Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 17.03.2013

Ich war ja einer von den Wenigen, die "Cabin Fever 2" durchaus mochten... dennoch hätte ich Ti West einen derart krassen Stilwechsel im Leben nicht zugetraut. Alle faseln immer von Retro-Kino, serviert wird dann meist etwas, das erbärmlich versucht, die 70er und 80er Jahre zu imitieren, ohne dass es gelingen würde, aber die scheinbar so ereignislose erste Hälfte von "House Of The Devil" - wüsste man es nicht besser, würde man glauben, dieser Film sei wahrhaftig in den 70ern im Untergrund gedreht worden.

Höchst geschickt streut West, während er vermeintlich Belangloses zeigt, haufenweise Informationen in die Bilder, die Unmengen von Suspense erzeugen. Seien es Kameraperspektiven, sei es die Stimmintonation oder ein Satz, der gesprochen wird, sei es auch einfach die pure Neutralität des Filmkorns... wer hier schreit "langweilig", ist wohl von jahrelangem Konsum greller Farbfilter und 50 Schnitten pro Minute so abgestumpft, dass er Feinheiten nicht mehr erkennen kann.

Im zweiten Teil kommt der West dann ein bisschen heraus, aber auch hier zerstört er seinen Film nicht, sondern übt sich lediglich in Konsequenz. Die Krönung ist dann das relativ abrupte Ende, das mehr Grindhouse in sich trägt als jeder postmoderne Reflex der letzten Jahre.

Es hat sich mal wieder die Faustformel bestätigt: Wenn 50 Prozent des Publikums begeistert sind und 50 Prozent vom größten Scheiß aller Zeiten reden, handelt es sich meistens um einen verdammt interessanten Film.

*weitere Informationen: siehe Profil

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