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Handlung: Zwei junge Frauen, eine davon blind, sowie ein junger Mann, welcher der Freund der Blinden ist, haben sich dazu entschlossen, eine schöne Reise ins Ausland zu machen. Der junge Mann, der seiner Freundin die Reise geschenkt hat, hat dies jedoch nicht ohne Hintergrund getan, denn er möchte seiner Freundin einen Heiratsantrag machen. In Frankfurt werden die 3 Freunde von einem unbekannten ausgeraubt, woraufhin sie in eine abgelegene Bar gehen, um sich zu erholen. Es handelt sich bei der Bar um einen ziemlich düsteren Fetisch-Schuppen, was zur Folge hat, dass die Freunde so schnell wie möglich abhauen wollen. Als jedoch eine junge Frau, scheinbar eine Prostituierte, anfängt den Mann anzugraben eskaliert die Situation, und die drei werden überwältigt und in das verlegene Folterverliess von "Maman" verschleppt, wo die Drei von
zahlenden Kunden totgequält werden sollen.

Torture Porn ist zur Zeit, neben Remakes von alten Horrorklassikern, wohl das trendigste innerhalb des Horrorsektors. Eli Roth's bekannter "Hostel" brachte eine wahre Lawine ins Rollen, welche uns unter anderem "Carver" (okay), "Scar 3D" (mittelmaß), "Grotesque" (eher enttäuschend) und "Hostel 2" (grottig) bescherte. Das Genre funktioniert eigentlich nach einem relativ einfachen Prinzip: man lockt Freunde von extremen Filmen mit dem Versprechen von blutigem Sadismus, und der Rubel rollt. Jedoch halten diese Filme nie das, was sie versprechen. Jetzt gibt es aber einen neuen Vertreter dieses Genres aus deutschen Landen, nämlich "La petite Mort" (übrigens im französischen eine Art "geflügelter Begriff" für den Orgasmus; dies nur am Rande), welcher aus der "Matador" Schmiede, welche schon für den sehr guten "Tortura" verantwortlich waren, stammt.

Die Handlung weist sehr starke Parallelen zum (meines Erachtens KOMPLETT überbewerteten) Hostel auf, dies dürfte jedem klar sein. Die Drei Freunde, welche verschleppt und verkauft werden bieten sicherlich nichts neues, was Dramaturgie angeht, aber in meinen Augen ist das Grundkonzept völlig ausreichend, da es hier eine sehr liebevolle Bearbeitung erfahren hat. Der geneigte Splatterfan darf froh sein, denn die obligatorische Warmwerd-Phase ohne Gewalt ist sehr kurz gehalten, und ab dem Zeitpunkt, wo die Drei verschleppt werden, baut der Film konsequent eine sehr beklemmende, spannende und perverse Athmosphäre auf, was aufgrund der sehr guten Sets auch zu 100% gelingt und (nicht wie in vielen anderen Low Budget Produktionen) sehr authentisch wirkt, hier mal ein großes Lob an die Verantwortlichen! Die Hintergründe werden zu Genüge erklärt, genauso wie das relativ interessante Mutter-Tochter Verhältnis zwischen "Maman" und ihren beiden Töchtern.

Von der Produktion her gibt es rein garnichts zu bemängeln, die Musik, die Sets, der Schnitt, die Kameraführung und die Bildqualität wirken absolut professionell, von verwackelten Amateuraufnahmen àla Schnaas keine Spur. Sicherlich handelt es sich hier um eine Low Budget Produktion, aber dies merkt man selbst als Kenner nicht, ein Laie würde es einem wahrscheinlich garnicht abnehmen, dass keine große Firma hinter der Produktion steht. Die Macher haben sogar drei hochkarätige "Stars" der deutschen Splatterszene an Bord, nämlich Andreas Pape (Mutation: Annihilation, Rigor Mortis), Thomas Kercmar (Satan Claus, Zombie Reanimation und Rigor Mortis) sowie Manoush (Angel of Death 2), welche allesamt in gewohnt guter Manier agieren. Vor allem Manoush nimmt man die perverse Puffmutter zu 100% ab, und Thomas Kercmar als Perversling mit verbranntem Gesicht ist auch absolut oscarreif!

Ähnlich wie bei Hostel steht die Folter ziemlich früh im Vordergrund. Hier punktet der Film dann richtig auf, und dreht in so derber Manier ab, dass selbst der ein oder andere Splatterfan an seine Grenzen stoßen könnte. Denn im Gegensatz zu Hostel, welcher eher für das Mainstreampublikum gedacht ist, präsentieren die Macher uns hier durchgehend perverse und abartige Foltermethoden. Es wird immer voll drauf gehalten, und nichts wird dem Zuschauer vorenthalten, manchmal scheinen die Szenen fast schon endlos. Meiner Meinung nach der erste Film dieser Art, der dem Begriff "Torture Porn" gerecht wird! Die Effekte stammen von Olaf Ittenbach, und sind selbstredend in höchstem Maße genial, hier dürfte echt kein einziges Splatterfan-Auge trocken bleiben, denn selten bekommt man solche Sadismen auf solch hohem Niveau geboten. Egal ob eine Hand durch den Fleischwolf gedreht, ein Auge aus dem Schäde geschält, ein Mann kastriert oder ein Hals durchgeschnitten wird, alles sieht man in voller Länge, und genau wie in der Schlusssequenz von Bethmann's Exploitation-WiP-Porno "K3" kommt man als Splatterfans aus dem Staunen kaum noch heraus! Desweiteren ist unbedingt anzumerken, dass es ab der ersten Splatterszene, welche schon sehr früh kommt, keine Durchhänger gibt, und konsequent gefoltert und gemordet wird.

Walz hat sich hier ganz klar einen Platz innerhalb der deutschen Splattergemeinde gesichert, denn dies ist definitiv ein Film, den man als Splatterfan garnicht schlecht finden kann. Torture Porn hat mit diesem Film definitiv eine Wiedergeburt erlebt, und endlich hat jemand mal Herrn Roth und co gezeigt wo der Hammer wirklich hängt! Obwohl dieser Film definitiv viel zu hart für das Mainstreampublikum und SAW Kiddies ist, wäre in meinen Augen ein internationler Erfolg in keinster Weise auszuschließen, verdient hätte es der Film auf jeden Fall, denn er ist wirklich extrem böse und pervers, und bietet perfekte Unterhaltung für eben die Leute, die bei Hostel nur zu den blutigen Stellen gespult, und bei Grotesque fast eingeschlafen sind!

Fazit: Extrem gelungener Torture Porn Splatterstreifen, welcher für jeden Splatterfreund ein wahrer Pflichtkauf ist. Die DVD kommt in einer kleinen Hartbox im ansprechenden Design, und es gibt diverse Extras (unter anderem ein 50 minütiges Making Of), und bei einem Preis von ca 15 € steht dem Kauf echt nichts im Wege. Ich persönlich war schwer beeindruckt, denn dieser Film ist noch besser als der sehr gute Tortura. Wenn das so weitergeht haben die Herren von Matador bald schon einen ähnlichen Status wie Olaf Ittenbach. Begeistert von der Konsequenz und der unbarmherzigen Härte des Filmes vergebe ich

9,6/10 Punkten!

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