Review

„Extreme Ops“ ist ein ordentlicher Fast Food Film, auch wenn ich von Christian Duguay nach „Art of War“ mehr erwartet hätte.
Der Beginn ist ein ganz netter Einstieg: Sportler üben verschiedene Extremsportarten aus, wobei sie sich immer mit der gleichen Videokamera filmen – was sich dann bei der letzten Sportart, Wildwasserkanu, als Werbespot für eben jene herausstellt. Während Finanzplaner Jeffrey (Rupert Graves) möglichst spektakuläre Aufnahmen will, ist sein Partner und Werbespotregisseur Ian Fintach (Rufus Sewell) mehr an der Sicherheit der Leute und am Machbaren interessiert. Damit gibt der Film seine Grundhaltung für die nächsten 90 Minuten vor und ändert diese auch nicht, so dass auch der anspruchslose Zuschauer nicht gestört wird.
Im Büro zurück wird den Auftraggebern der fast fertige Spot gezeigt und erklärt, dass nur noch eine Sportart fehlt. Als Jeffrey dann wieder seine Kompetenzen überschreitet und den Auftraggebern erklärt, die bekannte Abfahrtsläuferin Chloe Weston (Bridgette Wilson) werde vor einer Lawine davonfahren, findet er sich kurz darauf hängenderweise am Hochhausdach wieder – nur vom erbosten Ian gehalten, dem er eines versprechen muss: Dass er von der Läuferin nur Close-Ups macht und zwei Extremsportler den gefährlichen Stunts durchführen lässt. Wie gesagt: Die Einstellung der Figuren und ihr Verhalten bleibt fast den gesamten Film über gleich.

Mit Mann und Maus geht das Filmteam in die Berge, um dort zu drehen. Dabei komplizieren kleine zwischenmenschliche Probleme das Ganze: Ian hält Chloe für ungeeignet, diese will gerne beweisen, dass sie auch gefährliche Stunts beherrscht, Kameramann Will Flaky (Devon Sawa) ist in Extremsportlerin Kittie (Jana Pallaske) verschossen usw. Als das Team nach einer Eskapade aus seinem Hotel fliegt, müssen sie in einem Hotel auf dem Berggipfel Quartier beziehen, doch hier versteckt sich der gesuchte, aber offiziell totgeglaubte Kriegsverbrecher Slobovan Pavle (Klaus Löwitsch)....
Ganz klar: Besonders ist die Story von „Extreme Ops“ nicht, sondern sie dient nur dazu, um möglichst viele Extremsportszenen miteinander zu verbinden, aber irgendwie hat man das schon vorher geahnt. Lediglich der Spannungsmangel ist zu beklagen und die Eindimensionalität der Figuren, ebenso die Vorhersehbarkeit der Story, auch wenn dem gegenüber sehr sympathische Charaktere und Christian Duguays gekonnte Regie gegenüberstehen. Doch im Gegensatz zu „Art of War“ ist seine Leistung hier nur noch gut und hat nichts Sensationelles mehr.

Das Wesentliche an dem Film sind ganz sicher die Extremsportsequenzen, meistens Ski und Snowboard in den wildesten Variationen und die haben es echt in sich. Sie sind sehr spektakulär und zahlreich, was auch über diverse Storyschwächen hinwegtäuscht. Leider fallen die wenigen, kurzen Treffen mit den Bösewichten ins letzte Drittel und bestehen meist auch nur aus eher harmlosen Sportszenen. Also nur mit minimalem Schusswaffengebrauch und null Kloppereien rechnen.
Rufus Sewell bringt eine gute Leistung in der Hauptrolle, auch wenn der Film bei seinen Darstellern austauschbar bleibt und sein Augenmerk auf spektakuläre Stunts setzt. Die restlichen Darsteller wie z.B. Heino Ferch, Devon Sawa, Bridgette Wilson und Klaus Löwitsch in seiner letzten Rolle sind allesamt routiniert. Sie gewinnen zwar keine Preise, bieten aber auch kaum Anlass zur Kritik. Natürlich musste Duguay seiner Frau Liliana Komorowska wie schon in anderen seiner Filme zuvor auch hier eine Rolle gegeben und wie zuvor spielt sie ganz OK, auch wenn ich ihre Leistung in „Art of War“ besser fand.

Netter Hirn-Aus Film, bei dem vor allem auf die Sportszenen achten sollte und sich davon unterhalten lassen. So tritt die dünne Story dann genug in den Hintergrund, auch wenn sich den Film wohl kaum mehrmals ansieht.

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