Horrorepisodenfilme sind schon immer eine gute Möglichkeit gewesen mehrere kreative Filme, eingebettet in eine Rahmenhandlung (mit einer schockierenden Überraschung am Ende), auf die Leinwand zu bringen.
Bekannte Werke dieser Genrerichtung dürften u. a. Asylum (1972), Alpträume (1983), Body Bags (1993) oder Creepshow (1982) sein.
Natürlich gibt es neben den Klassikern und "Geheimtipps" auch Werke die sich zwischen schlecht, unterhaltsamen Trash oder mittelmäßig bewegen.
The Telling, so der Originaltitel, gehört meiner Meinung nach in den mehr mittelmäßigen Bereich.
Im Folgenden werde ich jeden der drei Episodenfilme kurz besprechen.
Die Rahmenhandlung von The Telling dreht sich um eine Schwesternschaft in die auch Brianna (Najarra Townsend) aufgenommen werden will und deswegen eine Party veranstaltet. Doch Stephanie (Holly Madison), die Anführerin der Omega Cappa Cappa Vereinigung, hält überhaupt nichts von der Party und teilt Brianna kurz und deutlich mit das es nichts mit der Aufnahme wird.
Brianna nimmt diese Mitteilung nicht wirklich gut auf, begeht sie doch einige Minuten später Selbstmord und ihre Leiche wird dann noch von ihrer Mutter ( Angela Nicholas) gefunden.
1 Jahr später:
Drei neue Anwärterinnen, Phoebe (Stephanie Sanborn), Haley (Jean -Louise O´Sullivan), Tonya (Jessica Noboa), wollen in die Schwesternschaft aufgenommen werden.
Da seit dem Vorfall vom letzten Jahr die Aufnahmebedingugen gelockert worden sind muss nun jedes der drei Mädchen eine unheimliche Geschichte erzählen...
1. Geschichte: Dollface
Lily (Rebekah Kochan) lebt zusammen mit ihrem Freund Tommy (Ryan Freeman) in einem geräumigen Haus in Portland.
Und eigentlich ist alles in Ordnung bis Sarah (Kimshelley Garner), Tommys Ex-Freundin, aus London zurückkehrt und Tommy sie im Haus wohnen lässt bis sie einen Job gefunden hat. Lily ist folglich etwas eifersüchtig und dann bringt Tommy noch eine antike Puppe, die er im Müll gefunden hat, mit nach Hause.
Schon bald merkt Lily das mit der Puppe etwas nicht stimmt und schon bald wird klar das sich hinter dem Porzellangesicht mörderische Absichten verbergen...
Dollface ruft teilweise Erinnerungen an die Filme von Charles Band (Doll Graveyard etc.) wach und ist im Grunde nicht wirklich unheimlich aber auch nicht langweilig da Trashfans hier durchaus auf ihre Kosten kommen.
2. Geschichte: Crimson Echo
Die Hollywoodschauspielerin Eva DeMarco (Bridget Marquardt) braucht dringend eine neue Rolle und tatsächlich wird sie dann auch von dem Regisseur Victor (John D´Aquino) für die Hauptrolle in seinem Film "The Crimson Echo" ausgewählt. Die Dreharbeiten finden in einem abgelegenen Landsitz statt.
Dort sind neben Victor auch dessen Gehilfin Alina (Diane Salinger) und der (kleinwüchsige) Butler Footcandle (Ed Gale) anwesend. Victor gibt sich gegenüber Eva charmant und hat für den Abend ein Essen mit dem Rest der Filmtruppe geplant. Allerdings läuft dieses Essen anders als sich Eva dies vorstellt. Denn Victor hat sie nur ausgesucht da sie noch nie in einem Horrofilm gespielt hat...
Crimson Echo ist definitiv der beste Beitrag und noch dazu in schwarz-weiß gedreht was alles noch mehr atmosphärischer erscheinen lässt (einzige Ausnahme ist eine farbige Traumsequenz).
Vom Thema her ähnelt Crimson Echo John Carpenters Cigarette Burns geht es doch auch hier um die Macht des Films als Medium.
Natürlich ist Crimson Echo längst nicht so ernsthaft wie Carpenters Film schafft es aber dank des Soundtracks, dem Setting und den Darstellern im Finale zu überzeugen.
3. Geschichte: Prank Call
Die drei Teenager Meredith (Veronique Vicari), Jenna (Jessica Lowe) und Anna (Amanda Ward) wollten ursprünglich einen Kinofilm anschauen.
Doch da alle Tickets ausverkauft sind kehren sie in die heimischen vier Wände zurück wo sie aus Langeweile anfangen Scherzanrufe bei anderen Leuten zu machen.
Leider werden sie dabei über das Telefon Zeugen eines Mordes und der psychopathische Killer scheint schon bald zu wissen wo die drei Grazien wohnen...
Prank Call ist der Tiefpunkt von The Telling.
War Dollface noch ganz erträglich und Crimson Echo unterhaltsam zieht sich die Handlung in Prank Call wie alter Kaugummi.
Im Vergleich zu Meredith, Jenna und Anna sind sämtliche Teenager aus den Freitag, der 13. Filmen vorbildliche Zeitgenossen.
Prank Call wandelt auf den Spuren von Das Grauen kommt um Zehn (1979) und I Saw What You Did (1965) doch handelt es sich bei diesen Filmen um Klassiker des Genres während Prank Call nur drei wohlgeformte Schönheiten mit schlecht gespielter Hysterie zu bieten hat.
Die einzigen sympathischen Charaktere in Prank Call sind ein Fernsehmechaniker und ein Polizist (der dann von einem der Mädchen in einem Anfall von geistiger Umnachtung + 100% Hysterie ermordet wird).
Gestählte Trashfans dürften aber auch hier keine Probleme haben.
Und natürlich gibt es für die Rahmenhandlung (Sorority Sisters) ein schockierendes Ende... .
Bewertung:
The Telling ist kein schlechter Film. Schon allein The Crimson Echo ist ein guter Grund sich die DVD zumindest auszuleihen. Die Darsteller machen ihre Sache gut, der Soundtrack und die Kulissen überzeugen und vermittlen durchaus Atmosphäre.
Zur dt. DVD:
Die dt. Synchronisation ist gut allerdings wurde The Telling für den dt. DVD - Markt in Girls Mansion Massacre umgetitelt (was wohl eher auf einen Slasherfilm hindeutet als auf Episodenhorror).
Fazit:
The Telling ist wirklich nur Trashfans und Leuten die mal einen Blick auf Crimson Echo werfen wollen zu empfehlen. (5/10)