Ein bemühtes Remake und doch nur ein durchschnittlicher Thriller, der uns da als "Ein Kuß vor dem Tode" aufgetischt wird.
Matt Dillon spielt hier den ehrgeizigen Emporkömmling, der sich ein besseres Leben durch eine reiche Heirat ausgeguckt hat und diesen Plan nötigerweise auch mit Mord unterstreicht.
Das beginnt mit einer wahrlich Hitchcock-würdigen Suspense-Mordszene, bei der man noch nicht weiß, warum dieser Mord geschieht. Die Mordsequenz an sich ist aber visuell hervorragend gemacht und mit altertümlichem Touch versehen.
Danach versandet der Film jedoch zusehends in seinen Drehbuchuntiefen, wenn er sich, aus völlig ungeklärten Gründen an die Zwillingsschwester des Opfers ranmacht, um seinen Plan, in die reiche Familie einzuheiraten endlich gelingt.
Eine grundsätzliche Erklärung (und auch Schwäche des Films) wäre die geistige Begrenztheit von Dillons Figur, die zwar einerseits von relativ mittelmäßiger Intelligenz ist, die aber in entscheidenden Momenten den Charme so raufdreht, daß alle drauf reinfallen.
So ist denn auch die Entscheidung der zweiten Sean Young (die erste ist ja vom Dach geplumpst), Dillon zu heiraten, mehr als dramaturgisch schwachbrüstig. Erst sind beide Zwillinge dermaßen grundverschieden, selbst vom Intellekt (sehr unwahrscheinlich) und vom Lebensstil, dann fallen sie beide auf den gleichen Kerl rein. Weder Dillon noch Young kommen in irgendeiner Rolle besonders sympathisch rüber, nur durch die Held/Opfertypisierung wird die Zuordnung möglich gemacht.
Also verlangt während Dillons behäbigem Aufstieg das Drehbuch von Young immer wieder das Aufgreifen von Nachforschungen bezüglich des Todes ihrer Schwester, was Dillon dazu bringt, immer wieder irgendwelche Leute brutal zu ermorden, um seine Existenz geheimzuhalten. Die wiederum sind recht kaltblütig und herbe inszeniert (incl. Zerteilung in Badewanne), was natürlich Young nur zu neuen Nachforschungen veranlaßt, was wiederum Dillon auf die Palme bringt.
Das Ende schließlich ist erfreulich schlicht, aber dramatisch, auch wenn es schön beknackt ist, wenn der Mörder Beweismaterial gegen sich in einem Koffer aufbewahrt. Aber diese Art von inhaltlichen Krücken braucht der Film immer wieder, um über die Runden zu kommen.
Das Ergebnis ist ein visuell manchmal beeindruckender, suspensereicher Film mit vielen unlogischen Schlenkern und nicht gerade einem passend besetzten Cast. Macht zusammen Mittelmaß. (5/10)