Schwester Maria (Monica Teuber) ist eine zutiefst gläubige, gottesfürchtige Nonne. Sie glaubt nicht nur an den allwissenden Vater im Himmel, sondern auch unerschütterlich an das Gute im Menschen. Aus diesem Grund nimmt die naive Gottesdienerin sieben weibliche Häftlinge (u. a. Nuccia Cardinali, Margaret Rose Keil und Vonetta McGee) unter ihre Fittiche, die aus verschiedenen Gründen (Mord, Diebstahl, Betrug...) zu unterschiedlich langen Gefängnisstrafen verurteilt wurden und von den sadistischen Wärterinnen tagein tagaus schikaniert werden. Die etwas rabiat veranlagten, gar nicht so glorreichen Sieben danken es ihr, indem sie die erstbeste Gelegenheit zur Flucht ergreifen, nicht ohne den anwesenden Nonnen zuvor ihre Kleidung zu stibitzen. So leicht läßt sich Schwester Maria jedoch nicht abwimmeln; kurzerhand entschließt sie sich, die Fliehenden zu begleiten, schließlich fühlt sie sich dazu verpflichtet, auf ihre Schäfchen aufzupassen. Doch wie Schwester Maria rasch feststellen muß, ist die Welt da draußen ein grausamer Höllenpfuhl, und selbst ihr ungebrochener Glaube kann leider keine Berge versetzen...
Mon Dieu, was für ein irrer Kracher! Was Drehbuchautor Sergio Garrone respektive Regisseur Ernst R. von Theumer (Die Totenschmecker aka Der Irre vom Zombiehof) in diese kleine, schmierige Wundertüte des Exploitationkinos hineingepackt haben, ist sagenhaft. Da wird geliebt und gestorben, vergewaltigt und gefoltert, ausgepeitscht und geprügelt, verraten und sich aufgeopfert, daß das Grinsen im Gesicht des geneigten Grindhouse-Fans breiter und breiter werden sollte. Die kurze Laufzeit ist vollgestopft mit sinnloser Gewalt, ruppiger Action und selbstzweckhaften Nuditäten, ohne jedoch ins Exzessiv-Unangenehme abzudriften. Ja, es wird vergewaltigt und es wird gefoltert, aber Umberto Galeassis Kamera blendet relativ schnell ab, ohne sich allzu lange an den entsprechenden Szenen zu ergötzen. Und das ist auch gut so, beschert das dem Streifen doch einen phänomenalen Unterhaltungswert, was die etwa achtundsiebzig Minuten wie im Fluge vergehen läßt.
Mit halsbrecherischem Tempo jagt von Theumer Schwester Maria und ihre sieben Schäfchen durch den Film, quasi von einer brenzligen Situation in die nächste, was die Mädels gerne mit schnoddrigen Sprüchen quittieren. So meint eine, nachdem sie und ihre Komplizinnen von einer Horde Wüstlingen geschändet wurden, trocken: "Ich hab' keine Lust, mich noch mal vergewaltigen zu lassen!" Tja, wer hat das schon? Unterwegs treffen unsere Antiheldinnen auf einen Scheich (gespielt von Gordon Mitchell), der seinen Harem vom Mädchenhändler William Berger auffüllen läßt, was zu folgendem netten Dialog führt: Scheich: "Ich hab' für acht bezahlt, da sind nur fünf." Mädchenhändler: "Dafür kriegst du aber die Nonne, die zählt mindestens doppelt! Sie wird dir Glück bringen. Und einen kräftigen Sklaven. Der Junge hat Muskeln." Scheich, schmierig grinsend: "Na gut. Alter Gauner!" Außerdem mit dabei: ein völlig durchgeknallter Kleinwüchsiger, der wie von Sinnen mit seiner Peitsche hantiert, eine handvoll korrupte Polizisten, sowie eine Meute Frauen in Burkas, die meinen, es wäre mal wieder Zeit für eine zünftige Steinigung. Allerdings steht den Protagonistinnen mit Tony "Kommissar X" Kendall ein sympathischer Kleinganove zur Seite, der mit Maschinenpistolen ebenso gut umgehen kann wie mit Granaten.
Im furiosen Showdown in einer malerischen Wüstenburg kracht's und scheppert's dann gewaltig, wenn ein mächtiges Maschinengewehr tödliches Blei spuckt und alles umgenietet wird, was nicht rechtzeitig Deckung sucht (und findet). Das Schicksal sämtlicher Figuren ist einem dabei eher egal, da auf solch unwichtige Details wie Charakterisierung oder Dramaturgie absolut kein Wert gelegt wurde. Ein "Prädikat: wertvoll" kann man diesem flotten, in der Türkei gedrehten Exploitation-Movie also gewiß nicht attestieren, aber wer braucht das auch schon, wenn der Film so ungeheuer viel Spaß macht. Ich, die Nonne und die Schweinehunde bietet das volle Programm für Genrefans und ist ein köstlich-schundiges Machwerk, das am Ende einmal mehr den Beweis dafür liefert, daß man eine Nonne niemals unterschätzen sollte. Vor allem nicht, wenn ihr eine Maschinenpistole in die Hände fällt.