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„Der Texaner“ entpuppt sich als recht unterhaltsamer, wenn auch teilweise etwas langatmiger Western von und mit Clint Eastwood.
Josey Wales (Clint Eastwood) ist an sich Farmer, doch gegen Ende des Krieges Nordstaaten gegen Südstaaten wird seine Farm von den Nordstaatlern niedergebrannt und seine Familie getötet. Josey schließt sich darauf einer kleinen Guerilla-Truppe an und bekämpft die Gegner aus Rache für seine Familie gnadenlos. Die Einführung in die ganze Story wird überraschend schnell abgehandelt, zeigt aber ganz ordentlich wie sich der rechtschaffende Farmer in einen unrasierten Revolverhelden verwandelt.
Doch der Krieg geht für die Südstaaten verloren und man bietet der Guerilla-Truppe eine Amnestie an. Josey weigert sich als einziger und will fanatisch weiterkämpfen, doch dies rettet ihm das Leben: Die Nordstaatler ermorden die anderen und Josey kann, als er zu ihrer Hilfe eilt, nur noch einen retten. Damit bekommt man die erste größere Schießerei zu sehen, die recht spektakulär ist und etwas Action in den Film bringt.

Josey und sein Kumpan fliehen, doch die Nordstaatler wollen den gefürchteten Rebellen Josey unbedingt zur Strecke bringen. Mit ihren Truppen versuchen sie ihn zu schnappen und durch Belohnungen Kopfgeldjäger auf seine Spur zu bringen. Doch Josey erweist sich als gerissener Revolverheld, den man nicht unterschätzen darf...
Die Geschichte erzählt an sich die ganze Zeit von der Flucht Joseys und den Dingen, die ihm auf dem Weg passieren und so einen Lebenswandel herbeiführen. Dabei könnte aber das Tempo höher sein, da man den Film auf jeden Fall um einiges kürzen könnte ohne wichtige Aspekte zu verlieren. Versuche, Gefühl in den Film zu bringen, sind ganz ordentlich, gelingen aber nur teilweise, da nur einige Figuren Tiefgang erlangen.
Erfrischend sind die Coolness und der Zynismus Eastwoods, die sich vor allem durch diverse Sprüche und den Running Gag mit dem Kautabak spucken äußern. Zwar erscheint Eastwood ziemlich oft als der einzig Gerechte in einer weitestgehend schlechten Welt und behält in jeder noch so ausweglosen Situation die Lufthoheit, was nicht immer absolut glaubwürdig ist, aber auch nicht allzu unrealistisch wirkt.

Genretypisch gibt es natürlich auch diverse Schießereien, die für Westernverhältnisse recht spektakulär sind. Vor allem Eastwood als beidhändig ballernder Revolverheld macht hier immer eine gute Figur, aber es gibt auch Gefechte, in denen er nicht alleine ganze Bösewichterhorden auslöscht. Besonders spannend sind die Befreiung der Familie sowie das Finale geraten. Die Menge und Verteilung der Schießereien geht an sich in Ordnung, nur zwischen den Shoot-Outs könnte sich der Film ab und zu etwas kürzer fassen, wie bereits gesagt.
„Der Texaner“ lebt mal wieder von Clint Eastwood, der gewohnt souverän seine Rolle als wortkarger Held gibt und daher voll überzeugt. Sondra Locke hat hier nur eine kleinere Rolle und ist ganz OK, während die Nebendarsteller ihre Sache durch die Bank weg gut machen.

Alles in allem ist „Der Texaner“ ein recht cooler und ganz unterhaltsamer Western, wenn auch stellenweise etwas sehr langatmig und zu ausgewalzt.

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