Es liegt auf der Hand, bei so einem Titel jede Menge Gewalt und ein ordentliches Gemetzel mit deftigen Filet-Einlagen zu erwarten, denn augenscheinlich treibt mal wieder ein Serienkiller sein Unwesen.
Allerdings setzt der Russe Oleg Assadulin mit seiner Abschlussarbeit an einer Berliner Filmhochschule mehr auf Psychoterror in einem Bunker, was auf Dauer schlichtweg ermüdet.
Dabei wirkt die Clique der sechs Freunde in einer deutschen Kleinstadt recht authentisch mit den typischen Merkmalen der Unterschicht. Drogenkonsum, Konflikte mit dem Gesetz, aber auch Streitigkeiten innerhalb der Gruppe bestimmen ihren Alltag.
Als Daniela eines Tages spurlos verschwindet, glauben einige, dass der ominöse Killer Fleischermeister wieder zugeschlagen haben könnte. Die Spur führt sie in einen Bunker, in dem diverse Twists nach und nach zur Eskalation führen…
Man möchte Nachwuchsregisseuren ja grundlegend positiv entgegentreten, doch bei dieser Zusammensetzung fällt es schwer, die positiven Eigenschaften des Streifens deutlich hervorzuheben.
Allein unter den Jungdarstellern finden sich einige bekannte Gesichter, doch selbst ein Joscha Kiefer, der in der Daily Soap „Verbotene Liebe“ seinerzeit noch Glanzpunkte setzen konnte, geht im Getümmel völlig unter, da wirklich niemand Sympathiepunkte für seine jeweilige Figur einfahren kann.
Jeder stachelt gegen den anderen, intrigiert an allen Ecken und Enden und selbst wenn mal jemand das Zepter bei der Suche nach der Verschwundenen in die Hand nimmt, werfen erneute Beleidigungen und Demütigungen gleich dichte Schatten auf denjenigen.
Man wird mit keinem Charakter warm, zumal einige eher als namenloses Beiwerk durch den Bunker latschen.
Und damit ergibt sich das Hauptproblem des Films. Anfänglich bemüht man sich noch um eine leicht verschachtelte Erzählweise mit Verhören bei der Polizei und der Vorgeschichte während einer Geburtstagsfeier, doch nach dem abwechslungsreich gestalteten Einstieg verlagert sich das Geschehen komplett in die düsteren Gänge des Bunkers, die mit der knappen Beleuchtung von mitgebrachten Taschenlampen dauerhaft eintönig wirken.
Hinzu kommt eine wackelige Handkamera, die während der wenigen Temposzenen zusätzlich das Auge des Zuschauers belastet und vor allem und hauptsächlich mangelt es an spannenden Momenten.
Als man diverse Gänge und Räume mit Baseballschläger und Taschenlampe abgeklappert hat und weder die Vermisste, noch Spuren vom vermeintlichen Schlächter auffinden konnte, deutet viel darauf hin, dass jemand innerhalb der Gruppe ein böses Spiel mit den übrigen treibt, was das Interesse zunächst noch aufrecht erhalten kann.
Doch je vertrackter man die Beziehungen um die Vermisste gestaltet, - mit Neid, Missgunst und heimlichen Beziehungen (alles in recht distanziert anmutender Steno-Form), - umso gleichgültiger tritt man dem Streifen und seinen Protagonisten gegenüber.
Letztlich will man nur noch wissen, wer hinter all dem steckt und mit welchem Motiv an die Geschichte herangegangen wurde und auch in dieser Hinsicht vermag das Skript zum Finale hin kaum zu überzeugen.
Somit wird die latente Ereignislosigkeit allenfalls vom Verfolgen eines Geräusches durchbrochen, ab und an wird auch mal der Schläger geschwungen und letzten Endes gibt es sogar zwei, drei Tote zu vermelden (allerdings ohne eine in Szene gesetzte Gewalttat).
Andererseits verschwinden Figuren aufgrund narrativer Lücken einfach so aus der Handlung und man merkt am Ende sehr deutlich, was Regisseur und Autor Assadulin erreichen wollte, es jedoch aufgrund mangelnder Erfahrung oder sonstigen Defiziten nicht hinbekommen hat.
Am Score scheitert der Streifen also nicht, denn der ist (bis auf den Track während der Closing Credits) richtig gut, an den bemühten Darstellern auch nicht, denn die bringen, trotz oberflächlicher Figurenzeichnungen noch ein wenig Glaubhaftigkeit rüber, doch am Rest mangelt es gewaltig.
Da will sich keine klaustrophobische Beklemmung einstellen und auch Momente zum Mitfiebern sind absolute Mangelware, vom Blutgehalt mal ganz zu schweigen.
Das Grundgerüst der Story ist passabel, doch an der phasenweise undurchdachten Inszenierung in den latent halbdunklen Bunkerräumen leiden nicht nur die Augen des Betrachters, sondern primär der Unterhaltungswert.
3 von 10