Review

Ey Mann, wo ist mein Auto vs. Zombie 90...

Zombiefilme sagt man, sind leicht umzusetzen, so zumindest im Amateurbereich denkt man, denn ambitionierte Jungfilmer mit reichlich Tatendrang hecheln danach ihr Hobby des Filmeschauens, ihre Lust nach Gore und Geglibber mal in ähnlicher Form umzusetzen. Der einfachste Weg ist da tatsächlich der auferstehende Tot, der sich seinen Weg ohne Vorankündigung in die Utopie der Normale schlägt. Es bedarf nicht viel und schon hat man die Grundvoraussetzung für einen solchen Film.

Doch das Problem: gerade wegen dieser simplen Grundvoraussetzung gibts zuviele, die dies verüben: Reizüberfluss, mehr Quantität statt Qualität, sodass auch mal die technischen Überflieger, die Soliden, die, an denen man nichts rumzumeckern hat, gnadenlos untergehen. Rise of the damned mag ein so ein Teil sein, denn große Innovation geht anders. Rise of the damned ist ein solch Produkt der Reizüberflussschiene, dass zwar nichts grossartig falsch macht, aber auch nicht viel richtig, denn es bietet von Allem zwar Gewohntes, aber nichts Neues...

Schade drum, wäre die Ausgangssituation im Wald (wo auch sonst?) mit den zwei Typen (reichlich junges Gemüse) ein Beginn für dramatische Szenen gewesen, denn scheinbar ist der eine Bulle und der Andere Drogenhändler, und aber auch ehemaliger bester Freund, die sich jetzt, scheinbar aufgrund des Gesetzes bekriegen. Es wirkt wie ein Schauspiel im Grundschulalter, wenn man Räuber und Gendarm spielte, aber schlimmer noch, wieso und weshalb bleibt ungeklärt, zumindest bedarf es dafür ohnehin wenig Erklärung wenn direkt umme Ecke die Zombies bzw. ein Zombie aufmarschiert.

Die Verwunderung ist nicht gross, denn leider handeln unsere tapferen Recken so, als wäre es das normalste von der Welt. Gut, man möchte der Truppe um Mac Mave Studios nichts Böses zuschreiben, aber wenn man sich schon um ein Duo bemüht, dass nun im Ernst der Lage, obwohl der mittlerweile entstandenen "Rivalität", ein Miteinander schliessen müssen, dann sollte auch nachvollziehbares Handeln, wie es ein Normalsterblicher tut, vorhanden sein. Stattdessen ballern sie sich kommentarlos mit reichlich billigem, absolut unansehnlichen CGI Gematsche durch schlecht geschminkte und absolut öde Zombies, während sich der eine andauernd echauffieren muss, wo den das Auto des Anderen steht.

Technisch gesehen ist Rise of the damned aber keineswegs zu bemängeln, stattdessen bemüht sich der Film weitesgehend vom typischen Home Made Look wegzukommen, denn die Beleuchtung, die Kontraste und Optik sind rein, und auch der Kamerastil, bzw. die Schnitte wirken ohne weiteres gut, um nebenher auch ordentlich Tempo draufzulegen. Aber was kümmert das, wenn der Inhalt zu einem solidem, aber wenig überraschendem Faden verkommt, den man schon zuhauf woanders gesehen hat?

Da mag die Rolle des Gelände infiltrierenden Soldaten ganz nett wirken, kann man sich wenigstens an seiner Übercharakteristik des coolen Bad Soldier belustigen, passt das einfach so gar nicht zu seiner Person an sich. Ob nun gewollt oder nicht, ist egal, zumindest ist dieser Part mit ihm der unterhaltsamste, zumal dort reichlich Action B- Movieflair aufkommt, wenn sich Soldat und die beiden Jungs bekriegen.

Natürlich darf ein solcher Film nicht glücklich ausgehen, denn Zombies liefern Apocalypse, worauf die leergefegten Strassen eines kleinen deutschen Kaffes doch noch etwas Atmosphäre erhaschen, schlendert einer der Überlebenden mit letzten Kräften durch die Strassen, um letztendlich dem Untergang geweiht zu sein.

Fazit:
Rise of the damned ist nett gemeint, kann aber eben so in seiner Gesamtform wenig erheitern. Er nervt nicht wirklich, ist technisch sauber und solides Amateurniveau, wird aber wohl kaum jemandem Freudensprünge entlocken können. Dazu ist der Spass zu innovationslos, die durchaus im Vordergrund stehenden Goreeffekte zu schlecht getrickst und belanglos, und die Umsetzung wenig atmosphärisch.

Und wo war jetzt das hübsche Mädchen auf dem DVD Cover???

50%

Zombies: The Resurrection (2) < Zombie 90: Extreme Pestilence (4) < Rise of the damned (5) < 6 Minutes of the living dead (6)

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