Das sollte wohl mal der Einstieg zu einer Mystery-Serie in Richtung „Akte X“ werden. Regisseur Anderson hat das Ganze visuell sehr ansprechend verpackt, doch der wenig charismatische Hauptdarsteller und eine unausgegorene Story haben offensichtlich nicht zum gewünschten Erfolg beigetragen.
Der Architekt Michael Lewis reist von New York nach London, um dort das große Arcadia Hotel zu renovieren. Schon bald bemerkt er merkwürdige Erscheinungen in dem leerstehenden Gebäude. Kurz darauf überfährt er eine ältere Frau, die ihm fortan als Geist erscheint und ihm offenbart, dass er über das zweite Gesicht verfügt und mit Geistern in Kontakt treten kann. Da derzeit ein Killer die Gegend unsicher macht, soll er den Geistern helfen, diesen ausfindig zu machen.
Wie gesagt, optisch ist die Sache recht gelungen. Einige Kamerafahrten und der passende Einsatz von Farbfiltern lässt zuweilen eine bizarre Atmosphäre aufkommen. Besonders die Szene, in der die alte Frau auf der Straße liegt und unbeteiligt wirkende Personen herumstehen, verfehlt nicht seine Wirkung.
Leider ist die Story nicht auf ähnlich hohem Niveau angesiedelt. Etwas Mystery und etwas Krimi in einem unausgegorenen Mix lassen selten Spannung aufkommen und das Ratespiel um den Serienkiller erweist sich als wenig anspruchsvoll.
Da können auch die Darsteller nichts mehr ausrichten, vor allem Andrew McCarthy wirkt blass und hat viel zu wenig Ausstrahlung, um einer solchen Rolle gerecht zu werden, ein zweiter Fox Mulder ist er jedenfalls nicht.
Am Ende bietet „The Sight“ nichts, was man nicht schon einmal in irgendeiner „Akte-X-Folge gesehen hätte. Insofern wirkt der Streifen schlicht überflüssig, wenn auch nicht gänzlich schlecht.
5 von 10 Punkten