Review

Jack Arnold ist ein bisschen wie Ed Wood. Beide drehten B-Movie, die heute längst Kult sind. Allerdings konnte man Arnolds Filme auch ernst nehmen, was man von Woods Streifen nicht unbedingt sagen konnte.

Dr. Thompson findet im Amazonas die Versteinerung einer merkwürdigen Klaue und rennt damit zu seinem Freund David Reed, der ebenfalls Interesse zeigt an dem ominösen Fund. Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis ein kleines Team zu eben jener Fundstelle per Boot fährt, um nach den Resten des weiteren Skelletts zu suchen. Allerdings findet Dr. Thompson seine beiden einheimischen Schützlinge, die Schmiere stehen sollten, tot auf. Es wird auf einen Jaguar geschätzt, natürlich beinahe ohne jeden Beweis. Trotz der zwei Toten machen sich die Arbeiter nun also frivol darauf los, die Steinwand nach dem weiteren Skellett zu durchsuchen. Fünf durchgeschwitzte Hemden später kommt man zu dem Schluss, dass das eine große Flaute war. Doch David kommt auf die Idee, den Fluss abwärts zur Lagune zu fahren, weil er sich ausmalt, dass dort das Skellett zu finden sei. Als man da dort ankommt geht natürlich das suchen los. Die etwas naive Freundin unseres Davids, Kay, läuft währendessen halbnackt durch die Männergarden, und zeigt auch im weiteren Verlauf mehr Haut als Verstand. So geht sie mitten in der Lagune ohne jede Befürchtniss erstmal baden. Eine Kreatur, halb Mensch, halb Amphibie, beobachtet sie dabei und - sagen wir es mal frei raus - verknallt sich in sie. Als man schon eine Weile in der Lagune ist, fallen ein paar Schiffsarbeiter der Kreatur zum Opfer, die sie einfach erwürgt. Nun ist der, der die ganze Farce hier überhaupt finanziert hat, natürlich drauf und dran, das Biest zu fangen, für Geld schmeißt man sich doch gern ins Wasser zu einer Kreatur, die Leute binnen Sekunden umbringt. Doch das Biest ist ja nun auch nicht von vorgestern, und am Ende kriegt es sogar Kay  und flieht mit ihr in seine Höhle. David geht natürlich bewaffnet auf die Suche, findet Kay auf einem Stein in der Höhle vor und wird hinterrücks vom Biest "überrascht". Als bald wird die Kreatur Opfer einiger gezielter Schüsse, fliegt in die Lagune und verendet dort.

Nun, das alles klingt ein wenig nach King Kong. Ein Monster, was sich unglücklich verliebt und am Ende draufgeht. Jack Arnold inzeniert sein wohl bekanntestes Werk mitunter etwas langatmig, Spannung kommt nur bedingt auf, wenn die Kreatur an Land kommt. Bis dahin dauert es ein wenig. Manche Unterwassenszenen ziehen sich hin wie Kaugummi und sind auch nicht sonderlich spektakulär, weil es sich hier eben um einen Schwarz-Weiß Film handelt: Das Wasser ist grau, fast schwarz und dank fehlender Farbenfreude ist auch die Unterwasserwelt eher uninteressant. Auch kann man sagen, dass der Film eigentlich nur auf ein und dieselbe Stelle tritt. 50 Minuten lang wird diskuttiert, wie man dem Vieh ein Bein stellen kann, und dann sind sämtliche Versuche Schüsse in den Ofen. Es sterben zwar Leute, aber irgendwie ist einem das egal, weil man die meisten von denen vielleicht eine halbe Minute im Film gesehen hat. Etwas steif auch die schauspielerischen Leistungen, Richard Carlson als David ist zwar nicht unbedingt schlecht, aber er gibt seiner Rolle nicht gerade dieses etwas. Julie Adams als Kay ist eigentlich nur für möglichst viele Blickfänge da. Darstellerisch schreit sie ab und zu mal und das wars. Das Drehbuch lies ihr auch nicht unbedingt Spielraum, denn im Film macht sie sich nicht wirklich Sorgen um ihren Liebsten, wenn der nur mit ein wenig Gift bewaffnet ins Wasser geht. Der Rest der Crew ist Standart, der liebenswerte wie schnorrige Kapitän darf natürlich auch nicht fehlen.

Das Kostüm der "Kreatur" ist allerdings gut gelungen, zumindestens konnte ich keinen Reisverschluss am Rücken erkennen. Und auch die Unterwasserszenen mit dem Biest sind gut gelungen, es bewegt sich wirklich wie eine Mischung aus Fisch und Mensch. Und ja, wenn das Vieh an Land kommt, kommt auch Spannung auf, so ist es ja nun nicht. Der Showdown allerdings ist etwas zu aprubt. Das Monster wird erschossen, es flieht ins Wasser und am Ende sieht man leblos treiben, das wars. Insgesamt ging der Showdown auf diese Art nd Weise vielleicht 2, allerhöchstens 3 Minuten. Auch wenn der Film hier einer von Arnolds bekanntesten sein mag, der beste ist es nicht, dafür ist er stellenweise einfach zu langweilig. Aber trotzdem ist der Streifen allein wegen der Kreatur durchaus sehenswert, und als Fan alter Horrorfilme ist das Ding hier eh ein Muss!

Fazit

Etwas langweilig und öde, aber zumindestens in den spannenden Szenen durchweg unterhaltsam. Schauspielerisch typisch für ein B-Movie, aber für einen netten Kinoabend geeignet.

7/10

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