Review

Die Französisch-Klasse der Abraham-Lincoln-High School befindet sich auf der Klassenfahrt von L.A. nach Paris. Als Alex kurz vor dem Start im Flugzeug sitzt, hat er plötzlich eine Vorahnung: Er sieht wie das Flugzeug kurz nach dem Start explodiert. Panisch wacht er auf und versucht seine Mitschüler zum Aussteigen zu bewegen, worauf er vom Bordpersonal aus dem Flugzeug verwiesen wird. Eine Lehrerin und mehrere Schüler begleiten ihn und werden kurze Zeit später Zeugen, als die Maschine tatsächlich in der Luft explodiert.
Als nach einiger Zeit die Überlebenden des Flugs 180 auf grausame Weise sterben, ahnt Alex plötzlich die Zusammenhänge: Der Tod selbst steckt hinter den mysteriösen Todesfällen. Ihr Sterben war vorbestimmt und Alex hat durch seine Vision in den Plan des Todes eingegriffen. Durch Zufall kann Alex die Reihenfolge ermitteln, in welcher sie damals bei dem Unglück hätten sterben sollen. Nun liegt es an ihm den Plan von Gevatter Tod erneut zu durchkreuzen...

Das ist die Story von "Final Destination", mit der alles seinen Anfang nahm und die Geburtsstunde einer Filmreihe eingeläutet wurde, die es bislang auf vier Fortsetzungen gebracht hat.
Doch das Original von 2000 ist und bleibt mit Abstand der beste und genialste Teil der Reihe, der auch in der x-ten Wiederholung nichts von seiner Intensität eingebüßt hat.

"Erkenne die Zeichen!"

Obwohl die Hauptakteure von "Final Destination" junge High School-Kids sind, darf man hier keinen genrytypischen Teenie-Horror erwarten. Wer glaubt, der Sensenmann persönlich würde sich in bester Slasher-Tradition durch die Reihen der Teenager metzeln und schnetzeln, ist auf dem Holzweg, denn die ausgeklügelte und sorgfältig gesponnene Geschichte des dreiköpfigen Autorengespanns kommt wesentlich subtiler daher, als es auf den ersten Blick erscheinen lässt.
Der Tod kommt auf leisen Sohlen, in Form eines kühlen Windzugs und eines schwarzen Schattens - und er holt sie alle! Doch wie er sie sich holt ist der Clou an der ganzen Geschichte!

Der Todesplan, dem die Überlebenden von Flug 180 nacheinander zum Opfer fallen, erweist sich als raffinierte Schnitzeljagd, bei der Alex die Zeichen und Vorahnungen wahrnehmen und deuten muss, um das nächste Opfer auszumachen und es zu retten. Doch der Tod ist ihm immer einen Schritt voraus und schon bald steht Alex selbst auf seiner Liste.

Was einen zusätzlichen Reiz der Geschichte ausmacht und zum Markenzeichen der Reihe etablierte, sind die ausgedehnt und einfallsreich inszenierten Kills:
Wenn Mrs Newton durch ein Schlachtermesser zu Tode kommt, dann nur, weil es Teil des Plans und die Folge einer unglaublichen Kettenreaktion war, in deren Verlauf ein dummer Zufall auf den nächsten folgt und letzten Endes der Tod ganz anders zuschlägt, als der Zuschauer gedacht hätte.

"Final Destination" spielt gekonnt mit den Erwartungen und den Ängsten des Publikums, denn der Großteil der Kills resultiert aus alltäglichen Situationen.

Phrasen wie "Du hast Dein ganzes Leben noch vor dir!" bekommen einen bitteren Beigeschmack nachdem man "Final Destination" einmal gesehen hat.

Und wer glaubt, eine banale Kleinigkeit wie ein lästiges Nasenhaar zu entfernen, könnte nicht tödlich enden, wird hier eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Ein falscher Schritt und Du findest dich schneller im tödlichen Würgegriff einer Wäscheleine wieder, als dir lieb ist!

"Wir sehen uns wieder!"

Die bizarre Todesserie überzeugt auf ganzer Linie und besticht vor allem durch ihren düster-morbiden Charme, der durch einen kurzen, aber sehr prägnaten Auftritt von Tony Todd als Bestatter Bludworth noch verstärkt wird.
Humor ist ein wichtiger Bestandteil der Reihe, doch in keinem  Teil war er so pechschwarz wie hier.
Seann William Scott ("American Pie 1 -3", "Ey Mann, wo ist mein Auto?") spielt wie immer einen Tölpel, aber angenehm dezent und ohne alberne Plattheiten. Der Humor passt sich dem düsteren Grundton der Handlung nahtlos an, konzentriert sich vielmehr auf absurde Alltagssituationen und den doppelten Sinn der Dialoge.

Während im herkömmlichen Slasher die Floskel "Ich komme gleich wieder!" eher den umgekehrten Fall bedeutet - so sind Sätze wie "Ich sterbe nie!" oder "Dann kannst Du auf der Stelle tot umfallen!" auf "Final Destination" anzuwenden und man kann sich sicher sein, dass dies jemandens letzte Worte waren.

Selten waren Kills in einem Horrorfilm kreativer und selten machte es mehr Spaß, den Leuten beim Sterben zuzuschauen.
"Final Destination" ist eine willkommene Innovation im Horrorgenre und bietet eine ausgefallene Rahmenhandlung mit wohl dosierten Schock- und Splatterszenen.
Die Filmreihe unterscheidet sich angenehm von Slashern wie "Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast" oder "Düstere Legenden" - weit und breit kein unheimlicher Schlitzer mit Maske und dunklem Umhang, sondern eine unsichtbare, allgewärtige Gefahr, bei der die sichere Umgebung deiner eigenen Wohnung zur tödlichen Falle wird.

Wag es nicht, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen - Du würdest es bitter bereuen!

8,5/10

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