Regiesseur Jack Arnold verdanken wir so einige gute Horrorklassiker, die das Genre bis heute hervorgebracht hat. Mögen sie auch heute teilweise recht antiquitiert und unfreiwillig komisch wirken: Jack Arnold hat Generationen von Horror und Science-Fiction-Fans begeistert und gilt vielen der heutigen Regie-Stars des Genre als Vorbild und Urvater. Kein Wunder: Immerhin stammen Filme wie "Gefahr aus dem Weltall", "Das Ding aus einer anderen Welt", "Tarantula" oder "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C." aus seiner Hand.
Mit seinem zweiten Film (für Universal) "Der Schrecken vom Amazonas" schuf er 1954 gleich einen Klassiker der noch zwei Fortsetzungen hinter sich zog, was für die damalige Zeit recht ungewöhnlich war. Die Story ist ebenso genial wie simpel. Auf einer Expedition am Amazonas entdecken Forscher eine versteinerte Krallenhand. Bei der Suche nach dem Skelett des mysteriösen, offensichtlich urzeitlichen Wesens stoßen sie unvermittelt auf den lebenden Beweis: ein menscheähnlicher Kiemenmann, der sich ganz dem Leben unter Wasser angepasst hat. Die Versuche der Expeditionsteilnehmer, das unheimliche Geschöpf zu fangen, scheitern an der Intelligenz der Kreatur. Bis ihr schließlich die ganz menschliche Zuneigung zu der Frau der Wissenschaftler zum Verhängnis wird...
Der Film avancierte seinerzeit schnell zum Kassenschlager und bestach durch seine kompakte und geradlinige Inszenierung, seine wohldosierten Schockeffekte und die raffinierten Trickaufnahmen. Wer sich den Film ansieht, weiß auch, woher Steven Spielberg einige seiner Einfälle für "Der weiße Hai" hatte.
Fazit: Heutzutage wirkt der sehr atmosphärische Monsterfilm zwar ein wenig angestaubt, spielt aber geschickt mit den Urängsten eines jeden Menschen, und zwar die Furcht vor dem Unbekannten.