Ein Asteroid kollidiert mit dem Mond, während ein gigantischer Asteroidenschauer die Erdatmosphäre durchdringt und große Zerstörungen auf der Erde anrichtet. Dies ist jedoch das geringste Problem, denn der Mond ändert nun seine Laufbahn, was auf der Erde zu einigen Katastrophen aufgrund veränderter Gravitationskräfte führt. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass sich der Mond auf Kollisionskurs mit der Erde befindet.
Sicherlich gibt es positive Beispiele aus dem Katastrophen- und Endzeitgenre wie "Armageddon" oder "The Day After Tomorrow", die sich tricktechnisch und darstellerisch aufgrund hoher Budgets auf gehobenem Niveau bewegen, aber die meisten Vertreter des Genres sind im Endeffekt billig, meist in Kanada inszenierte 0815-TV-Filme mit Computerspieleffekten und B-Darstellern, die selbst Genre-Fans wie mir größtenteils nicht zusagen. Umso erfreulicher ist es, dass "Last Impact" überraschend gut geworden ist.
Zunächst einmal bewegt sich der Film inszenatorisch auf einem enorm hohen Niveau, wenngleich Regisseur Rohl abseits diverser TV-Serien keine Erfahrungen sammeln konnte. So sind die Spezial-Effekte überraschend und erfreulich gut und zudem mit Übersicht und einem geschulten Blick für sehenswerte, teilweise beeindruckende Aufnahmen in Szene gesetzt, auch wenn die Dosierung vielleicht ein kleines bisschen größer sein könnte und auch ansonsten ist der Film optisch sehr stark gelungen.
Zwar ist die Charakterkonstruktion relativ klischeehaft, aber die Charaktere sind dann doch ausreichend konstruiert und gewinnen, nicht zuletzt wegen der soliden Darsteller, über die Dauer des Films allmählich an Profil und sind sympathisch genug gestrickt, dass der Film die Dramatik zum Showdown hin steigern kann. Überhaupt ist der dramaturgische Aufbau, so klischeehaft und kalkulierbar er auch sein mag, sehr schlüssig und damit rundum gelungen, sodass permanente Unterhaltung gewährleistet ist.
Aus naturwissenschaftlicher Sicht mag das Katastrophenszenario ja bei den Haaren herbeigezogen sein und den, der tatsächlich erwartet, ein halbwegs realistisches Endzeitszenario zu sehen, bitter enttäuschen, aber dieser Plot ist gut genug in die einzelnen Handlungsfäden eingebettet, dass es nicht weiter stört. So gelingen Rohl in seinem Werk einige dramaturgische Spitzen und ein enorm spannender Showdown mit einer dichten Atmosphäre, das den Zuschauer, der keine sonderlich hohen Erwartungen an den Film stellt rundum zufrieden stellen wird und mir als Genre-Fan hervorragend gefallen hat.
Die beiden Hauptdarsteller David James Elliot und Benjamin Sadler lösen ihre Aufgaben rundum souverän und sind sympathisch genug, dass ihr Schicksal auf Dauer fesselt, auch wenn die Darstellungen noch nicht unbedingt Kino-tauglich sind. Natasha Henstrige, spielt ebenfalls solide, zeigt aber erneut, dass sie als Darstellerin für höhere Aufgaben prinzipiell eher nicht zu gebrauchen ist. So ist James Cromwell in einem Cast aus soliden bis ordentlichen Darstellern mit einer gewohnt starken Leistung der darstellerische Höhepunkt des Films.
Fazit:
Dramaturgisch sehr effektiv gestrickt, ordentlich gespielt, versiert inszeniert und mit überraschend gelungenen tricktechnischen Höhepunkten ist "Last Impact" trotz der kalkulierbaren, klischeehaften und unrealistischen Story ein, über mehrere Stunden unterhaltsamer Katastrophenfilm, der durchaus zu empfehlen ist und mir als großem Fan des Genres hervorragend gefallen hat.
86%