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Den Tod überlisten, ein reizvolles Thema!
„Final Destination“ benutzt diese Prämisse als Vorwand für das berühmte Zehn-Kleine-Negerlein-Schema, welches man natürlich aus jedem x-beliebigen Slasher importieren kann.

Obwohl das sehr platt hätte geraten können, setzt die Produktion der ehemaligen Akte-X-Schreiber Morgan und Wong jedoch hauptsächlich auf eine mysteriöse, nicht faßbare Atmosphäre des Jenseitigen, die die zufällig dem Tode entkommenen Opfer nun doch in seine kalten Hände überantwortet.

Das alles bekommt natürlich darüber hinaus noch eine extra makabre Note, weil sich der Sensenmann offenbar wegen seiner Schludrigkeit genötigt fühlt, besonderen Einfallsreichtum an den Tag zu legen, um die verschollenen Schäflein heimzuholen.

Das Skript geht das sehr geschickt an: ein Vorspann voller mysteriöser Vorzeichen, dann eine Flugzeugabsturzkatastrophe, die sich als Vision entpuppt und der vorzeitige Ausstieg der späteren Delinquenten, bevor die Passagiermaschine Opfer eines tatsächlichen Absturzes wird. Von da an regieren die phantasievollen Todesarten im Film, wobei der Zuschauer den Figuren immer etwas voraus sein darf, denn nur so wird der Spaßlevel auf das nötige Niveau gehoben.
Wenn man die Charaktere in ihr tödliches Schicksal laufen sieht, ist das um so wirkungsvoller, wenn man durch die Anordnung mehrerer möglicher tödlicher Gegenstände im Raum mitraten darf, wie denn nun das Opfer in die nächste Welt befördert werden wird.
Selbstredend, daß man so manipuliert wird und es dann immer wieder ein ganz, ganz anderer letaler Dreh ist.

Sobald die Figuren im Wissen um ihre Situation aufholen, steigt erfreulicherweise trotzdem die Spannungskurve an, denn die Schutzmethoden sind ebenso einfallsreich wie die Todesarten.

Getragen wird das alles von einem für das Genre hervorragenden Cast. Devon Sawa macht seine schwache Leistung in „Die Killerhand“ vergessen, Kerr Smith ist sehr angenehm als aggressives Ekel und sogar Seann William Scott ist auf der Nervskala auf einem Tiefpunkt angekommen.
Es hapert zwar schlußendlich an der Pointe am Ende (die ist sehr durchsichtig und hat oft genug Zweifel herausgefordert, da die Schlußfolgerungen der Figuren sehr vage sind) und der Gastauftritt von Tony Todd als anscheinend mehr wissender Totengräber sind auch mehr Augenzwinkern als wirklich wichtig.

Trotzdem hat FD in punkto Originalität vielen Teenslashern des später 20.Jahrhunderts etwas voraus und büßt auch beim zweiten Sehen nicht die gesamte Spannung ein, weil die Identität des Gegners eben für die Auflösung kein Thema ist. (7,5/10)

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