Review

Ein Review zur ersten Season:

Hier ist die neue Serie von Babylon 5 Erfinder J. Michael Straczynski nach dem Comic von Hermann.

Eine Seuche, genannt The Big Death, tötet alle Erwachsene. 15 Jahre später versuchen die inzwischen Erwachsenen in der Apokalyptischen Welt zu Überleben. Unter ihnen Jeremiah und Kurdy. Die beiden Arbeiten, nachdem sie die geheime Gruppe gefunden haben, für eine Bunkergemeinschaft um Information zu Sammeln damit die alte Welt wieder aufgebaut werden kann. Nebenbei versucht Jeremiah den WALHALLA Komplex
zu finden. Dort wollte sein Vater vor 15 Jahren auf ihn warten. Doch der Komplex scheint nicht das zu sein was sich Jeremiah erhofft.

Natürlich ist das nur eine allgemeine Zusammenfassung der Story die sich nach und nach komplex gestaltet. So wie man es auch schon von BABYLON 5 kennt.
Doch leider kommt JEREMIAH (noch) nicht an die Qualität heran. Straczynski versucht manchmal schon fast mit der Brechstange einen extremen Anspruch zu schaffen was leider doch sehr auf die Action und Spannung drückt. Zwar fangen die ersten Folgen sehr spannend und actionreich an um aber dann stark im Mittelteil abzuflachen. Das soll heißen es wird sehr viel geredet und über die neue und alte Welt Philosophiert, da fast jedes Thema wie Rassismus, Gott, Sekten, Gewalt, Sünde, Vaterschaft, die Ignoranz Bücher zu lesen, Tod und noch andere Punkte lang und ausgiebig Diskutiert werden. Das ist anfangs noch Interessant aber nach der fünften Folge hintereinander dann doch langatmig.
Zum Glück wird’s dann zum Ende der ersten Staffel noch mal richtig spannend um dann mit einen sehr guten Cliffhanger zu enden. Auch sollte man anmerken, für die Fans des Comics, dass eigentlich nicht viel von der Vorlage übrig geblieben ist. Bis auf die Namen und das Setting in einer Apokalyptischen Welt hat die Serie eigentlich nichts mit dem Comic zu tun.

Dafür merkt man am Anfang gleich dass die Serie auf einem Kabelkanal läuft. Es gibt doch für eine Fernsehserie recht viel Sex und Gewalt. Das heißt man sieht sehr viele nackte Brüste und auch einiges an Blut spritzen (natürlich kein Splatter!). Auch die Ausdrucksweise mit den Worten fuck und motherfucker ist härter als das was man normalerweise im Fernsehen so sieht. Diese Umsetzung gibt der Serie einen realistischen Touch.

Kommen wir zum Stab: Unter den Produzenten findet man neben Straczynski und Hauptdarsteller Luke Perry u.a. auch Joe Dante. Der Pilotfilm wurde Routiniert von Russell Mulcahy inszeniert und man sieht dort auch einige technische Spielereien vom HIGHLANDER Regisseur die man auch z.B. in RESSURECTION sehen konnte; bezogen auf die Kamerafahrten etc. Sonst bewegt sich die Regie auf normalen Serienstandard.
Die Schauspieler sind durchweg als solide zu bezeichnen. Die Chemie zwischen Luke Perry und Malcolm Jamal Warner (COSBY SHOW, DROP ZONE) stimmt und es gibt einige witzige Dialoge zwischen den Protagonisten. Wobei man Luke Perry die beste Schauspielleistung ausstellen muss. Man merkt (wie gesagt auch als Produzent tätig) das ihm die Serie etwas bedeutet und liefert in einigen Folgen gute Darstellungen seiner Figur.
Bei den Gaststars gibt es neben Jake Busey (in welcher Serie macht der nicht mit?) auch
Michael Rooker (REPLACEMENT KILLERS, CLIFFHANGER, REPLICANT) und Jason Priestley zu sehen. Vor allem das aufeinander Treffen von Perry und Priestley (beide bei BEVERLY HILLS 90210 ) ist unterhaltsam und Priestley spielt seinen psychopatischen Part sehr gut.

Scheinbar stand nicht allzu viel Geld zur Verfügung so wirkt das Design der Serie manchmal etwas spärlich. Was sich vor allem darin bemerkbar macht das die Handlung oft in kleinen Vororten und Dörfern abspielt. Computereffekte gibt es eigentlich nur wenige und bestehen meistens aus kaputten Häusern und Animationen der Großstädte. Diese sind dann aber gut zu erkennen und deuten ebenfalls auf ein schmales Budget hin.

Fazit: Jeremiah ist eine Serie mit guten Ansätzen und einigen guten Folgen. Leider überwiegt der angepeilte Anspruch und so treten durch die vielen Diskussionen und Unterhaltungen oftmals langweilige Momente auf. Zum Ende der Staffel gibt es aber einige spannende Wendungen und so ist man trotzdem gespannt auf Season 2. Laut den Kritiken aus Amerika soll dann die Fortsetzung auch wesentlich besser sein als die ersten Folgen. Vor allem wegen der Rolle die Sean Astin (HERR DER RINGE 1-3) dann spielt. Sobald ich diese gesehen habe, folgt noch eine Kritik. Also, bis dahin…

6/10

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