Review

The Hills have Eyes
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Wes Craven hat in seiner Laufbahn zweifellos einige sehr gute Filme gedreht (obwohl er seit seinem Erfolg mit Scream doch schon fast wieder kontrovers ist) und um seine beiden Frühwerke "Last House on the Left" und eben "The Hills have Eyes" ist ein regelrechter Kult entstanden, wohl vor allem weil beide im ach so freien Deutschland auf dem Index stehen. Nachdem ich mir das englische uncut-Tape von letzterem Frühwerk in den Rekorder geschoben hatte, war ich aber doch einigermaßen überrascht:

Gemeinhin wird dieser Film als Rip-Off des großen Vorbildes "Texas Chainsaw Massacre" angesehen. Der Vergleich weckt also schon gewisse Erwartungen und die Story kupfert auch recht offensichtlich ab: Eine (seeehr umfangreiche) Familie strandet in der Wüste und wird Opfer eines dort ansässigen Clans von kannibalischen und atomverseuchten Weirdos.

Das Hauptproblem von "The Hills have Eyes" - er ist nicht gerade mit dem Alter besser geworden. Man würde zwar gerne beim Überlebenskampf der Familie mitfiebern, ist aber zu beschäftigt sich beispielsweise über den echt krassen Oberlippenbart eines unserer "Helden" totzulachen. Apropos lachen : Der Film hat zwar ein paar recht verstörende Szenen (der Tod der Mutter) wirkt aber an anderen Stellen so unglaublich albern dass man sich fragt was der gute Wes Craven denn nun mit seinem Film bezwecken wollte. In der einen Sekunde spürt man ein leichtes Frösteln wenn der Tankstellenbesitzer dem Oberhaupt der Familie die gruselige Geschichte von der Gefahr in der Wüste erzählt und in der nächsten fasst man sich an die Stirn da die Dialoge und Schauspieler der "normalen" Familie so dermaßen seifenopermäßig ausfallen dass man durchaus mit den Kannibalen sympathisiert.

Die sind dann leider auch weniger furchterregend als spaßig anzusehen, sogar der potentiell wirksame Michael Berrymen wird dauernd für (unfreiwillige?) Lacher mißbraucht. Wenn der Kannibalen-Boss dann den (als ersten gekillten) Vater der "normalen" Familie sozusagen post-mortem zusammenscheisst kann man sich das breite Grinsen dann überhaupt nicht mehr verkneifen.

Trotz allem ist "The Hills have Eyes" beileibe kein schlechter Film. Man erkennt schon das hier jemand hinter der Kamera saß der sein Handwerk versteht, die Landschaftsaufnahmen sind sehr gelungen und auch das Drehbuch hat trotz aller Mängel ein paar nette Einfälle. Der Film hat dieses typische 70'er Jahre Flair, was ihm auch einen gewissen Charme verleiht, in gleichzeitig aber auch zu einem zwar leidlich unterhaltsamen, aber dennoch viel zu harmlosen Erlebniss macht. Wer also einen Film mit der gleichen Wirkung wie "Texas Chainsaw Massacre" erwartet wird den Tag verfluchen an dem er/sie sich zum anschauen von "The Hills have Eyes" entschlossen hat.

Wer sehen will wo Wes Craven angefangen hat, kann sich das Teil mit möglichst niedrigen Erwartungen schon mal antun. Meine persönlche Meinung: Nette Unterhaltung, mehr aber auch nicht.

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