Review

Eine 7 köpfige Standardfamilie aus den USA reist mit dem Wohnmobil durch ein Atomtestverseuchtes Krisengebiet der Air Force, weil sie auf dem Weg nach Kalifornien sind. Doch unterwegs bauen sie einen Unfall und werden zur Rast gezwungen. Doch um sie herum lauern menschenähnliche Ausserirdische, die im Laufe der Zeit zu degenerierten Primitiven verkommen sind. Die 2 Gruppen fühlen sich gegenseitig bedroht und so kommt es zum grössten Horror der Familie Carter und dem grossen Fressen für die Kannibalenaliens.

Der Mensch hat vielerlei Seiten. Doch wer sind die Ausserirdischen?

Diese Hügel haben wirklich Augen, nämlich solch riesengrosse, dass eine vermeintliche andere Spezies, so primitiv in ihrer Erscheinung, von oben von den Bergen herab, auf eine Spezies blickt, welche in ihrem biederen und friedlichen Dasein unter diesem Deckmantel das Grauen stecken hat. Denn The Hills have eyes, von Wes Craven inszeniert ist gewiss nicht nur ein simpler und vorallem hirnloser Kannibalen-Primitiven-Folter Film, der bloss auf nackte und selbstzwekchafte Gewalt aus ist, sondern er zeigt uns wahrhaftig die Unverständnis zweier Gruppierungen, die in ihrer Andersartigkeit aufeinanderprasseln.

Dabei ist es gänzlich egal, dass die Degenerierten Aliens, menschenähnliche Aliens sind oder nicht, näherbringen will uns der Film bloss den Unverstand, den Menschen untereinander treiben.

Seien es nun andere Kulturen mit anderen Sitten oder Bräuchen, wie der in Einsamkeit lebende Mann an der Tankstelle, der dieses gottverdammte Loch als einen einzigen Müllberg bezeichnet, der degenerierte Merkur, der diesen Planet als das Grauen auf Erden wiedererkennt, wo Vernichtungsmachenerie und Unterdrückung normal sind. Oder Bobby, der mit vollkommener Euphorie verkündet, mit welcher Wegwerfmentalität und Ignoranz wir durch unser Leben gehen.

Alles Faktoren und Szenen die durch die Dialoge getragen werden, die das Bild dieses Filmes noch weiterhin verstärken.

Ein Film, der bewusst Parallelen aufziehen möchte, der an einer Hülle von Grausamkeiten kratzt und auch selbst dort angefasst werden möchte. HHE zeigt nur zu deutlich unter welchen Missverständnissen wir leben, wenn wir vollkommen alleine und wie als Zielscheibe aufgeopfert darstehen, ohne dabei wirklich klären zu können, zu welchem Zweck wir hier sind. HHE ist ein vielschichtiger Film, den man gewiss mit anderen Augen sehen muss, und das ist dann wahrhaftig der Horror, der diesen Film ausmacht. Nicht die Explosionen, die Hundeattacken, die Folterungen oder die Geiselnahmen ist der Horror, sondern die Tatsache, dass wir in einer Welt als Scherbenhaufen leben, in der uns Unverständnis, Machtbesessenheit, Konsumgeilheit und Ignoranz zu wildgewordenen Primitiven werden lässt, die über Leichen gehen.

Klar sind in diesem Film die "Aliens", die Primitiven, aber bloss eingetrichtert von dem Einfluss der Menschen. Und somit bildet HHE oder Hügel der blutigen Augen, ein Werk, dass in seiner Daseinsberechtigung sicher neben Blutgericht in Texas aufgezählt werden kann, denn in seiner Intention packt es eine ganze schreckliche Welt an seinen Eiern. Hügel der blutigen Augen ist böse, schrecklich morbide und vorallem tiefgreifend. Dabei muss er selten blutig sein, als Splatterfanatik wird man hier sicher ernüchternd weglaufen, aber das braucht dieser Film auch nicht. Der Score ist ohneweiteres legendär, die dargezeigten Kamerapositionen und Blickwinkel von den Bergen auf die Berge, die uns nichts als Leere präsentieren, erdrücken den Zuschauer immens, dass man bloss nur noch von Kälte umgeben ist.

Sowas macht Horror aus, die Konflikte zwischenmenschlicher Abgründe und Andersartigkeit. Der Mensch ist der Horror und all das lebt auch in den Dialogen dieser Menschen wieder. Wirklich wahnwitzig intelligent sind diese gelungen und zeugen von der wirklichen Auslegung dieses Filmes. Die Darsteller allesamt wirklich Identifikationsfiguren, sei es der resignierte Tankstellenwart, der in seinem Zynismus untergeht, der genervte Vater, der das Leben seiner Überhausfrau und ihrem übereifrigen Mutterdasein abwertet und der kleine Bobby, der als Jüngster nicht ernst genommen wird.

Fazit:
Der Film arbeitet durch und durch in Finessen, wirkt dabei selten träge, kratzt meistens an einer Schicht, ist öfters sarkastisch, hat immer Wortwitz parat, ist meistens grausam, aber immer authentisch. Hügel der blutigen Augen ist Terrorkino wie es sein sollte. Intelligent und kühl.

81%

Details
Ähnliche Filme