Der Teenager Brewster ist ein aussergewoehnlicher Junge.
Begleitet von einem Engel, der als wunderschoene, erwachsene Frau in Erscheinung tritt, setzt er alles daran, einen Flugapparat zu bauen; sein sehnlichster Wunsch, ueber dem nichts anderes mehr fuer ihn existiert ist es, aus eigener Kraft zu fliegen...
...doch seit Brewster diesen Plan verfolgt, gab es in der City immer wieder misterioese Morde, die anscheined von Voegeln begangen wurden...
Auch Vögel können töten ist ein sehr seltsamer, und dennoch guter Film.
Der Junge Brewster, ein typischer Bastel-Nerd und Tueftler erscheint als vollkommen harmlose Figur, ein wenig zerstreut, doch gnadenlos zielstrebig in seinem Wunsch, aus eigener Kraft zu fliegen.
Im Keller eines Footballstadiums hat er zusammen mit einer fadenscheinigen Dame ein wissenschaftliches Labor eingerichtet, in dem er ab und an Besuche empfaengt, ueberwiegend jedoch konstruiert und seinen Koerper fuer die Anstrengung des Fliegens vorbereitet.
Robert Altman selbst tritt als eine Art Erzaehler in Erscheinung, der augenscheinlich nichts mit dem Plot zu tun hat. Seine Figur ist ein etwas hyperaktiver Professor der Biologie, der ab und an dem Zuschauer etwas ueber verschiedene Vogelarten erzaehlt.
Von Szene zu Szene verwandelt er sich dabei in ein vogelartiges Wesen, laesst sich davon jedoch nicht stoeren und plaudert munter weiter, Informationen verteilend.
Die restlichen Figuren: alle in diesem Film sind ein wenig verschroben, wie erwaehnt der junge Brewster, dann ist da noch dieser 'Engel' die Dame, die Brewster befluegelt, seine Muse also.
Ihr Markenzeichen sind 2 Narben an den Schultern, die ehemalige Fluegel symbolisieren.
Brewster hat auch eine Verehrerin, die sich selbst zum Orgasmus schaukelt, waehrend Brewster locker 200 Klimmzuege macht.
Sowie eine Touristenfuehrerin (S. Duvall), die Brewster interessant findet, was auf gegenseitigkeit beruht.
Desweiteren gibt es einen 'Supercop', der in die Stadt kommt, wegen diesen ominoesen Mordvorfaellen.
Dieser ist eine Art ueberzeichneter Steve 'Bullit' McQueen, selbst eine Parodie auf die beruehmte Bullit-Verfolgungsjagd gibt es und wird das Herz so einiger Eingeweihter hoeher schlagen lassen.
Klingt nach einem heiteren, lockeren Film, der jedoch so einfach nicht abzuhandeln ist. Weniger Slapstick als bissige Satire kommt hier zum Einsatz; auch wird nahegelegt, das es fuer jeden ein Ziel geben sollte aber auch jeder selbst erkennen und bestimmen muss, wie weit er fuer dieses Ziel gehen will und ob es nicht fuer ihn selbst, sowie alle Beteiligten besser waere, ein anderes Ziel zu suchen.
Das ist meiner Meinung nach auch der Schluessel des Films: alle Figuren verfolgen ihr ganz eigenes Ziel, haben (ausser S. Duvall) einen strikten Weg zu gehen, der Ihnen anscheinend ueber alles geht. Es gibt fuer niemanden Kompromisse oder Umwege. (die einzige Ausnahme bildet da die Figur, die S. Duvall verkoerpert: Sie laesst sich eher treiben, tut das, was Ihr gerade gefaellt und auch einen Vorteil bringt, egal welchen, Sie ist der einzige 'Freigeist' in diesem Film.
Alle anderen scheinen an Ihren so sicheren Plaenen zu zerschellen.
Der Engel erscheint in dieser Hinsicht dem Zuschauer eher als ein Succubus, der Brewster in einen fatalen Fehler hineinreisst und Brewster tut insofern das richtige, als das er sich bestaerkt fuehlt in seinem Weg und dankend den Engel annimt, egal aus welchen Koenigreich dieser nun stammen mag.
Der Zuschauer wird sich den ganzen Film ueber amuesieren, weil es wirklich eine schoene, bunte Welt ist, in die Altman uns da entfuehrt.
Sehr viel 70er Jahre Bubblegum Flair und teilweise saubere Gags machen den Film anfangs zu einer guten Comedy.
Doch zufrieden mit einem Laecheln, der Bitterkeit des Filmendes wegen den Film zu verlassen, wird meiner Meinung nach das Fazit der meisten Zuschauer sein.
Denn am Ende erkennt man (wie auch S. Duvall), das nicht alles so froh, bunt und leicht war, wie es aussah, sondern teils wahnsinnig, realitaetsfremd und vielleicht sogar ein wenig verrueckt.
Brewsters McLoud ist ein Tip fuer alle, die gerne ein wenig an einem Film herumknobeln.
Tragische Satire, aber doch sehr suess.