10 Stunden trennen sie von Sommer, Sonne und Strand. Simon, dessen blinde Freundin Nina und die aufgeweckte Dodo müssen vor Ihrem Abflug nach Mallorca, in Frankfurt umsteigen. Genug Zeit um noch ein paar Sehensürdigkeiten zu besuchen. Doch nachdem sie von einem Unbekannten ausgeraubt werden, landen sie zufällig im „Maison de la petite mort“, Schauplatz für die abscheulichen Perversitäten und blutgetränkten Spielchen der High Society. Hausherrin Fabienne und Ihre missratenen Töchter Dominique und Angelique bewirtschaften das Etablissement, wo bestialische Folterungen, ekelerregende Morde und Fieberphantasien unheilbar kranker Hirne, unsere Urlauber erwarten. Gibt es für die Drei ein Entkommen aus der Hölle?
La Petite Mort hab ich gestern Abend gesehen und bin sogar heute noch stocksauer. Das hat aber weniger damit zu tun das mir der Film nicht gefiel (was er aber auch nicht getan hat), sondern mit der deutschen Veröffentlichung. Meine Version schimpft sich Torture Porn Vol. 2 und ist eine Kompilation mit weiteren Marcel Walz Filmen (Maximum Violence und Schlaraffenhaus)und ist ab 18 Jahre freigegeben. Allerdings setzt hier der Abspann nach 56 Minuten ein und von den im Vorspann angekündigten Effekten von Olaf Ittenbach ist so ziemlich gar nichts zu sehen, was den Film jetzt wahrscheinlich nicht besser gemacht hätte, aber das einzige war, auf das ich mich noch nach etwa einer Viertelstunde Laufzeit noch gefreut hatte. Originallaufzeit ist lt. OFDB 66 Min lt. IMDB 76 Min.
Mein Review bezieht sich also auf die entgrätete Sparversion, ohne die brutalen Foltereffekte, ohne das von den drei Protagonisten der Tod Zweier auch nur fitzchenweise angedeutet wird und auch sonst an jeder möglichen und unmöglichen Stelle ein sichtbarer Cut geschieht, deswegen mal wieder ein netter Gruß an den Publisher gefolgt von dem üblichen "möget ihr in Hölle schmoren" nachweihnachtlichen Grüßen.
Aber auch so konnte ich zumindest abschätzen, das ich wohl eher kein potentieller Kandidat für den Walz-Fanclub bin (und mir die beiden anderen Filme mit ziemlicher Sicherheit auch nicht gefallen werden). Hier wird im Grunde ein mäßiger Amateurfilm gebracht, der nicht mal ansatzweise versucht eine Story zu erzählen, sondern sich offensichtlich am Voyeurismus aufgeilt. Das das Alles auf einer wahren Begebenheit beruhen soll mag ja durchaus sein, aber hier wird im Grunde nur Hostel ohne jedes Budget kopiert.
Die Darsteller waren dabei sogar noch einigermaßen akzeptabel und es sind ja auch genügend dabei, die man aus den üblichen Ittenbach/Schnaas/Rose/Taubert Werken so kennt. Die Dialoge wiederum wirken mal wieder furchtbar gestelzt und so spricht im Leben ebenso niemand. Ziel ist dann auch kein richtiger Film, sondern die reine Ergötzung daran, wie anderen Menschen möglichst blutig Körperteile abgeschnitten oder durchbohrt werden. Ich bin jetzt weiß Gott kein blümchenpflückender Philanthrop, aber da kann ich mir genau so gut die Gesichter des Todes Clips in der Endlosschleife anschauen.
3/10