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Romeo liebt Julia & Julia liebt Mutanten 

Die Franzosen können es am Besten – so die anfängliche Meinung. Haben uns gewalttätige Blutphantastereien wie „Inside“, „Frontiers“ oder „High Tension“ inszenatorisch höchst erfreut, so war die Erwartungshaltung auf das neue Franzosen-Highlight „Mutants“ ausgesprochen hoch. 

Zur Story: Irgendeine Seuche (Schweinegrippe?) bricht aus, 4 Personen fliehen durch eine verschneite französische Gebirgslandschaft, 2 Personen verschanzen sich in einem Krankenhaus – wer wird überleben? 

Nun gut – ein paar „Handlungsstränge“ werden dann noch beigefügt – dennoch: Ein Kassenbon mit 2 Cocktails und Nachos bot ausreichend Platz für das schriftliche Zusammenstückeln eines Treatments – alles weitere, so nehme ich an, wurde On-Set improvisiert. Dabei startet der Horror-Flick viel versprechend: Schnelle actionreiche Fahrt durch eine kalte Vegetation (Schnee ist wieder IN), grau eingefärbte Bilder und als Gegenpol blutige, old school Effekte bereits in den ersten Film-Minuten! Der niederschmetternde Knick folgt gerade mal nach 10 Minuten Laufzeit: Ab sofort wird viel Platz für dümmliche Aktionen aus der Drehbuchfeder eingeräumt und die Protagonisten wirken hohler als die triebhaft gesteuerten Seuchenvögel aus dem Unterholz. Da mutiert Romeo zu Mutomeo – und die nett anzuschauende Julia versucht, trotz permanenter Bedrohung und Angriffen, ihrem dahinwelkenden und der Gier nach Fleisch nicht widerstehenden Liebhaber die bestmögliche medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Ach ja: Und dann gibt noch einen Trupp Irrer, die in der Filmhalbzeit herbeigezaubert werden und dann nur als Futterspender dienen – haben sie auch verdient!    

Leider gelingt es Regiedebütant und Drehbuchautor David Morlet in seiner Bodyhorror-Romanze nicht, dem Sub-Genre Zombiefilms neue Impulse angedeihen zu lassen. Alles schon irgendwie gesehen – nur besser und spannender (selbst die Fulci Gurken). Gesehen und vergessen – Klappe zu, Zombie tot - oder auch nicht! 

Fazit: Leider kommt nach einer Hochphase immer der tiefe Fall – der französische Horrorfilm ist mit diesem Beitrag dort angelangt. Effekte HUI – Story PFUI! Dafür gibt es charmante 5 von 10 knackige Wadenbeißer, auf French-Toast an einem Hauch Dümmlichkeit!            

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