zu einer schmerzverzerrten Grimasse verzieht.
Man möchte sich angewidert abwenden, doch das geht nicht.

Es ist tatsächlich so, dieser Film tut einem physisch weh.
Alleine dadurch verdient er das Prädikat, sich im Olymp des Antikriegsfilms aufhalten zu dürfen.
Im Vergleich zu anderen Meisterwerken dieses Genres ist dieser Fulm um einiges drastischer und schonungsloser (Und damit ist nicht die Hochglanz-Dreck-Ästhetik eines James Ryan gemeint) und bleibt auch verstörend, ohne groteske Witze einzubauen, die bei manchem Zuschauer ein Lächeln hervorzaubern würden (Damit ist beispielsweise Apocalypse Now gemeint, wo einige Szenen - obwohl dies auch einer der besten Antikriegsfilme ist - zu sehr ins lustige, coole, kultige gleiten. Was zwar jenem Film eindeutig förderlich ist, aber nicht immer angebracht sein mag.)

Alles in allem ist dieser Film so derbe gemacht, dass man Probleme hat, ihn öfter zu schauen.

Und gerade das ist es dann auch, warum der Film, obwohl er der ultimative Antikriegsfilm ist, keine 10 Punkte bekommt: Man kann ihn eigentlich nur einmal schauen.
Jedes weitere Mal stumpft den Zuschauer emotional ab und der Film verliert von seiner Wirkung.

9 Punkte

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