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Creature From the Black Lagoon ist für mich nach wie vor der schönste SF-/Monster-Film der Dekade. Im Kern eigentlich ein King-Kong-Remake, ist die Story um einen Forscher-Trupp, der im Amazonas-Gebiet auf einen prähistorischen Kiemenmenschen trifft, mit einem Höchstmaß an Atmosphäre und inszenatorischem Geschick umgesetzt. Dies erkannte sogar der sonst schwer zu begeisternde Katholische Filmdienst an und sah darin ein "äußerst unterhaltsames Science-Fiction-Abenteuer mit raffnierten Unterwasser-Aufnahmen, naiv-schaurigen Schockeffekten und einer filmästhetischen Homogenität, wie man sie nur selten im Genre-Kino findet". Treffender könnte man es kaum formulieren.
Herzstück und Sahnehäubchen ist die atemberaubende und vielzitierte Sequenz, in der Julia Adams in der Lagune schwimmt, unwissend, daß sie dabei neugierig von der "Kreatur" beobachtet und umkreist wird.
Auch in seiner tragischen Dimension (die Kreatur als Opfer ihrer Sehnsüchte, die Forscher als Eindringlinge in ihre Welt) unterscheidet sich Jack Arnolds Film von den meisten anderen dieses Genres. Eine weitere Ausnahme ist der ebenfalls von Arnold inszenierte Gefahr aus dem Weltall, in dem Richard Carlson sogar die aggressiven Verhaltensweisen seiner Mitmenschen den eigentlich friedlichen Aliens gegenüber leidenschaftlich anprangert.
Die Musik zu Creature... ist, wie bei Universal-Filmen jener Zeit üblich, eine Mixtur aus Original-Kompositionen und Archiv-Musik, von mehreren Komponisten (darunter Hans Salter und Henry Mancini) unter gegenseitiger Absprache und in großem Zeitdruck ersonnen und von Josph Gershenson schließlich eingespielt.
Angesichts dieser Arbeitsbedingungen muß die musikalische Qualität und Homogenität der Partitur lobend erwähnt werden. Besonders gelungen sind die von Herman Stein betreuten Szenen der erwähnten Schwimm-Sequenz. Lediglich das für die Kreatur stehende, kreischende Dreiton-Motiv, das auf Wunsch des Produzenten bei jeder Gelegenheit zu hören sein sollte, wird bisweilen etwas überstrapaziert, hat aber auch in seiner Unverwechselbarkeit einen unmittelbaren Wiedererkennungswert bei Freunden des phantastischen Films. Wah-wah-waaahhh!

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