Review

Eine amerikanische Durchschnittsfamilie gondelt im Wohnwagengespann durch die Wüste und wird in der Einsamkeit von einer anderen, ziemlichen debilen Familie angegriffen, das ist der Plot dieses als "Kultfim" bezeichneten Streifens von Wes Craven.

Der Film beginnt wie so viele seiner Art: Trotz der Warnung des wissenden Tankwarts, die Strasse nicht zu verlassen tun die Urlauber genau dies und stranden kurze Zeit später mitten in der Wüste an einem Busch, nachdem ihnen ein Tiefflieger der US-Airforce ein wenig die Übersicht geraubt hat... um der misslichen Lage Herr zu werden tun sie auch weiterhin genau das, was man im Falle drohender Gefahr eben nicht tun sollte: Sie teilen sich auf - mit wechselndem Erfolg, denn nicht jeder kehrt zurück.
Obwohl der Film strenggenommen dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip folgt, hat er etliche logische Schwächen, die deutlich auf Kosten der Spannung gehen. Einem langsamen Aufbau der Handlung in den ersten 30 Minuten folgen dann etwa ab der Mitte des Films einige schnellere Passagen, spätestens jedoch wenn man die komplette debile Familie gesehen hat, ist es mit der Spannung gänzlich vorbei. Diese Mutanten strahlen weder Gewalt noch Entschlossenheit aus: Die stets geistesabwesende Mutter, der Vater hohle Phrasen rezitierend ("Ihr könnt nur schießen, stechen und morden"), die Tochter angebunden (weil eine angebliche "Verräterin") und die beiden Söhne als Dick und Doof der 70er, die ihre Handlungen erklären müssen (wem eigentlich? dem Zuschauer?). Daß sie sich untereinander mit Planetennamen anreden (Mars, Jupiter, Pluto, Merkur usw.) ergibt ebensowenig Sinn wie ihr kaum koordiniertes Handeln gegenüber ihren Opfern (Pluto vergewaltigt eine Blondine und wird von Mars weggerissen, der das Gleiche vorhat).
Das Rape-and-Revenge-Thema kommt nur insofern zum Tragen, als daß sich die Übriggebliebenen verteidigen - aktiv greifen sie die Mutantenfamilie nicht an. Die Hauptarbeit erledigt ohnehin ein Schäferhund, der einen der Mutanten von einem Felsen stürzt, dessen Walkie-Talkie zu den Urlaubern trägt (die dann immer genau über die nächsten Schritte der Mutanten unterrichtet sind), und einen anderen Mutanten (Pluto) zuerst in den Knöchel und später in die Kehle beißt. Aktiv beseitigt wird nur Mutanten-Papa Jupiter, der mittels an der Wohnwagentür befestigter Zündhölzer in Verbindung mit geöffneten Campinggasflaschen in einem Feuerball verschwindet und kurz darauf doch noch ein paar Kugeln einfängt, weil er den Feuerball doch überlebt hat. Rape and Revenge?
Auch die Gore-Effekte sind nicht der Rede wert, mit einigen schnellen Schnitten und ein bißchen Kunstblut werden einige ebenso kurze wie billige blutige Momente geschaffen, mehr gibt auch die vorliegende uncut-Version nicht her.
Die Leistung der Darsteller bewegt sich bestenfalls im Mittelmaß, gerade mal Michael Berryman als Mutantensohn Pluto kann einigermaßen überzeugen - seines Aussehens wegen, nicht seiner Sprüche oder gar seines stümperhaften Auftretens wegen.

Insgesamt also wenig überzeugende 89 Minuten, die man sich kein zweites Mal antut. 2/10 Punkten.

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