Archäologen entdecken bei der schwarzen Lagune (daher der englische Titel) am Amazonas eine Skelettklaue, die fast menschlich wirkt, aber Schwimmhäute zwischen den Fingern besitzt. Eine Gruppe von Meeresforschern kommt hinzu, um den sensationellen Fund zu studieren, doch zuerst findet man nur die toten Kollegen des Archäologenteams und dann stößt man auch noch auf ein lebendes Exemplar des Fossils – einen Kiemenmenschen, halb Mensch und halb Fisch. Man will das Ungeheuer mit Netzen, Harpunen und einem speziellen Fischgift einfangen, um es in einen Zoo zu transportieren, doch der Kiemenmensch erweist sich als intelligenter und zäher Gegner und beginnt die Forscher zu bekämpfen und zu dezimieren. Erst als das Biest sich in eine attraktive Forscherin verliebt, wendet sich das Blatt.
Jack Arnolds erfolgreichster und bekanntester Film rettete damals den finanziell angeschlagenen Universal Studios das Leben. Der aufwendig in 3D produzierte Streifen erzählt die typische Geschichte von der Schönen und dem Biest und verlegt sie an einen besonders exotischen und geheimnisvollen Ort. Abenteuerfilme im Dschungel waren damals eh sehr populär. Die Handlung ist also eher durchschnittlich, wird aber von den grandiosen Aufnahmen und den exzellenten Effekten aufgewertet. Da wäre zum einen das Monster selbst, eine für damalige Verhältnisse unglaublich realistisch inszenierte Kreatur, die sich absolut überzeugend bewegt und verhält und nichts mit irgendwelchen albernen Gummimonstern gemeinsam hat. Neben dem wunderschön gestalteten Design sind es vor allem die tollen Unterwasserszenen, in denen sich der Kiemenmensch so elegant wie ein echtes Raubtier bewegt, die so unvergesslich bleiben. Steven Spielberg war als Jugendlicher von dem Film sehr begeistert, was besonders bei seinem JAWS deutlich wird, da z.B. der erste Angriff auf die junge Schwimmerin mit den bedrohlichen Unterwasserkamerafahrten ganz klar von den Annäherungsversuchen des Kiemenmenschen an die junge Forscherin beeinflusst wurde. Die Art der Kameraführung ist in diesen Szenen sogar fast identisch. Ansonsten wird auch die Story sehr spannend wiedergegeben, wobei mich nur die zwischenmenschlichen Konflikte nicht ganz überzeugt haben, da bei der Dreiecksbeziehung zwischen Held, Weib und Widerling letzterer einfach zu offensichtlich fies dargestellt wird und natürlich am Ende seine verdiente Strafe durch die Fischpranken des Monsters bekommt. Das Monster selbst ist aber eine durchaus tragische Figur, da es eigentlich nur sein Revier verteidigt und das junge Mädel in seine Grotte bringen will, doch sinnlos böse ist es eigentlich nicht. Da macht sich eben die Handschrift des Regisseurs bemerkbar, der eigentlich immer gerne dem Monster etwas mehr Charaktertiefe gibt und dafür eher den Menschen als dickköpfiges und unbelehrbares Ungeheuer darstellt. Erstaunlicherweise besitzt der Film sogar fast schon ökologische Botschaften, obwohl die erst 15 Jahre später bei Horrorfilmen in Mode kamen. Aber es gibt da z.B. eine sehr aussagekräftige Szene, wo ein Mensche eine Zigarette achtlos ins Wasser wirft und der Kiemenmensch betrachtet dieses Objekt fasziniert von unter Wasser aus. Der Mensch ist also der Eindringling, der alles verseucht und vergiftet und das wilde Tier nicht in Frieden leben lassen sondern es nur einfangen oder vernichten kann. Völlig zurecht gilt der Film als einer der größten Klassiker der 50er Jahre und der Monsterfilme überhaupt.
8 von 10.