Am Mythos „Die Schöne und das Biest“ fand seinerzeit offenbar auch Jack Arnold Gefallen und drehte den heutzutage trashig anmutenden „Schrecken vom Amazonas“. Aufgrund straffer Inszenierung sorgt er aber immer wieder für ein kurzweiliges, feines Späßchen.
Der Forscher Maia entdeckt bei Ausgrabungen am Rande des Amazonas eine interessante Kalksteinablagerung, die auf ein Wesen aus der Urzeit hindeutet. Sogleich begeben sich ein paar Forscher auf eine abenteuerliche Reise entlang des Amazonas zur schwarzen Lagune.
Hier stoßen sie auf ein menschenähnliches Amphibienmonster, das es auf Kay, dem einzigen weiblichen Passagier an Bord abgesehen hat.
Allerlei lustige Figuren treiben sich da auf dem Kutter „Rita“ herum. Neben Held David und seiner festen Dame Kay, noch ein fröhlicher Kapitän, der durch die deutsche Synchro noch fröhlicher wirkt, ein karrieregeiler Mark, der für Streit an Bord zuständig ist und noch ein paar andere Typen, die als Opfer des Kiemenmannes herhalten müssen.
So wird hauptsächlich getaucht und zwischenzeitlich schnappt sich der Mutant einen der unwichtigen Charaktere an Bord.
Auch wenn die Unterwasseraufnahmen recht gelungen sind, vor allem die Szene, in der der Unhold die Tauchbewegungen von Kay als sichtlich erotisch empfindet, so sind diese doch insgesamt etwas zu lang ausgefallen und erhöhen nur selten Spannung.
Auf der anderen Seite kann aber die übermäßig häufig eingesetzte Musik (die hauptsächlich aus nur einer Disharmonie von drei Tönen besteht) die Dramatik schlagartig erhöhen, denn mit ihr erscheint auch der Kiemenmann. Man streifte einem Profitaucher ein durchaus gelungen gestaltetes Gummikostüm über und ließ ihn schwimmen, was zugegebenermaßen auch heute noch recht schick aussieht.
Zudem sind die Kulissen gut gewählt und bringen eine leicht dschungelmäßige Abenteueratmosphäre mit sich, die durch eine wohl dosierte Soundkulisse von fremdartigen Viechern verstärkt wird.
Schön altmodisch wirkt der Streifen heute, der durch das betuchte Intro „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde…“ gleich klarzumachen versucht, welches Weltwunder im Verlauf auf den Zuschauer zukommen wird.
So was bringt natürlich einige Schmunzler mit sich, was den Unterhaltungswert ungemein fördert.
„Der Schrecken vom Amazonas“ ist eben auch einer dieser typischen Jack Arnold Filme und gerade deshalb immer wieder sehenswert.
7 von 10 Punkten