Natürlich muss man Filme immer im Rahmen ihrer Entstehungszeit sehen; was war davor, was kam danach - man vergleicht automatisch. “The Hills have Eyes” ist neben “The Texas Chainsaw Massacre” oder “Last House on the Left” einer der bekanntesten 70er Jahre Terror-Filme, auch der erst dritte Film von Wes Craven, welcher hier neben “Last House on the Left” wieder mehr auf psychischen denn physischen Terror setzt. Natürlich gibt es auch die ein oder andere etwas graphischere Szene, doch insgesamt ist es eher mehr die eigentliche Geschichte die “schockiert”. In den heutigen Zeiten von “Haus der 1000 Leichen” und Co. ist man natürlich etwas “verwöhnter” was Story und F/X angeht - doch enthält Rob Zombies Film viele Elemente aus zum Beispiel diesem Streifen, ist im Stil dieser alten Terror-Filme inszeniert. Fast 30 Jahre nach seinem Entstehen muss man etwas Milde bei der Beurteilung walten lassen, damals sicher noch publikumswirksamer, dennoch für “ungeübte” Seher immer noch ein Schlag in die Magengrube; leider nicht ganz so intensiv wie "Last House on the Left".
Die Geschichte ist - so kann man es sehen - ein früher Vertreter eines Backwood-Films in dem (hier) radioaktiv verstrahlte Wüstenbewohner sich ein packendes Duell mit einer normalen Familie liefern die in “ihren” Lebensraum eingedrungen ist - wenn auch unfreiwillig durch einen Unfall mit ihrem Wohnwagen verursacht. Dabei geht es nicht zimperlich zu, Gewalt als einziges Mittel zur Konfliktlösung wird angeboten. So wird zum Beispiel der Vater an einen Baum genagelt und angezündet, Babys zwecks Nahrungsaufnahme entführt oder (man muss es ja von beiden Seiten aus sehen) Schäferhunde auf die “Bösen” gehetzt. Also ein purer Überlebenskampf in dem jede Mittel recht sind. Selbstverständlich hat man mehr Sympathien für die “Normalos”, wenn es auch Sympathie- als auch Antipathiepersonen auf beiden Seiten gibt. So real die Zeichnung der Leute auch ist, so menschlich sind sie auch und demnach überkommt einem ob mancher Szene ein leichtes Grinsen. Weniger zu lachen hat man bei den Grausamkeiten: die Gewalt ist bis auf manche Ausnahme eher blutleer ausgefallen, kommt dennoch ziemlich sadistisch rüber und insbesondere der Angriff der Schäferhunde ist recht gut fotografiert. Die wenigen Splatter-Effekte (wirklich nur ganz sporadisch eingesetzt) sind dann aber für die Verhältnisse passabel gemacht; eine offene und angeknabberte Ferse dürfte aber das Offensichtlichste sein was man zu sehen bekommt.
Für eine Low-Budget-Produktion ohne große Kulissen ist der Film recht ordentlich in Szene gesetzt; dies liegt vor allem an den stimmigen Aufnahmen der überwiegend in der Nacht spielenden Geschichte. Aber auch im Tageslicht gibt es einige rasante Aufnahmen zu bewundern. Die menschenleere Einöde ein guter Platz um ausreichend Verstecke zu bieten und aus dem Hinterhalt agieren zu können. Die Spannung bleibt dennoch manchmal ob der Dialoge etwas auf der Strecke, wenn aber etwas passiert dann geht es gut zur Sache. Leider zieht sich der Anfang ein wenig, dann steigert sich das Tempo recht konstant. Insbesondere der durchgehend siffig-dreckige Look beim Film gefällt, das Make-Up der Backwoods (die gespaltene Nase sei hier erwähnt) gibt dem ganzen einen gewissen Flair, über den famosen Michael Berrman (der Typ mit der Glatze und dem ovalen Schädel) muss man wohl als Genre-Freund keine Worte verlieren...
Mir hat er im großen und ganzen recht gut gefallen; wie gesagt liebt man moderne Terror-Filme oder Backwood-Streifen wird man sich ein wenig schwer mit diesem billigen Streifen tun. Ganz der erwartete Klassiker war er leider auch nicht, Exploitation-Freunde und Genre-Fans sollten aber definitiv mal einen Blick rein werfen.